Donnerstag, 23. Juni 2011

Internationales Jetsetterleben

Ich finde jetzt schon nichts
mehr wieder. Das kann ja
heiter werden...
Noch zehn Tage bis ich mich nach Hamburg aufmache. Das ist mir eben mal so aufgefallen. Zehn Tage... Moment! Oh Gott! Zehn Tage! Das ist nicht mehr lange! Es macht gerade ein bisschen Paaaaaaaaaaaaaanik in meinem Kopf. Oh je - wie soll ich das nur alles schaffen? Ich bin noch gar nicht bereit für Hamburg. Gestern habe ich irgendwie noch Mitte des Semesters gehabt und jetzt soll ich plötzlich nächste Woche schon ins Praktikum? Moment. Stopp. Das geht mir alles zu schnell hier. Lieber Kalendergott, wäre es unter Umständen irgendwie möglich, ein paar Extratage im Juni zu beantragen? Ich hätte gerne noch den 31. bis 40. Juli dazu. Wieso? Weil ich total vercheckt bin und das sonst eine mittelschwere Katastrophe gibt! Für mich spricht, dass ich mein Gemüse immer brav aufgegessen habe und ganz toll Triangel spielen kann. Kriege ich jetzt ein paar Tage mehr im Kalender? Ich war soooooooo lieb dieses Jahr. Nein? Ich war nicht lieb? Das ist natürlich jetzt ein bisschen ärgerlich. Hätte ich dieses Semester doch nicht so viel gesoffen und öfter mal meine Hausaufgaben gemacht... Daran liegt es nicht? Woran liegt es dann? Ach ich habe zu wenig gesoffen und zu viel Hausaufgaben gemacht? Ich bin ein STREBER? Was bist du denn bitte für ein Kalendergott? Zu viel RTL II geguckt oder was? Ach, weißte was, lieber Kalendergott? Ich brauche dich nicht! Dann disponiere ich halt um. So! Ätsch. Ich komme auch ganz gut alleine klar.
In England haben mich auch
immer alle besucht. Wieso
auch nicht? Unterkunft für Lau!
Zumindest habe ich schon mal meine Sachen in Kaki gepackt und sie in mein altes Kinderzimmer bei meinen Eltern geschleppt. Komisches Gefühl noch mal für zwei Wochen wieder so halb bei meinen Eltern zu wohnen. Erinnert mich irgendwie ein bisschen an meine Abizeit. Da saß ich auch ganz gestresst auf gepackten Koffern weil ich ja einen Tag nach meinem Abiball schon ab nach England bin. Damals war alles so aufregend und so beängstigend zugleich. Ui, Samira geht ganz weit weg von zu Hause und macht sich auf in die große weite Welt. Man, man, man, was war das für ein Drama. Am Tag meiner Abreise haben auch alle am Flughafen so getan, als würde ich für immer in den Busch von Papua Neuguinea ziehen wohin es keine Flug- oder Telefonverbindung gibt und sie mich nie wieder sehen würden. Ja, jetzt ist das nicht mehr so. Jetzt sind Freunde und Verwandte mittlerweile schon total abgebrüht. "Aso. Ja. Samira geht mal wieder weg. Ist ja nix neues hier". So wirklich deprimiert ist eigentlich niemand. Meine Freunde sind eher schon total scharf darauf, dass sie ab jetzt jederzeit ein freies Zimmer in Hamburg haben. Ich für meinen Teil habe auch keine sonderliche Angst und bin auch nicht großartig deprimiert. Jetzt zerstreuen sich ja alle wieder mal. A. geht nach Finnland ins Auslandssemester, Anki, Ben und Co. verteilen sich ebenfalls in ganz Deutschland für das Praktikum und auch