Dienstag, 16. Oktober 2012

Motivatioooooon

Hallo ihr lieben Praktikums-Häschen. Na, wie läuft das mit den Bewerbungen? Lasst mich raten: Nicht so gut. Kann ich verstehen, es gibt ja so viel schönere Dinge, mit denen man seine wohlverdienten Ferien verbringen könnte, als sich mit Bewerbungen für das Bachelorpraktikum zu beschäftigen. Aber LEEEUUUTE, wir müssen das jetzt machen! 

Ich gebe zu, dass ich da heute auch so einen gewissen Hänger hatte und lieber irre viel Energie damit verschwendet habe, den Endgegener bei Plants vs. Zombies ordentlich einen auf den Latz zu geben (also finally - nachdem der Endgegner mir davor bestimmt 5000 Mal einen übern Latz gegeben hat) statt Bewerbungen zu schreiben. Doch das ist jetzt vorbei, denn ich habe meine Motivation gefunden!



Ich hab mir da nämlich heute ne schmucke Playlist gemacht und bin tatsächlich motiviert bei der Stange geblieben. Was ich kann, könnt ihr ja schließlich schon lange! Denn wer ist noch mal die "Ist-mir-egal-ich-kann-das-eine-Nacht-vor-Abgabe-noch-machen" - Uschi? Ach ja, das bin ja ich! Und selbst ich habe mich jetzt dazu durchringen können, da mal was zu bewegen. Das könnt ihr auch. Ab an die Arbeit jetzt! Auch, wenn ihr euch nicht um ein Praktikum kümmern müsst- irgendwas ist ja immer. Ich geh' jetzt mal mein Schranksystem auswischen - ich hab nämlich für heute schon alles erledigt UND sogar noch Motivation übrig. Los, los! Chakka! Over And Out :)

Sonntag, 14. Oktober 2012

Einfach durch den Hörer kriechen und mit der Telefonschnur erdrosseln

Hallo ihr Lieben. Ich melde mich dann auch mal wieder aus der Versenkung mit nur so durchwachsenen News. Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber das Bachelor-Praktikum steht an und des heißt: Ich muss mich mal wieder bewerben a.k.a mich der großen Praktikanten-Fleischbeschau aussetzen. Und das macht keinen Spaß. Oh man macht das keinen Spaß. 

Irgendwie läuft das mal wieder bei uns angehenden Bachelors und Bacheloretten nicht so, wie es sollte. Die Stimmung ist derzeit ein bisschen - nun ja - angespannt. Wenn wir hier bei Harry Potter wären, wäre das Bachelorpraktikum definitiv Lord Voldemort - Also das, dessen Name nicht genannt wird weil wir kollektiv Angst haben, dass sofort ein Unglück geschieht, wenn wir es auch nur aus- oder ansprechen. 

An sich ist die Suche nach einem Praktikum ja gar nicht so das Ding. Irgendwer wird uns bestimmt schon nehmen wollen. Das, was mich uns meine Kommilitonen dabei so richtig abfuckt, ist die Tatsache, dass wir uns mal wieder den teilweise launischen und auch ein bisschen sadistisch veranlagten Personalchefs oder Abteilungsleitern aussetzen müssen. Irgendwie komme ich mir so vor wie bei einer Pudel-Show, bei der man mir auf sehr unangenehme Art und Weise ins Maul schaut und mich und mein hoffentliches Premium-Zahnfleisch nach Punkten bewertet. 


Da ist es wieder. Das Bewerbung-Bild, auf dem ich aussehe wie Bambi.  Ich kann's einfach nicht mehr sehen! 
Das kann zu ziemlichen Minderwertigkeitskomplexen führen. Denn man muss sich ja dann bei Vorstellungsgesprächen dann beweisen. Und es ist unglaublich, was die da so teilweise mit einem machen. Ich möchte euch von dem jungen Mann erzählen, der als krasses Negativ-Beispiel letzte Woche bei mir so richtig rausgestochen ist.

Ich hatte ein Telefongespräch mit einem Marketing-Manager und der junge Mann wollte mich ein bisschen näher kennen lernen. Ich ihm also meinen Werdegang noch mal erläutert. Dabei hat er mich schon beim ersten Satz unterbrochen: "Ach, in Holland studieren Sie?" - Äh ja. man. Das hab ich in meiner Bewerbung nun wirklich ausführlich geschrieben. Schön, dass du sie nicht gelesen hast du Saftarsch. "Ja, ich studiere in DEN NIEDERLANDEN". "Wieso das denn?". "In den Niederlanden wird mehr Bezug auf den Praxisbezug gelegt. Das empfinde ich im Marketing als sehr wichtig". Sagt der Blödmann eiskalt zu mir "Ja, oder Sie haben den NC nicht geschafft, ne?".

Da war ich dann erst mal so perplex, dass ich nach Luft geschnappt habe. Was für ein Vollpimmel. Da hatte ich schon keinen Bock mehr. Schön, dass der sich seine Meinung über mich gebildet hat. Mein NC ist ganz okay und hätte locker für ein BWL-Studium in Deutschland gereicht. Danke vielmals, du Kröte. Aber das war nur der Anfang. Als ich die Mini beschrieben habe, hat er das als "Oberstufen-Planspiel" bezeichnet und ich wollte dem da schon mit einem stumpfen Gegenstand rohe Gewalt antun. Als ich ihn darüber unterrichtete, dass wir als Unternehmen im Handelsregister eingetragen und somit wirtschaftlich selber verantwortlich waren, hat er das trotzdem nur belächelt. Dass wir bedürftige Menschen in Nepal unterstützt haben, fand er auch nicht sonderlich beeindruckend. Wieso auch? Eine Hilfsorganisation unterstützen ist ja auch asozial und so. Kann ich verstehen. 

Bedürftigen Menschen in Nepal helfen? Ach, ist doch nur so ein Oberstufen-Planspiel.

Ab dem Zeitpunkt an war der Typ dann richtig in Fahrt. "Sie haben ein Semester lang Skandinavistik studiert? Das macht bei einem Wirtschaftsstudium ja nicht so Sinn...". Ja, Fuck you very much ey. Nicht, dass die Stelle in einem dänischen Unternehmen gewesen wäre. Was soll ich da also mit Skandinavistik? Die Unternehmenskultur ein bisschen besser verstehen? Wer braucht das schon... Am Liebsten hätte ich den dann mal gefragt, ob seine Abendschule denn keine Auslandssemester mit anderen Schwerpunkten angeboten hätte und er deswegen mit dem System nicht bekannt wäre. Aber ich blieb höflich. Auf das Niveau habe ich mich nur Kopf herabgelassen. 