meine Freunde außerhalb der Uni sind an exotischen Orten wie Neuseeland, Hongkong und Augsburg (exostischster Ort ever) im nächsten Semester anzutreffen. Wieso also traurig sein? Jetzt wird es erst richtig fetzig! Und ich freue mich auch schon auf den Winter, wenn alle wieder da sind und ordentlich was zu erzählen haben. Sonst erlebt man ja immer alles zusammen und so wird es hoffentlich eine Menge Gesprächsstoff geben (Die Anzahl der Biergläser die man bei dem Vollabsturz getrunken hat, wird von Erzählung zu Erzählung verdoppelt und wenn man will, kann man auch noch Schimpansen und totale zugedröhnte Gurus mit einbauen - Wieso auch nicht? War ja keiner dabei, der es bezeugen könnte). 
Nächste Station Hamburg. Aber das ist
nur eine Station von vielen.
Generell schockt es ja auch niemanden mehr, wenn man ins Ausland und/oder in eine andere Stadt geht, besonders nicht an der Fontys. Wir gehen überall mal hin und das ist nichts Besonderes. Wenn ich mit meinem Studium fertig bin, habe ich jeweils eine Zeit in England, in den Niederlanden, in Schweden und in diversen Städten Deutschlands gelebt. Wenn ich da nicht in meinem Lebenslauf angeben kann, dass ich doch ein bisschen überdurch-schnittlich flexibel bin, dann weiß ich es auch nicht. Im Zeitalter von Skype und Billigflügen muss man da ja auch keine großen Trennungsängste haben. Außerdem ist es doch toll, wenn man so viel wie möglich vor Berufsstart mitnehmen kann. Auf ins Abenteuer! Das ist zumindest mein Standpunkt. Ich bin erst glücklich, wenn ich hypothetisch in so gut wie jedem Land auf der Welt eine Übernachtungsmöglichkeit hätte. Dank facebook bricht der Kontakt ja so schnell nicht ab und ich kann immer verfolgen, was die Schwedin in Irland so macht (Ja, sie ist immer noch vergeben. Das ist die Frage, die viele meiner männlichen Kommilitonen die sie kennen gerade bestimmt beschäftigt), wie die Italienerin sich in Australien schlägt und was die Australier da so in England treiben - Dafür können sie dann wiederum sehen, was die Deutsche in Holland da wieder treibt. Sie lesen teilweise auch meinen Blog, aber ich denke nicht, dass sie viel verstehen. Obwohl ich denen eigentlich ein bisschen was beigebracht habe (und sie mir). Die Schwedin kann sagen "Meine Lieblingsfarbe ist rot" (Ich kann "Jäg Alskar Sverige - Ich liebe Schweden"), der Standardsatz der Italienerin war "Rammstein, ich liebe dich!" (Ich konnte da nur mit "Una pizza proscuitto prego" kontern - das übersetze ich jetzt nicht. Das könnt ja selbst ihr) und die Australier glänzten mit "Mein linker Blinker ist kaputt" (auf australisch kann ich nur "G'Day, Mate - Nice thongs!" Auf Australisch: "Hallo du, schöne Flip Flops!" auf Englisch: "Hallo du, schöne Tangas!" - Da muss man also auf die Zielgruppe aufpassen). Ich habe da also echt für's Leben  gelernt. Bin  mal gespannt, was mich im nächsten Kapitel meines internationalen Jetsesettertums noch so erwartet. Aber erst mal muss ich jetzt ein bisschen den Turbogang einlegen. Sonst wird das alles nix. Over And Out :)