Dann der Show-Down. Er fragte mich nach meinem Praktikum beim Verlag und ich beschrieb ihm, was ich da so gemacht hatte obwohl für mich glasklar war, dass ich nicht auch nur einen Fuß in dieses Unternehmen setzen würde. Meine Tätigkeit beim Verlag empfand er dann als "stupide Beschäftigungstherapie" und ich wollte diesem über-arroganten Fickfrosch dann am liebsten durch den Hörer kriechen und mit der Telefonschnur erdrosseln. Was bildete der sich eigentlich ein? Trotzdem siegte meine gute Erziehung. Ich fragte ihn dann scheinheilig, ob die Stelle bei seinem Unternehmen denn weniger stupide Beschäftigungstherapie sei und mein Arbeitsalltag dann mehr variieren würde. 

Auslandserfahrung? Idiotisch!

Nee, also das müsste ich mir gar nicht so glamourös vorstellen bei ihm, da wären auch eine Menge Excel-Tabellen zu fertigen und die Werbung würde schließlich nicht von denen gemacht, das würde eine Agentur und nicht das Unternehmen machen. Ob ich mir dessen bewusst wäre? NEIN MAN. IN SIEBEN SEMESTERN HABE ICH NUR SINGEN UND KLATSCHEN GELERNT UND MEINE ZEIT MIT EINEM MINOR IN SKANDINAVISTIK, STUPIDER BESCHÄFTIGUNGSTHERAPIE UND EINEM OBERSTUFEN-PLANSPIEL VERBRACHT WEIL MEIN NC FÜR DEINE LUXURIÖSE ABENDSCHULE IN OER-ERKENSCHWICK NICHT GEREICHT HAT. NATÜRLICH WEISS ICH DAS, MAN!!!

Die Überrschaung an der Sache war, dass dieser Mann mich dann tatsächlich zum richtigen Vorstellungsgespräch eingeladen hat. Als der das gesagt hat, war ich bestimmt erst mal dreißig Sekunden sprachlos und habe ihm dann ganz höflich aber bestimmt gesagt, dass ich mir weitaus bessere Praktikumsstellen mit sehr viel sympathischeren Mitarbeitern vorstellen kann und habe aufgelegt. Das muss ich mir echt nicht geben. Ich werde bestimmt nicht sechs Monate mit so Einem zusammenarbeiten. Bloß weil seine Mami ihn nicht richtig lieb gehabt hat, werde ich das bestimmt nicht ausbaden. Da kann der sich mal jemand anderen Dummen für suchen. 

So sieht's nämlich aus!

Der ist sich glaube ich nicht bewusst, dass ich ziemlich gut und vielfältig ausgebildet bin und wenn er sich mein Arbeitszeugnis vom Verlag auch nur mal durchgelesen hätte, hätte der schnell gemerkt, dass ich das Praktikum zu deren "außerordentlichen Zufriedenheit" abgeschlossen habe und andere Unternehmen meine gut qualifizierte und schlecht bezahlte Arbeitskraft mit Kusshand nehmen werden. Tja, meine wertvolle Arbeitskraft bekommen der und sein Unternehmen auf jeden Fall nicht. Das war ja wie gesagt nur ein Negativ-Beispiel. Es gibt nämlich auch Unternehmen und Abteilungsleiter, die sehr sympathisch sind. Over And Out :)

Freitag, 12. Oktober 2012

Kreatives Chaos

Hallo Leute. Schaut mal, so sieht das übrigens aus, wenn die Samira einen Tag frei hat und sich ganz und gar dem Mineralwasser-Projekt für den Pitch widmen kann. Ich bin heute morgen aufgestanden, habe meine Schlaubi-Brille und mein Hipster-Shirt angezogen um mich so kreativ wie möglich zu fühlen und habe mich wieder in unser Produkt reingedacht. Den absoluten Tiefpunkt hatte ich, als ich mir vorgestellt habe, ich sei eine 0,33 Liter-Flasche. 


Aber ich habe es geschafft, mi den Nonsense-Sachen aufzuhören uns bin endlich mal ein bisschen produktiv geworden. Es geht bergauf. Das spüre ich. Und jetzt hab ich für diese Woche auch genug getan und starte  in die wohlverdienten Ferien. Habt schön Ferien - oder zumindest ein wundervolles Wochenende. Over And Out :) P.S.: Will einer rüberkommen und mein Schreibtisch-Chaos aufräumen? Nein? Verdammt!

Montag, 8. Oktober 2012

Der ganz normale Wahnsinn (Part II)

Nachdem ist also schon viele Herausforderungen an meinem Horrortag - dem Neverending-Dienstag, -geimestert habe, kam es dann richtig dicke. Lest selbst.

12.20 Uhr. Management Skills. Erst eine Präsentation einiger meiner Kommilitonen über Employer Branding (der fancy Begriff für Markenbildung des Arbeitgebers), die eigentlich ganz angenehm ist und die mich auch kognitiv nicht allzu sehr überfordert. "Es scheint also bergauf zu gehen" - denke ich mir noch so ganz naiv. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass ich mich eine halbe Stunde später am liebsten in Embryonalstellung auf den Boden liegen und den allgemeinen Werteverfall meiner Kommilitonen beweinen möchte? Das war nämlich so: Allgemeine Diskussion über die Attraktivität von potentiellen Arbeitgebern für uns Studenten. Erste Frage vom Dozenten: Will einer bei McDonald's im Kinder-Marketing arbeiten? Nein. Wieso nicht? Ich melde mich und halte eine Rede auf moralische Ansprüche und dass ich denen meine wertvolle Arbeitskraft bestimmt nicht schenke, damit die kleine Kinder fett machen. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass das allen im Kurs so geht. PUSTEKUCHEN! So gut wie jeder in meinem Kurs würde das sofort machen, wenn die gut zahlen! Da will ich schon heulen. Als mein Dozent danach fragt, wer in der Waffenindustrie Marketing machen würde, sind auch noch ziemlich viele dabei. Ich will nicht mehr leben und habe den Rest der Vorlesung eine richtige Piss-Laune. 

Meine Reaktion auf die Karriereambitionen meiner Kommilitonen.