Samstag, 18. Juni 2011

Snickers kann Freundschaften retten

Snickers hat diesen Dialog von A. und mir geklaut. Bei längeren Reisen geht das nämlich immer so: "Ich hasse diese Sitze. Die jucken. Und hier stinkt's furchtbar nach Duftbaum. Ich hasse Duftbäume. Und guck mal, wie der Busfahrer aussieht. Ich hasse den Busfahrer" etc. pp. - "Sam?" - "Ja?" - "Wann hast du das letzte mal was gegessen?" - "Was interessiert dich das jetzt?"  "Wann hast du das letzte Mal was gegessen frag' ich dich!" - "Keine Ahnung. Vor sechs Stunden vielleicht?" Pause. "Naaaaa toll. Ab jetzt keine Konversation mehr bis wir Essen in dich reinbekommen haben" - "Du hast mir gar nichts zu sagen!" - "Sam! Klappe halten! Ich hasse dich gerade vorübergehend". Wir sollten öfter mal ein Snickers einstecken.

Over And Out :)

Donnerstag, 16. Juni 2011

Lethargiegefröne

Toll. Mir den Arm vollzustempeln hat
mir zehn Minuten Beschäftigung
gebracht.
Ich habe frei. Ich habe nichts zu tun. Gar nichts. Das habe ich mir auch verdient nach den letzten wirklich stressigen Wochen. Jetzt kann ich endlich mal den ganzen Tag ausspannen und muss nicht an die Uni denken. Und vor allem muss ich auch nichts für die Uni tun. Ist das nicht toll? Naja. Es hört sich toller an, als es wirklich ist. Denn mir ist sooooooo langweilig. Wir schreiben Tag zwei des abgeschlossenen Semesters und ich weiß absolut nichts mit mir anzufangen. Wie habe ich das denn vorher gemacht? Ich meine, das sind ja nicht die ersten Ferien meines Lebens. Aber dieses Jahr ist es irgendwie ganz besonders schlimm. Das Semester über habe ich schließlich mindestens 6 Millionen Mal gesagt: "Ach, das machst du, wenn das Semester vorbei ist". Und jetzt? Fällt mir nicht eines dieser Dinge ein. Und so sitze ich in meinem Zimmer rum und starre an die Decke. Ich meine, es gibt eigentlich genug zu tun, aber das macht alles keinen Spaß und ist auch alles nicht so dringend. Zimmer putzen und aufräumen? Lohnt jetzt noch nicht so ganz. Ich kann den Fußboden noch sehen. Das Marketingbuch lesen, das meine Mutter mir ausgeliehen hat? Ich hab Ferien. Ich les' doch jetzt kein Marketingbuch. Das wäre unsinnig. Meine Lohnsteuerkarte suchen? Wieso sollte ich, ich beantrage irgendwann eine neue. Irgendwann. Meine Sachen schon mal langsam zusammenpacken und umzugsbereit machen? Nein danke, das würde mich jetzt nur in eine tiefe Depression stürzen von wegen ich bin nur noch zwei Wochen hier. 
So sieht die letzte Woche
der Klausuren aus. Burn Out Deluxe.
Und so habe ich wohl innerlich beschlossen, dass ich lieber an die Decke starre und nichts tue. Dabei habe ich auch festgestellt, dass ich trauriger Weise keine Hobbys mehr habe. Die Uni nimmt in den letzten drei Monaten des Semesters immer einen so großen Teil meines Lebens ein, dass ich zu nichts anderem mehr komme. Das Semester hat dann seinen absoluten Burn Out Klimax, wenn die letzte Klausurwoche ansteht. Da weiß man eigentlich nicht mehr, wo einem der Kopf steht, muss alle Projekte auf ein Mal abschließen und man hat jedes Mal den Lila Rochen (Ist es ein Rochen? Ich meine, ich hätte mal gehört es wäre ein Rochen. Vielleicht ist das Fontys Logo aber auch ein fliegender Alienfisch. Das finde ich wahrscheinlicher) vor sich, wenn man die Augen schließt. Und dann ist mit einem Mal alles vorbei. Von 100 auf 0 in 30 Sekunden sozusagen. Da muss man ja verständlicher Weise auch erst mal wieder klarkommen. Ich muss mich erst langsam wieder an dieses viel zu viel Freizeit-Ding rantrauen. Ich muss wieder lernen, mal so richtig ordentlich der Lethargie zu frönen und nicht jedes Mal nach zehn Minuten beschließen, dass mir voll langweilig ist. Und ich sollte echt an meiner Aufmerksamkeitsspanne arbeiten. "So, jetzt lese ich einfach mal dieses gute Buch. Das wollte ich schon seit Ewigkeiten. Lesen...lesen...lesen... Oh! Ein Staubfussel. Wie interessant! Den muss ich mir jetzt aber mal genauer anschauen". Man merkt also: Wenn ich keine Deadline habe, bin ich mit einem Mal total unmotiviert. Ich bin Master of Aufschieben. Vielleicht sollte ich A. mal fragen, ob sie mir Freizeitdeadlines setzen kann. So von wegen "Bis dann und dann hast du dieses Buch aber gelesen, junges Fräulein!". Und ich setze ihr diese Deadlines dann auch. A. und ich haben nämlich gestern zusammen ein Bierchen getrunken und uns gegenseitig vollgeheult, dass wir nichts mit uns anzufangen wissen. Normalerweise ist es andersrum. Dann sitzen wir zusammen und beschweren uns darüber, dass wir viel zu viel zu tun haben. Wie so zwei griesgrämige Rentner im Park. Das macht aber zugegebener Maßen echt Spaß. Ihr solltet es auch mal probieren. Es geht nichts über sich ab und zu mal ordentlich beschweren.
Kofferraum ist noch nichts bis
zum Maximum gepusht. Wieso also
Altglas und so wegbringen?
Und auch während ich diesen Eintrag schreibe, kann ich mich nicht ganz darauf konzentrieren. Bis jetzt kamen mir schon die Fotostrecke "Stars Im Trinkgenuss" auf gala.de (wirklich spannend. 43 Fotos mit Stars, die Getränke in der Hand halten. Weltbewegend.), die Neon-Beilage "Unnützes Wissen" (Wusstet ihr, dass sich australische Meeresstrudelwürmer mit ihren Geschlechts-teilen duellieren?) und mein Nachbar, der akribisch seinen Rasen mäht und den ich dabei immer gerne bespanne um mich über ihn lustig zu machen mir bei der Verfassung dieses Beitrags in die Quere. Ich leide heute wirklich unter extremem ADHS. Ich hatte mir eben auch vorgenommen, endlich die Pfandflaschen und das Altglas wegzubringen, das ich schon ewig in Jacques Chirac spazieren fahre. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Ich kriege den Kofferraum noch zu und deswegen ist das mit Altglas und Co. noch kein mich unmittelbar betreffendes Problem. Mich muss der Missstand dieser Tage schon wirklich anspringen, bevor ich da eine Veränderung vornehme. Aber was soll's. Solltet ihr mich demnächst aufsuchen wollen und feststellen, dass ich unter meinem eigenen Müll begraben liege und an die Decke starre - macht euch nichts draus. Samira hat nur Ferien. Dieser Zustand ist mit großer Wahrscheinlichkeit temporär. Over And Out :)