14.00 Uhr. Meine Laune wird keinesfalls besser, da ich normalerweise jetzt eine Freistunde habe um mich wenigstens ein bisschen zu erholen, aber dieses Mal habe ich Meeting für eine Präsentation. Die Vorbereitung bei allen Beteiligten lässt zu wünschen übrig, auch - oder gerade besonders - bei mir. Trotzdem steht in einer Woche die Präsentation an und wir müssen da jetzt was auf die Beine stellen. Wir versuchen das Thema Arbeitszeitmodelle einigermaßen spannend zu machen. Das gestaltet sich aber schwierig und wir sind frustriert. Ich ganz besonders, weil man die EU-Verordnung zur Arbeitszeit einfach nicht interessant gestalten kann. Und weil wir frustriert sind und und Mädels, lassen wir unseren Frust in Form von ordentlichen Cat-Fights ab. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich jemanden töten will. Einfach nur so aus sadistischem Spaß an der Freude, damit auch jemand anderes mal leidet. 

In meinem Noitzblock für Mastermind-Ideen sollte ich vielleicht  auch wirklich mal ein paar evil plans formulieren...

14.30 Uhr. Das Meeting ist beendet, weil es ja doch nichts bringt und eine von uns vielleicht den Tag nicht überleben wird, wenn das so weitergeht. Also Pause. Ich laufe in die Cafete und besorge mir schon zum gefühlt sechshundertsten Mal einen Kaffee. Aus lauter Frust mache ich die Schokoflöckchen fast alle, weil ich mir so viele davon auf den Kaffee haue. Ist mir egal. Dann bin ich jetzt auch asozial. Und ich schreib gleich meine erste Bewerbung für wer auch immer Marktführer in der Rüstungsindustrie ist. Ist mir jetzt auch alles egal. Kurz vor Beginn der nächsten Stunde fällt mir auf, dass unsere Cafete von sodexo beliefert wird. Dann fällt mir ein, dass sodexo doch Hauptlieferant der Kantinen ist, bei denen dieser Brechdurchfall aufgetreten ist (womit die ja angeblich absolut nichts zu tun haben. Zumindest bis man denen das Gegenteil bewiesen hat). Naaaa toll. Eine Brechdurchfall-Epedemie würde meinen Tag jetzt ungemein besser machen...

Mmmmhm, schön lecker Kaffee mit Brechdurchfall.
15.05 Uhr. Endspurt. Die letzten zwei Stunden sind angebrochen. Da ich zu leichter Hypochondrie neige, bilde ich mir ein, dass mir schlecht ist. Aber auch nur die ersten fünf Minuten, dann gilt meine ganze Aufmerksamkeit den knallharten Rechenaufgaben im SEO-Marketing. Normalerweise könnte diese Rechenaufgaben auch ein hirnamputierter, blinder Affe im Schlaf (also auch jeder Marketer) ausrechnen, aber irgendwie will ich es heute trotzdem nicht so schnallen. Meine Laune bessert sich, weil ich jetzt dem angehenden Controller meines Vertrauens ein Bild von unseren Hardcore-Rechenaufgaben schicken kann, bei denen man auch für den letzten Volldeppen festhält, wer auf oberster Anzeigen-Position erscheint, weil er am Meisten geboten hat (Hardcore-Rechenoperationen siehe unten). Angehender Controller findet es zum Brüllen komisch und will es auf Facebook posten. Das ist mir dann aber doch zu heikel, weil es sonst wieder heißt, dass ich dem Feind Informationen ausspiele. Dann frage ich ihn noch, ob wir zusammen nach Madagaskar durchbrennen wollen, wo wir zusammen mit Löwen, Zebras und so weiter leben und den ganzen Tag "I Like to move it move it" singen. Das natürlich in so kleinen Nachrichteneinheiten wie möglich, damit sein Handy in der Vorlesung auch so oft wir möglicht summt (endlich was böses gemacht: check!) und der Controller mir sagt, dass ich die virtuelle Schnauze halten soll. Die Schadenfreude makes my day. Und es geht weiter bergauf. Der Dozent erklärt uns, wie man AdWords bei Google generiert und verwandte Suchbegriffe herausfindet. Er will einen Schokoriegel bewerben. Es gibt die Option "Erwachseneninhalte". Der Dozent sagt, dass er lieber nicht nach verwandten Suchbegriffen im Zusammenhang mit Erwachseneninhalten suchen möchte. Allein schon das Kopfkino lässt mich den ganzen Frust des vergangenen Tages vor lauter Lachen vergessen und ich kann mit einer ausgegelichenen Laune wieder richtig nach Hause starten. Wäre der Tag also gerettet. 

Hardcore-Rechenaufgaben für Marketer.

Morgen ist übrigens wieder Dienstag. Ich freu mich schon wie blöde. Nicht. Over And Out :)

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Der ganz normale Wahnsinn (Part I)

WARNUNG!

Dieser Blog-Eintrag ist nichts für schwache Gemüter. Im folgenden Eintrag werden abscheuliche Dinge offenbart. Unschuldige Studenten werden durch langweilige Vorlesungen an den Rand des Wahnsinns getrieben, dazu gezwungen früh aufzustehen und (und das ist das Schlimmste!) zu ... RECHNEN. Menschen mit Herzleiden wird empfohlen, dieses Zeugnis der Abartigkeit nicht zu konsumieren, da ansonsten ernsthafte Gesundheitsgefährung besteht. Für alle anderen, die sich das geben wollen: Herzlich Willkommen zu meinem Protokoll des meist verhassten Tages der Woche - dem Dienstag.

Es ist zwar nur ein Gerücht - aber ich glaube, es ist wahr. Rechnungswesen ist schlecht für uns.

7.15 Uhr. Mein Wecker klingelt und ich bin kurz nicht sicher, wo ich bin. Ach ja, in meinem Bett. Hab ich den Wecker etwa schon wieder falsch gestellt? Kurzer Kontrollcheck: Leider nein, leider gar nicht. Der Wecker hat Recht und ich habe Unrecht. Da ich in einer halben Stunde los muss, geht das gleich von 0 auf 100. In all den Jahren Schule und Uni habe ich meine Morgenroutine auf die Sekunde genau abgestimmt. In einer halben Stunde schaffe ich Duschen, Anziehen, einigermaßen herrichten und Tasche packen (Frühstück ist für Muschis). Die Routine geht dabei mittlerweile sogar soweit, dass ich dafür nicht mal richtig wach sein muss. 

Arschlochwecker klingelt immer dann, wenn es mir nicht passt.
7.45 Uhr. Fertig und ab dafür. Noch ein schneller Blick in den Spiegel um zu checken, ob man nicht aussieht wie Lady Gaga und dann mit fünf Minuten Verspätung die Fahrgemeinschaft starten. Sobald jede der drei anderen Studentinnen das Auto betritt, werden drei Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht und dann gilt die stillschweigende Übereinkunft, dass ab jetzt Fresse halten angesagt ist. Ich wünschte, der mir unbekannte Blödmann hätte mir nicht die Antenne geklaut und ich könnte den Mädels bessere Musik anbieten. So müssen sie allerdings Limp Bizkit und irgendwelche Dubstep-Remixe ertragen (ich will die Playlist auf meinem MP3-Player schon seit fünf Wochen ändern, aber irgendwie wird das Vorhaben immer wieder aus meinem Kopf gelöscht, sobald ich Jacques verlasse).


In meinem Ohren ist das Musik!


8.45 Uhr. Anfang erste Stunde. Ethik. Alle Studenten sollten eine Präsentation vorbereiten und eine unglückliche Gruppe muss sie halten. Anki und ich haben das so Pi mal Daumen am Abend vorher noch schnell halbherzig zusammengeschustert - wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass wir drankommen? Da ich vorher noch mit A. auf dem Raucherhof geschnackt habe, bin ich einen Ticken zu spät und muss in den ersten Reihe sitzen. Genau im Blickfeld von Herrn K. Herr K. findet, dass unsere Gruppe ruhig mal was vortragen könnte. L. wird ganz nervös und muss mal wieder den Klaas auf meinem Ordner streicheln. Alle Mädels streicheln den Klaas, wenn sie ihn sehen - der ist schon ganz abgenutzt, wenn man mal genau hinsieht. Anki ist nicht da, also muss ich den Rotz alleine machen. Ich streichle also lieber auch noch mal schnell den Klaas. Brilliere total, indem ich die Folien mit dem mittelmäßig gelösten Aufgaben vorlese. Der Dozent lacht mich und meine Präsentation verdientermaßen ein bisschen aus. Aber da stehe ich drüber. Das weiß der auch, sonst würde der das nicht machen.

Lieber noch mal schnell den Klaas streicheln (schon ganz abgenutzt).

10.20 Uhr. Endlich bin ich erlöst und raus aus dem Vorlesungsraum. Kurze Pause. Wie jeden Dienstag suche ich A., die auch Pause hat, aber nicht immer. Ihr Dozent überzieht gerne und deswegen habe ich schon viele Pausen damit verbracht, auf A. zu warten, die nicht auftaucht. Was für eine Überraschung, heute taucht sie auch nicht auf. Das ist doof. Muss ihr doch das von der Präsentation erzählen. Es macht A.s und meine Tage gleich viel besser, wenn eine von uns die andere auslachen kann. Na dann knalle ich mir halt überteuertes Koffein aus dem Automaten und ein Thunfischbrötchen rein. D. kommt vorbei und sagt  irgendwas blödes. D. mag keinen Thunfisch. Deswegen hauche ich ihr aus Rache ins Gesicht. Das ist eklig, aber ich bekomme meine Genugtuung.

An so Tagen braucht man viel Koffein (im Moment im ganz hübschen Design)

10.40 Uhr. Übungsstunde Dienstleistungs- und Handelsmarketing. Ich habe die Aufgaben gemacht, allerdings hätte ich mir das schenken können. Pro Lösung habe ich etwa so drei Stichpunkte aufgeschrieben aber Frau A. ballert da immer so viele Informationen raus, dass ich mehr Ergänzungen als Geschriebenes habe. Ich kann gerade aber nicht so viel aufnehmen und Whats-Appe lieber mit A. über das Video von Justin Bieber, wo der in Arizona auf die Bühne kotzt. Als ich von dieser Konversation wieder in die Stunde auftauche, sind wir irgendwo, wo ich mich nicht auskenne und ich bin verwirrt. Erst denke ich mir, dass sich das nicht lohnt und will die Gala-App checken, aber dann bin ich doch wieder back in the Game. Kurz damit angeben, dass ich ein PDF über den demographischen Wandel und die Auswirkungen auf die Handelslandschaft gelesen habe und mein Karma ausgleichen.

Mehr Anmerkungen als Hausaufgaben. Hätte ich mir also sparen können...

11.30 Uhr. Vertriebsmarketing. Langweilt mich zu Tode, weil ich mein Praktikum ja im Vertrieb gemacht habe und mich dementsprechend ein bisschen unterfordert fühle. Überlege kurz, ob ich mir die Stunde schenke, gehe dann aber lieber doch hin - vielleicht verpasse ich was Wichtiges. Nach zehn Minuten stellt sich raus: Ich hätte nichts verpasst. Außerdem ist mein Kopf so irre voll mit diesem ganzen Informationen. Versuche trotzdem aufzupassen, aber das funktioniert nicht. Ich höre maximal drei Sekunden zu, dann driften meine Gedanken wieder ab. Drei Sekunden Vertriebscontrolling, fünf Minuten darüber nachdenken, was ich heute zu Abend esse. Drei Sekunden dazu zwingen.aufzupassen, fünf Minuten sinnlosen Quatsch denken, dann in der Gegend rumstarren. Einzige erfreuliche Erkenntnis der Stunde: Mein Balisto ist offiziell UTZ-zertifiziert. Es ist also ein Scooterbalisto. Das finde ich witzig. Vertriebsmarketing und ganz besonders Vertriebscontrolling nicht. Anbei schöne Grüße an meinen Praktikumschef: Guck ma' ich kann jetzt Vertrieb auch theoretisch. Ist das nicht abgefahren? Nein? Hab ich mir fast gedacht. 

Utz Utz Utz Utz - mein Balisto spricht fließend Scooter

Das war also der erste Einblick in so einen wahnsinnigen Tag an der Uni. Und wenn ihr denkt, dass das schon nicht so viel Spaß macht, dann wartet mal auf den zweiten Teil. Das war hier nämlich nur die Einleitung. Over And Out :)

Montag, 1. Oktober 2012

Wenn ich das anzünde
IST ES EIN NOTFALL!

Freunde der Sonne, bin ich aber angepisst! Man, man, man, da wäre ich heute am Liebsten den ganzen Tag schreiend im Kreis gelaufen. Ihr wisst ja, das die Parkplatzsituation an meiner lieben Hochschule nur so mittel ist. Ab 12 Uhr bekommt man nur noch Parkplätze, wenn man besonders kreativ ist, was die Abstellung seines Autos angeht. Bis jetzt fand ich das immer sehr amüsant, wenn Autos so krass am Rand geparkt hatten, dass man schon befürchten musste, dass die gleich in den Graben fallen oder sowas ähnliches. Aber heute war amüsant vorbei, denn heute hat mich so ein Auto nämlich einfach mal voll total zugeparkt und ich hatte somit ein Problem. 