Sonntag, 12. Juni 2011

"Für diesen Fisch bin ich Gott!"

Gruselig, aber wie ihr seht
hat der Nervenkitzel gewonnen.
Sonntag, 15 Uhr 30. Langsam habe ich mich von Freitagnacht erholt. Aber die Betonung liegt wirklich auf langsam. Freitag war Semesterabschlussparty unserer Kohorte und ich habe noch mal alles gegeben bevor ich mich vom Acker mache. Das kommt vielleicht für viele jetzt überraschend, aber ich habe mein Praktikum dingfest gemacht: In zwei Wochen geht es für ein halbes Jahr auf nach Hamburg. Deswegen musste ich Freitag ein wenig eskalieren. Schließlich sehe ich die meisten meiner lieben Kommilitonen jetzt für über ein Jahr nicht. Die Eskalation war in dem Maße eigentlich auch nicht geplant, aber ihr wisst ja wie das ist. Wenn der Party-Stein erst mal  ins Rollen gekommen ist, ist er so schnell nicht mehr aufzuhalten. So kam es auch, dass Anki und ich zum Shareholdermeeting unserer Mini am Freitagnachmittag aufbrachen und irgendwann am Samstagmorgen voll wie zwei Eimer erst wieder nach Hause kamen. Ungeplant natürlich. Eigentlich wollten wir zum Shareholdermeeting, dann nach Hause, uns umziehen und dann auf die Abschlussparty. Aber irgendwie kam alles anders. Nach dem Shareholdermeeting ging es mit ein paar anderen aus unserer Mini zu unserem alten GM. Da fand zufällig bereits um sechs Uhr eine spontane Party statt und Anki und ich dachten, wir könnten ja mal kurz bleiben und dann gleich nach Hause. Ja, das wurde dann schon mal nichts. Viele bekannte und unbekannte Gesichter, das ein oder andere Bier und viele lustige Anekdoten aus dem letzten Semester, die ich irgendwie verpasst hatte (Ich gehe aber auch davon aus, dass einige Geschichten ausgeschmückter waren als der Weihnachtsbaum im Rockefeller Center. Wahrscheinlich habe ich viele der Geschichten schon mal in der Light-Version gehört. Ihr wisst ja, wie das ist) und schon war nach Hause fahren nicht mehr so wichtig. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich Jacques Chirac verloren hatte. Den hatte ich verantwortungsbewusst natürlich stehen lassen. So ging es gleich weiter auf die nächste Party im berühmten Biergarten. Der Biergarten wird so halb legal von einer WG betrieben und ist im Hof einer Sargschreinerei gelegen (crazy, crazy). Ich vermied es die ganze Zeit, mir die Särge genauer anzuschauen - Ich mag zwar nicht oft mädchenhafte Anwandlungen haben, aber Särge im Dunkeln sind zu viel des Guten. Allerdings hat dann irgendwann doch der Nervenkitzel gewonnen und ich habe mir das mal genauer angesehen (und wir haben ein Fotoshooting gemacht. Aber das erspare ich euch an dieser Stelle lieber).
Erst mal die Controlling-
Gedächtnisstützen anflämmen
Ansonsten lief der Abend auch wieder, wie die legendären Abende immer so laufen. Ich bin da ja meistens nicht so und gehe gerne auf andere Leute zu. Deswegen komme ich von solchen Partys immer gerne wieder mit neuen besten Freunden nach Hause. Die besten Freundschaften entstehen halt immer im Suff. Zuerst machten Anki und ich Bekanntschaft mit der Freundin eines Kommilitonen von uns und wir waren auf Anhieb BFF. Mi botella es su botella und so und bereits nach fünf Minuten teilten wir sämtliche Getränke und Geheimnisse schwesterlich. Auf der eigentlichen Abschlussparty angekommen (nach Hause gehen und umziehen war vergessen. Nach Hause gehen und umziehen war was für Sissis.) ging es dann weiter mit dem Freundschaftsmarathon. Winnie und ich, vorher vielleicht drei Sätze in der ganzen Studienzeit gewechselt,  