Und Nein, es passt NICHT.
Denn was soll man machen, wenn man da nicht rauskommt? Ich kenne noch die Ansagen aus dem ersten Jahr, in der regelmäßig ungehorsame Imwegrumsteher ungeniert ausgerufen wurden und man meistens selber recht kreativ geparkt hatte und hoffte, dass man nicht der Übeltäter war. Heute funktioniert das System leider nicht mehr. Erst habe ich versucht, da rauszukommen - aber keine Chance. Wenn man das so von Außen sieht, sieht das eigentlich echt so aus, als würde man das locker packen - tut man aber doch nicht. Es fehlten genau drei Zentimeter zu meinem freien Nachmittag. 

Erst war ich ja optimistisch und hoffte, dass die Security den Zuparker ausruft, der mit hochrotem Kopf das Auto wegsetzt und meine Mitfahrerin es noch pünktlich zu dem mir unbekannten Fernsehformat "Shopping Queen" nach Hause schafft (das ist ihr sehr wichtig) und ich mich ab drei Uhr in die Sonne chillen kann, da ich vom Wochenende noch recht lediert bin (Mitarbeiter-Nachtreffen des Jugendreisenveranstalters). Doch nix da. Leider können die netten Menschen von der Security da nichts ausrichten, da der dumme Autofahrer nur ein Hindernis für mich und nicht für die Allgemeinheit ist und für ein zugeparktes Auto niemand ausgerufen wird. 

Der Typ sollte nur noch mit dem Rad zur Uni kommen! Aaaaaah!

Das fand ich dann schon ein bisschen doof. Denn erstens konnte meine Mitfahrerin nicht Shopping Queen schauen und zweitens musste ich in meinem Zustand unfreiwillig den Tag in der Uni verbringen und mich gepflegt langweilen. Dann sind wir also wieder rein, weil wir nicht vor dem Auto campen wollten - wir sind ja hier schließlich weder beim Justin Bieber-Konzert, noch vorm Apple Store. Erst habe ich wenigstens noch Benni gefunden, der mich ein bisschen aufheitern konnte, weil er mich erst mal bestimmt zehn Minuten am Stück ausgelacht hat, weil ich Gift und Galle gespuckt habe und ziemlich viele Kraftausdrücke benutzt habe, bis ich merkte, dass ein Dozent neben ihm stand. (Schöne Grüße noch mal an Herrn W. Das mit dem $&/§%§%§ nehme ich übrigens nicht zurück. Das stimmt nämlich). 

Nachdem ich meine Misere dann in Facebook gepostet hatte, kamen natürlich auch viele Ratschläge. Ich möchte mich noch mal bei allen bedanken, die "Das passt bestimmt!", "Schieb den anderen doch weg!", "Lass den Typen doch ausrufen" oder wahlweise auch "hebt die anderen Autos doch hoch" gesagt haben. Diese Ratschläge habe ich tatsächlich von jedem bekommen, dem ich mein Leid geklagt habe. Und ich habe VIELEN Menschen mein Leid geklagt, weil ich mich schlau wie ein Fuchs in der Lobby vor den Jacken positioniert habe und somit viele Menschen meinen Weg kreuzten, denen ich die Ohren vollheulen konnte. 

Wir fahren schon zu fünft in nem Corsa - mehr Effizienz geht nicht.
 Menschen, die nicht in Venlo studieren, werden sich jetzt fragen: "Wieso ist das schlau, sich vor den Jacken in der Lobby zu positionieren?" Das ist ganz einfach: Irgendwie ist das so eine niederländische Angewohnheit, seine Jacke in der Lobby aufzuhängen. Und da das mich zuparkende Auto aufgrund des gelben Nummernschilds eindeutig einem Niederländer gehörte, MUSSTE der Besiter ja zwangsläufig an mir vorbeikommen. Zudem hatten wir mittlerweile auch die niederländischen Securitymenschen auf unserer Seite, die auf ihren Kameras den lieben Jacques mit Argusaugen beobachteten und mir sofort Bescheid geben wollten, sobald ich frei war. 

Vielleicht wollten sie auch einfach nur, dass die Situation nicht eskaliert. Ich war nämlich schon auf dreihunderttausendachtzig und wollte irgendjemanden leiden sehen. Trotzdem habe ich meine Wut erst mal runtergeschluckt, weil ich ja von einem Niederländer zugeparkt wurde. Wenn ich sofort ausgetickt wäre und ein Mitstudent dem wirklich einen Haufen auf die Motorhaube gemacht hätte (danke noch mal an P. - dieser Vorschlag war wirklich produktiv), hätte das vielleicht ein schlechtes Licht auf mich geworfen von wegen politisch motiviert und so. Ich habe mir so gedacht, dass ich nicht böse zu dem sein kann, weil ich in seinem Land studiere, seine Sprache nicht richtig sprechen und mich deswegen aus Strafe ruhig mal zuparken lassen kann (Wenn mich ein Deutscher zugeparkt hätte, wär ich sofort ausgetickt und hätte dem den Spiegel abgetreten).

Letzte Woche war irgendwie besser...

Aber das hätte ich mir eigentlich sparen können. Die eindeutig niederländischen Menschen von der Security haben sich auch über den Niederländer aufgeregt und wir haben vor Jacques stehend WITZE GEMACHT. Oh man, ich habe noch nie Witze mit der Security gemacht (Bis jetzt war ich ja auch immer einer der Übeltäter, wenn ich dann mal mit ihnen kommunizert habe und jaaaa, ich gelobe Besserung in Sachen nicht mehr in der Mediathek essen und so). Die Security hat dann Witze über die deutsche Kunst des Autofahrens gemacht (fand ich charmant) und ich habe einen Witz über die niederländische Autofahrkunst gemacht (fanden die leider nur so semi-amüsant, ich mich dafür umso mehr*). Zudem fand mein niederländischer Fontys-Freund aus Schweden via Facebook auch, dass der Zuparker ein unehelich geborenes Kind ist.

Und da ich dann anscheinend Absolution von allen niederländischen Seiten bekommen hatte und genug klar gemacht hatte, dass meine Ausraster nicht politisch, sondern einfach nur menschlich motiviert waren, konnte ich auch voll loslegen. Erst wollte ich das Auto neben mir anzünden, damit die Security endlich ihren Notfall hat und das Auto ausrufen lässt. Danach habe ich vom niederländischen Fontys-Freund in Erfahrung gebracht, was das vulgäre Wort für Vagina auf niederländisch heißt ("kut" aber ich soll lieber "kutzak" sagen, was sowas wie Anusöffnung heißt. Das niederländische vulgäre Wort für das weibliche Geschlechtsteil wird nämlich nur im Sinne von "Notdurft" benutzt - wieder was gelernt!), damit ich es dem Zuparker auf die Motorhaube einritzen kann und schließlich wollten Benni und ich Superman anrufen, damit der das Auto wegträgt (und den Zuparker vielleicht verhaut).

Naja, aber ist alles noch mal gut gegangen. Ich war nach drei Stunden warten, vielen kreativen Vorschlägen und der tatkräftigen Mitarbeit der Security wieder frei. Ich gehe jetzt mal weiter schlechte Laune haben. Over And Out :)

*Welches Kennzeichen bekommt man, wenn man in Deutschland drei Mal durch die Führerscheinprüfung fällt? - Ein gelbes!"

Donnerstag, 27. September 2012

Fernsehguck'n is' irgendwie auch Arbeiten...

Hallo Friends of the eternal Sunshine. Morgen ist mal wieder ALA6-Meeting und ich drehe schon wieder durch. Ich bin mal wieder ein Mineralwasser und benehme mich schon wieder total bekloppt, weil ich versuche, wie ein Mineralwasser zu denken. Heute bin ich aber ein Mineralwasser in Vollzeitbeschäftigung, da bei mir demnächst noch eine Präsentation über Arbeitszeitmodelle ansteht und ich die auch noch irgendwie vorbereiten muss. Deswegen komme ich hier gerade ein bisschen durcheinander und bin total matsche im Kopp.

Und da habe mich mir gedacht, dass ich mal in dem entspannten Modus meines angehenden Berufszweigs wechsle, mir lustige Videos anschaue und das dann auch noch Recherche schimpfen kann. Da habe ich mich schon ein bisschen gefeiert. Jaaaahaaaa, liebe ALA6-Gruppe, ich hab da total knallhart recherchiert. Zwar sind wir und unser fiktives Mineralwasserunternehmen nur vierter im deutschen Markt und können uns mit unseren popeligen Werbebudget von 4 Millionen Euro wahrscheinlich nicht mal die ersten drei Sekunden so eines Spots leisten können - aber man wird ja wohl noch mal träumen dürfen... Ansonsten bastle ich das mit Paint einfach nach. Ich kann Paint nämlich total gut. Guckt ihr hier:


Das ist übrigens nichts Anrüchiges - ich weiß doch, was da wieder in eurem Kopf vorgeht! Ich musste diese Woche meine unschlagbaren Paint-Skills rausholen, weil mir meine Bananenhose einen gigantischen Triumph eingebracht hat. Würde mein Nachbar mich nämlich nicht immer so blöd ignorieren, hätte er auch nachfragen können, wo zur Hölle ich in diesem Aufzug hinmöchte. Ich hab genau gesehen, dass den das brennend interessiert hat. Tja, muss der halt dumm sterben (ihr übrigens auch. Ist auch nicht so wichtig, wo ich in Schlafanzughose hinwollte). Nimm das, du ignoranter Nachbar! Nun ja, hier also aber zu meinen Recherche-Ergebnissen (den letzten finde ich übrigens sehr verwirrend und auch verstörend):












Und für die, die bis unten durchgehalten haben: Mit der Schlafanzughose bin ich nur zu A. zum Gammeln und Schiwedertochter Gesucht schauen gefahren - ihr tapferen Menschen müsst also nicht dumm sterben (Sorry, dass die Antwort so unspektakulär ist...) Over And Out :)

Sonntag, 23. September 2012

Keine Zeit. Ich bin raus.


Hallo Leute. Eigentlich sollte ich jetzt hier an dieser Stelle berichten, was die Uni so gebracht hat. Aber ich kann nicht. Keine Zeit. Eigentlich wollte ich mir heute nur einen faulen Sonntagmorgen mit einem neuen Buch, einer Tasse Tee und der legendary Banenhose gönnen und mich dann an die Arbeit machen. Aber Pustekuchen. Das Buch ist so gut, dass ich mal eben 200 Seiten durchgeballert habe und unbedingt HEUTE noch herausfinden muss, wie es ausgeht. Da das Buch 512 Seiten hat und ich noch Schwiegertochter Gesucht mit A. schauen muss, habe ich also einen engen Zeitplan heute. Keine Zeit für Rumgelaber.

James Frey war leider stärker als ihr. Ich muss das jetzt hier mal zu Ende lesen.

Deswegen hier kurz: Jaja, alles gut. Ich tue nicht mehr so, als wäre ich ein Mineralwasser und habe gelernt, dass Mineralwasser doch ganz cool sein kann. Also bekomme ich euch an diesem etwas durchwachsenen Sonntagnachmittag zwar nicht mit meinem Geschreibsel - dafür aber mit Fernsehen beschäftigt. Gebt's doch zu, das ist euch eh viel lieber. Weniger denken ud so. Checkt also mal aus, was man alles aus Mineralwasser machen kann. 



Ich sehe da also Licht am Ende des Tunnels in Sachen Sexyness und Mineralwasser (wobei A. gesagt hat, ich soll aufhören, ständig "sexy" zu sagen, weil die das peinlich findet. Mach ich trotzdem. Schließlich bin ich dieses Semester total überwichtiger Werbefutzi). Ich bin jetzt raus. Muss.wissen.wie.es.weitergeht. Over And Out :)

Donnerstag, 20. September 2012

Ich bin ein Mineralwasser - Holt mich hier raus!

Hallo Leute, ich kann nicht mehr. Wie ich vorher schon mal angedeutet habe, steht uns Marketern im letzten Semester ein Pitch als Projekt bevor. Für die glücklichen Menschen, die nicht wissen was das ist, weil sie noch nie einen machen mussten, erkläre ich das noch mal eben kurz: Ein Unternehmen will ein Produkt verkaufen und lädt ein paar Werbeagenturen ein, die sich um den Werbeauftrag kloppen, indem sie sich mit im besten Fall super Werbe-Ideen batteln. 

In unserem Fall sind sowohl Unternehmen als auch Produkt fiktiv, der Pitch aber nicht. Meine reizenden 11 Teamkollegen und ich haben jetzt die ehrenvolle Aufgabe, uns mit zwei anderen Gruppen um den fiktiven Auftrag zu kloppen, die ebenfalls das super Produkt "Mineralwasser" zugeteilt bekommen haben. Schon als ich das Wort "Mineralwasser" gehört habe, wollte ich meinen Kopf erst mal so richtig schön auf die Tischplatte knallen lassen. Wasser ist jetzt nicht unbedingt so ein Knallerprodukt, bei dem bei mir ein Ideenfeuerwerk losgeht. Um ganz ehrlich zu sein, ist Mineralwasser schon ZIEMLICH unsexy. Das macht halt, dass man nicht mehr durstig ist und das war's dann auch schon mit dem Zusatznutzen. Wie soll ich das bitte der breiten Masse verticken?