kamen zufällig ins Gespräch und fetzten uns nicht mehr ganz nüchtern darüber, bei welchem Zeitungsverlag die Zeit eigentlich verlegt wird (Wir sollten beide Unrecht behalten. Der Zeitverlag ist unäbhängig). Von da an waren auch wir beide BFF und nutzten den Abend dazu 1. erst mal meine Controlling-Gedächtnissützen in Flammen zu setzen, die zufällig noch in meiner Tasche waren (mein Taschenrechner auch. Gut, dass wir den nicht ins Visier genommen haben) und 2. intellektuelle Gespräche über das heutige digitale Zeitalter und deren Gefahren zu diskutieren (Ich kam mir brillant vor, aber ich glaube, alles was ich sagte war Bullshit). Das war doch mal eine erfreuliche Entdeckung. Erfreulich war auch, dass der Financemanager aus meiner Mini und ich auch viele Gemeinsamkeiten haben. Wir konnten uns stundenlang über die Vorzüge sämtlicher Filme unterhalten und die Editors beide ganz stark finden. Ärgerlich, dass man sowas auch generell immer erst am Ende des Semester rausfindent, wenn sich eh alle Wege erst mal trennen. Ich sollte öfter zu Semesteranfangparties gehen...
Alkohol macht Anki
größenwahnsinnig
Naja, whatever. Zum Schluss wurden Anki und ich noch BFF mit dem örtlichen Fisch im Aquarium und Anki dachte, es wäre angemessen, die ganze Zeit gegen die Scheibe zu klopfen und den Satz "Für diesen Fisch bin ich Gott!" zu wiederholen. Der Abend ging für mich dann irgendwann zwischen vier und fünf dem Ende entgegen und meine reizenden Nachbarn Steffen und Anki begleiteten mich nach Hause. Ich muss schon sagen, dass ich betrunken immer wieder gerne ein kleines Highlight bin. Erst wollte ich witzig sein und mich in die Buchsbaumhecke schmeißen um dann wieder zurückgefedert zu werden. Mhm, ja mhm. Irgendwie wollte der Baum nicht federn und schwupps lag ich im Buchsbaum und hing fest. Steffen musste einige Anstrengungen unternehmen um mich da wieder rauszubekommen. Dann fing ich noch Streit mit ein paar Dorfkindern an. Aber das wurde auch recht schell wieder unterbunden. Schade. Ich hätte es denen schon gegeben! Mein letzter Coup war dann noch, dass Anki kalte Füße hatte und die ganze Zeit rummopperte. Damit sie endlich die Klappe hielt, zog ich kurzerhand meiner Schuhe aus, sodass sie nicht mehr die Einzige war, die fror. Das war ihr dann auch wieder nicht genehm. Ich sollte mir ja nicht den Tod holen. Mussten die Schuhe also wieder an. Schuhe an selber war kein Problem, nur das Zubinden war eine kleine Herausforderung für mein verbleibendes Koordinationsvermögen. Deswegen wurde Steffen es zu bunt und er hat mir wie einer Dreijährigen einen Schuh zugebunden (Den anderen hatte ich nach einigen Anstrengung geschafft. Yay!). Extra stark versteht sich, damit ich nicht wieder auf die Idee komme, die Schuhe auszuziehen. Als ich dann zu Hause war, sollte sich das allerdings als suboptimal herausstellen. Der Schuh war so fest zugebunden, dass ich einfach nicht mehr rauskam. Da half nur noch eins: Entnervt die Hose drüber zwängen und mit einem Schuh schlafen. Aber das war mir egal. Nur der nächste Morgen war dann natürlich so lala. Und ich dachte echt nicht, dass mir das jemals passieren würde. Aber als ich gestern Nachmittag zu meinen Eltern fahren wollte, kam ich ganz vercheckt aus meiner Wohnung und musste mich ernsthaft fragen: "Ey Mann. Wo is' mein Auto?" - Ach ja. Beim alten GM. Ein verkaterter zwanzig Minuten Fußmarsch mit einer ziemlich großen Reisetasche? Das stand wirklich ganz oben auf meiner Prioritätenliste...Nicht! Over And Out :)

Mittwoch, 8. Juni 2011

Gute Laune, gute Laune!

So sah das aus als die
Spezialeinheit da war. Bestimmt.
Morgen ist es endlich so weit. Morgen schreibe ich endlich die letzte Klausur. Sollte man ja meinen, dass ich auf den letzten Metern noch mal alles gebe. Tja, falsch gemeint. Meine Motivation macht gerade irgendwo Urlaub in ganz, ganz weit weg (By the way: Schöne Grüße, wo auch immer du gerade bist. Ich hoffe, du lässt es ordentlich krachen). Schuld ist VWL. Bis heute morgen war ich motiviert, weil ich dachte, dass drei Mal in den Retake gehen ja schon so ein bisschen suboptimal ist. Jetzt habe ich allerdings herausgefunden, dass ich VWL ziemlich locker bestanden habe. Kommt mir allerdings ein wenig Spanisch vor. Ich meine, ihr habt je gelesen, was ich da teilweise so zum Besten gegeben habe. Ich habe darüber nachgedacht und habe zwei Theorien, wie es dazu gekommen sein könnte: Entweder mein Dozent war bei der Korrektur total high oder - und das ist wahrscheinlicher - eine Spezialeinheit von Coca-Cola ist in das Marketingbüro eingebrochen und hat Verbesserungen an meiner Klausur vorgenommen, damit mein Schnitt besser wird und ich sofort zum Coca-Cola Marketingleiter nach Beendigung des Studiums aufsteigen kann. Anders kann ich mir das nicht erklären. Und da meine Motivation ja gerade weg ist, war ich sogar so frei das Szenario nachzustellen und zu fotografieren. Ich hoffe ihr fühlt euch gut abgelenkt. Machen wir uns nix vor, ihr guckt ja eh ständig aus lauter Vermeidungstaktik auf meinen Blog (Ich kann das nämlich anhand der IP-Adressen sehen). Ziemlich dumm, dass die kino.to ausgerechnet heute Hops genommen haben, oder? Hätten die ja auch mal bis morgen warten können. Darum dachte ich mir, dass ich heute mal ein krasses Unterhaltungsfeuerwerk ablasse um die allgemeine Anspannung ein wenig zu lindern. Ich bin da ja auch irgendwie Unterhaltungsdienstleister, ne?
Die Engländer ey. Was für Witzbolde.
Deswegen fange ich an dieser Stelle einfach mal mit einem dummen Witz an, der so dumm ist, dass er schon irgendwo wieder lustig ist (viele von euch werden ihn schon kennen, weil ich nicht müde werde ihn zu erzählen): Laufen zwei Zahnstocher durch den Wald. Kommt ein Igel vorbei. Sagt der eine Zahnstocher zum anderen: "Hättest mir ruhig auch mal sagen können, dass hier ein Bus fährt!" - Kommt schon, der war schon irgendwie lustig! Gut, aber weiter im Text. Ich erzähle euch dann jetzt mal einen Schwank aus meinem Leben. Einfach so, ohne Zusammenhang, nur mal so zur Belustigung. Wusstest ihr eigentlich, dass ich schief gucke? Und wenn ich sage, dass ich schief gucke, dann meine ich das auch so. Ich bin winkelfehlsichtig. Hört sich jetzt nicht so spannend an, kann im Alltag mit mir aber sehr amüsant sein. Als kleines Kind bin ich nämlich immer mit Vorliebe zielstrebig volle Kraft voraus vor den Türrahmen gelaufen. Erst machten meine Eltern sich ein wenig Sorgen, dass ich vielleicht ein bisschen unterbelichtet wäre. Aber dann haben sie herausgefunden, dass ich einfach nur eine Brille brauchte und schon war das Problem erst mal gelöst. So viel zu der Vorgeschichte. Heute sorge ich dann immer wieder für allgemeine Erheiterung, wenn ich meine Brille nicht aufhabe oder meine Kontaktlinse verrutscht ist. Denn dann passiert es mir noch heute. Weil ich denke ja, dass die Tür etwa so drei bis vier Zentimeter weiter rechts ist, als es eigentlich der Fall ist. Deswegen schauen mich Leute auch immer wieder sehr befremdlich an, wenn ich schnurstracks auf den Türrahmen zusteuere, statt wie jeder andere Mensch einfach durch die Tür zu gehen. Je nach dem, wie schnell ich bin, tut das dann auch ganz schön weh. Aber ich habe mit der Zeit gemerkt: Die Intensität der Lachanfälle steigt proportional mit der Geschwindigkeit. Wenig Aua, wenig Lachen. Extrem viel Aua, extrem viel Lachen. Deswegen finde ich, sollte ich nur noch mit vollem Karacho davor laufen. Dann lohnt es sich wenigstens. So und als letztes Unterhaltungsschmankerl habe ich euch dann noch einen tollen Link rausgesucht, der sehr unterhaltsam ist. Einfach den Artikel durchlesen und die Brillanz dieser Schüler erkennen:
Spürhunde suchen fieberhaft
nach meiner Motivation.
So und zuletzt möchte ich euch noch ein wenig den Tag versüßen, indem ich allgemeine Theorien aufstelle, wo meine Motivation so sein könnte. 1. Sie ist auf einem Selbstfindungstrip und deswegen derzeit in einem Ashram in Indien (Wenn das so sein sollte: Bitte hau dir nicht so viele Drogen rein. Ich brauche dich irgendwann bestimmt noch mal). 2. Ihr wurde das alles zu bunt und sie macht jetzt einen auf Emile Hirsch in Into the Wild und ist Aussteiger in der kanadischen Wildnis. 3. Sie reist Justin Bieber hinterher. 4. Sie hat eine Greencard gewonnen und versucht jetzt einen Laden für Handarbeitsbedarf in Milwaukee zu eröffnen. 5. Sie tut nur so, als wäre sie verschwunden, versteckt sich allerdings in Wirklichkeit die ganze Zeit in meinem Schrank und futtert dabei Popcorn. 6. Ich habe sie aus Versehen heute morgen im Penny vergessen und sie findet den Weg nicht wieder zurück. 7. Sie ist Spiderman und kann nicht mit mir zusammen sein. 8. Gestern ist heimlich still und leise das FBI bei mir eingebrochen und hat sie nach Guantanamo verschleppt. 9. Sie hat erkannt, dass sie ausbrechen muss und ist nach Japan abgehauen um ihren Traum zu verwirklichen, Sumo-Ringerin zu werden. Und finally 10. Sie ist zu jemandem abgehauen, der sie besser behandelt und sie auch viel mehr verdient hat (Ich hätte ihr mehr Blumen kaufen sollen...).
Ich hoffe, dieser recht sinnfreie Eintrag hat euch ein wenig von eurer Anspannung genommen und ihr könnt jetzt wieder voll durchstarten (oder ebenfalls versuchen, eure Motivation ausfindig zu machen). Theorien über den Verbleib eurer Motivation mehr als erwünscht. Over And Out :)