Mineralwasser? Die Recherche unterstützt meine These, dass Wasser unsexy ist.

Tja, wir müssen da aber trotzdem was draus machen. Ich würde euch ja gerne in die Entwicklung der Projektarbeit einbeziehen, so wie bei HLA10 damals, aber beim Pitch läuft der Hase so absolut voll total ganz anders. Da wir mit den anderen Gruppen konkurrieren, machen jetzt alle einen auf MI6 und alle Projekt-Entwicklungen sind somit Top Secret, damit auch ja niemand etwas von uns klauen kann. Fehlt nur noch, dass wir uns ganz in schwarz gekleidet in den Besprechungsraum abseilen und uns nach Verfolgern umsehen, wenn wir uns zum Team-Meeting treffen.

Bis letzte Woche gab es allerdings noch nicht so viel zu klauen, die Vorbereitungen liefen doch recht schleppend. Während andere Gruppen schon ganze Marketingkonzepte innerhalb einer halben Woche hervorgezaubert haben, hatten wir nicht mal einen Gruppennamen. Letzte Woche haben wir es dann geschafft, uns endlich mal zusammenzusetzen und wenigstens schon mal die Grundsteine zu legen. Da der Druck allerdings noch nicht hoch genug ist, macht Gruppe Playbär natürlich erstmal wieder genau das, was sie nicht machen soll, nämlich nur Quatsch. 

Ich hab mich da schon mal beim Logo kreativ in B2B-Marketing ausgetobt.

Die Suche nach einem Gruppennamen gestaltete sich recht schwierig, da eigentlich alle immer nur dumme Ideen hatten, die mit irgendwelchen Schlüpfrigkeiten zu tun hatten. Zur Auswahl standen produktive Namen wie "Bums 69" "DMMKBIGF (Deine Mudda macht Kniebeugen im Gurkenfeld)" oder auch "Willige Werbefutzis" - konnte man alle voll total knicken, aber Hauptsache wir hatten Spaß. 

Problem für mich ist allerdings, dass ich für den Namen und so ein Gedöns verantwortlich bin, da ich in meiner Abwesenheit zum Creative Director ernannt wurde. Wer nicht weiß was das ist: Ich bin jetzt Head of Quatsch und Chaos. Das hört sich zuerst natürlich erst mal voll cool an, weil ich sozusagen der Chef-Clown in der Truppe bin, allerdings habe ich jetzt das das böse Wort mit "V". Die müssen ja vollkommen besoffen gewesen sein, als die mich dazu ernannt haben. Wer lässt sich schon was von jemanden sagen, der in seiner Freizeit auch mal gerne einen Mankini über der Bananenhose trägt? 

Ich hab bei "Pimp My Teamer" eindeutig gewonnen. Nur zu welchem Preis?

Allerdings macht die Ernennung irgendwie Sinn, weil ich schon ein bisschen kreativ bin. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, knallen mir schließlich ständig die Synapsen durch und ich komme mit irgendeiner hirnrissigen Idee um die Ecke. In meinem Kopf ist es zu 90% der Zeit total lustig. Da passieren immer nur abgefahrene Sachen und mein Hirn spuckt am laufenden Band Ideen aus, so wie bei JD von Scrubs. Meistens haben diese Ideen aber leider so absolut gar nichts mit dem Thema zu tun, trotzdem finde ich meinen Einfall  aber unwahrscheinlich awesome. Dumm nur, dass die meisten Leute nicht in meinem Kopf wohnen und somit gar nicht verstehen, wie awesome die Idee genau ist, weil sie bei dem Bild in meinem Kopf nicht dabei waren. 

Ich könnte versuchen, es aufzumalen, aber der liebe Gott hat mir zwar super kreative Anlagen gegeben, bei den motorischen Fähigkeiten aber total gegeizt. Hätte ich dieses Jesus-Bild restauriert, wäre bei mir bestimmt auch sowas rausgekommen. Ich bin schon froh, wenn ich ein Strichmännchen fehlerfrei hinbekomme. Nun ja, aber ich versuche trotzdem, all meine kreative Energie jetzt auf das Mineralwasser zu konzentrieren.



Momentan will wieder keiner mit mir Fernsehen schauen, weil ich permanent darauf bestehe, dass ich die Werbung sehen will. Normalerweise nerve ich als Marketer schon, weil ich Werbung sehen möchte und dabei auch noch die ganze Zeit Kommentare ablasse, von denen Nicht-Marketer etwa nur die Hälfte verstehen und die andere Hälfte einfach nicht wissen wollen (Pft. Ich bringe trotzdem weiter Marketing-Fun Facts unter die Menschen). Aber jetzt bin ich besonders schlimm, weil ich einen Spot sehe und dann wieder was in meinem Kopf losgeht. 

Derzeit denke, lebe und fühle ich wie ein Mineralwasser. Ich BIN ein Mineralwasser. Das hörte sich jetzt ganz schön freaky an, oder? Ich glaube, ich brauche echt mal ne Pause. Das geht zu weit. Ich wollte da jetzt mal zurückschalten und vielleicht mal ein Rooibos-Tee sein. Der ist ruhiger und fizzelt nicht so viel. Whatever. Ich bin durch. Ich gehe jetzt irgendwo hin, wo es keine Erfrischungsgetränke gibt. Have a Break - Have A Kit Kat. Neeeeiiiiiiiin. Es hört einfach nicht auf. Ich muss hier raus. Over And Out :)

Sonntag, 16. September 2012

Ja man - meine Eltern wohnen noch bei mir!

Ihr habt es ja sicher schon mitbekommen: Dieses Semester wohne ich wieder bei meinen Eltern. Ist das nicht wundervoll? Ihr könnt sicher nachvollziehen, dass ich mir am liebsten jeden Tag auf's Neue den Partyhut aufsetzen möchte. Nicht. Aber das Semester geht halt nur vier Monate und danach mache ich mich schon wieder auf in die große weite Welt des Bachelorpraktikums und irgendwie wollte ich mir nicht den Stress antun, für vier Monate umzuziehen.

Wieso sollte ich auch, wenn ich wieder bei meinen Eltern einziehen konnte, die gar nicht mal so weit von der Fontys entfernt wohnen? "Ist doch mal ganz witzig, so eine WG mit den eigenen Eltern" habe ich mir so ganz naiv gedacht und bin nach meinen Auslandssemester in Schweden ganz unbedarft wieder ins idyllische Haus meiner Eltern eingezogen. Der ganze Spaß ging genau drei Tage gut. Dann wollten sowohl meine Mutter als auch ich diese Entscheidung sofort wieder rückgängig machen. Wenn man wie ich eigentlich seit vier Jahren aus dem Elternhaus raus ist und da jetzt wieder mit vollen Karacho zurück ins einstige Nest gecrasht ist, gibt das natürlich auf beiden Seiten nur Totalausraster. 

Das Wahrzeichen sagt schon alles. Ich hätte wissen sollen, dass es ein Fehler ist, wieder in die Heimat zu ziehen.

"Samira! Wie sieht das denn hier aus?! Räum mal dein Zimmer auf!!!" so oder so ähnliche Kommentare bekomme ich in letzter Zeit immer wieder von meiner Mutter zu hören und fühle mich wieder wie 14. Und weil ich mich wie 14 fühle, reagiere ich auch wie eine 14-Jährige: Nämlich mit purer Ignoranz. Wenn Mutter sagt, dass ich aufräumen soll, räume ich erst recht nicht auf. Denn was soll meine Mutter schon großartig machen? Mich ohne Essen ins Bett schicken? Mir Fernsehverbot geben? Mit Hausarrest drohen? Pft. Beeindruckt mich nicht wirklich. Ihr seht schon, das Zusammenleben mit meinen Eltern muss da nämlich erst mal neu definiert werden. Denn beide Seiten müssen sich jetzt erst mal wieder dran gewöhnen. 

Ich muss mich daran gewöhnen, dass ich kein gleichberechtigtes Stimmrecht wie in meinen früheren WGs habe, sondern die bin, die keine Miete zahlt und mein Stimmrecht und ich somit in der ganz untersten Kaste rumhängen - noch hinter dem Postboten und dem Typen, der unseren Garten neu macht. Denn der Postbote und der Gartentyp tragen nämlich wenigstens was zur Verbesserung des Ist-Zustands des Hauses bei. Ich wiederum bringe, wenn es nach meiner Mutter geht, nur Chaos ins Haus. Wenn sie Chaos sagt, meint sie, dass ich letztens beim Ausräumen der Spülmaschine (Ha! Da habt ihr es schwarz auf weiß! Ich habe etwas im Haushalt getan!) den Kartoffelschäler in die Schublade für Kochbesteck geräumt habe, es aber in die Schublade für Essbesteck gehörte. 

Früher wurde ich noch im Haus geduldet - da war ich noch süß und man konnte mich lustig anziehen. Heute bin ich groß, immer nur besoffen und mache Dreck (wenn es nach meinen Eltern geht).

Als meine Mutter dann schnell den Kartoffelschäler brauchte (wir kennen sie ja alle, diese Kartoffelschäler-Situationen, in denen es um Leben uns Tod geht!), war er nicht aufzufinden und meine Mutter dementsprechend unerfreut. Erst habe ich mir einen Anpfiff abgeholt und dann habe ich sie darüber aufgeklärt, dass wenn sie schon nach der funktionalen Ähnlichkeit sortiert, sie sich auch bitte daran halten und nicht plötzlich ins Chaos-System wechseln solle, bloß weil ihr danach ist - wir sind ja hier nicht bei amazon! Ich persönlich fand mich und meinen Marketer-Witz zum totlachen. Meine Mutter hatte allerdings in dem Moment den Gesichtsausdruck drauf, wie das Mädel beim Exorzisten. Danach der berühmte und verhasste "Mein Haus - meine Regeln!" Satz. Ich kann froh sein, dass ich kein Fernsehverbot dafür bekommen habe.

Ihr seht schon, dass ich mir die ein oder andere Respektlosigkeit manchmal nicht verkneifen kann. Ihr wisst ja, wie das mit der Familie ist: Zur Familie kann man so richtig maximal blöd sein - sie haben dich ja für den Rest ihres Lebens an der Backe und müssen einen ja trotzdem irgendwie liebhaben. Deswegen frage ich meine Schwester auch unverschämt, ob ihre Bluse eingelaufen sei oder schenke meinem Vater zu Weihnachten ein Apothekenumschau-Abo ("Jaaa Samira, ich habe es verstanden: Ich bin alt"). 

Fernsehverbot kann mich mal. Dann schau ich's halt online. Ätsch!

Naja, ich denke, dass schon deutlich wird, dass ich mein Verhalten seit dem Einzug bei meinen Eltern immer mehr an das eines trotzigen Teenagers anpasse. Aber das ist auch verständlich. Schließlich habe ich wieder einen dicken Batzen an Regeln zu befolgen, gegen die das Sheldon Cooper-Roommate Agreement ein Dreck ist. Oberste Regel ist übrigens: Wenn ich abends mal aus sein sollte und dann vom Feiern wiederkomme, muss ich mich gaaaanz leise reinschleichen. Das gestaltet sich allerdings recht schwierig, wenn man das ein oder andere alkoholische Getränk hatte. Es kommt dann also auch mal vor, dass ich mir selber vorkomme wie ein Ninja, der lautlos den Flur hochschleicht - in Wirklichkeit die Situation aber so grazil wie ein Nilpferd meistere. 


Das ist dann einer der Punkte, die ich nachvollziehen kann. Da hat man dann 25 Jahre hart daran gearbeitet, dass was Ordentliches aus den Kindern geworden ist und ist froh, dass sie endlich vollständig entwickelt in die große Weite Welt ziehen - damit sie dann wieder zu Hause reincrashen und einen Nachts voll besoffen um den Schlaf bringen. Das würde ich mir mit +/- 50 auch nicht mehr geben wollen. Also versuche ich an dieser Stelle ein bisschen rücksichtsvoller zu sein. Schließlich hat bei den Eltern wohnen auch nicht nur Nachteile. 

Manchmal passiert das dann nämlich sogar wirklich, dass man zum dreihundertsten Mal in den Kühlschrank schaut, um zu checken ob sich vielleicht jetzt was findet, das ganz lecker ist - und dann ist das wirklich so, weil Mutter was eingekauft hat! Und ich muss gar nicht mehr auf Bikinis als Unterwäsche ausweichen - meine Sachen sind nämlich immer gewaschen. Wie sagt man so schön? Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Over And Out :)