Montag, 6. Juni 2011

Berlin Calling

Wimmelbild. Meine Mutter ist auch
drauf. Ich sag nur nicht wo.
Diese Woche habe ich eine neue Strategie gefahren. Nach dem ganzen VWL-Quatsch und diverser beinahe-Nervenzusammen-brüche habe ich umstrukturiert. Ich habe mich jetzt nicht weiter stressen lassen und bin lieber mal zusammen mit meiner Mutter nach Berlin abgezischt. Bisschen Urlaub machen und auf andere Gedanken kommen und so. Gut, vielleicht habe ich es auch mal wieder mit einem Bewerbungsgespräch kombiniert -  ich alter Jetsetter - aber das war eher nebensächlich. "Mutig, mutig - so mitten in der Klausurphase einen Urlaub reinschieben" werdet ihr euch bestimmt denken. Das habe ich mir eigentlich auch gedacht. Aber ab und zu muss man auch mal was riskieren. Wo bleibt denn da sonst der Spaß im Leben, wenn man nicht ab und zu mal ein bisschen Spontaneität zeigt? Und so hieß es also mitten in der Klausurphase: Mama schnappen, bisschen was einpacken und ab in den Zug nach Berlin. Im Nachhinein muss ich auch sagen, dass ich es kein Stück bereut habe. Da ich ja schon seit gut drei Jahren nicht mehr fest zu Hause wohne, ist ein Urlaub mit der Mutter auch was anderes. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, hätten mich keine zehn Pferde dazu bekommen, ein ganzes Wochenende nur mit meiner Mudda rumzuhängen. Auch keine sechs Elefanten, drei Säbelzahntiger und/oder vierzehn Pinguine (wobei... bei vierzehn Pinguinen hätte ich mit mir reden lassen.) Hatten wir ja schon mal. Total uncool und was soll die Gang davon halten und so. 
Abnabelungsprozess complete.
"Samira, nimm mal deinen
Schädel aus dem Bild!"
Aber wenn man nicht mehr zu Hause wohnt, ist das anders. Jetzt haben meine Mutter und ich nicht mehr so die Zeit, ständig zu quatschen und/oder uns durchgehend zu fetzen. Meine Mutter ist mittlerweile der Meinung, dass ich fertig sozialisiert bin und das schon irgendwie alles alleine schaffen kann. Neuerdings sind wir zwei Erwachsene, die sich fast auf Augenhöhe begegnen. Deswegen bin ich jetzt auch in der vorteilhaften Position, dass sie mir allen Freiraum der Welt lässt und lediglich einen kurzen Bericht zur allgemeinen Lage von Zeit zu Zeit erwartet. Positiv ist da auch, dass meine Mutter jedes mal vergisst, wie das Notensystem in den Niederlanden funktioniert. "Mama, ich hab eine 8.8 in Sustainable Innovation!" - kurze Anstrengung in ihrem Gesicht. Ich sehe wie sie rechnet, versucht sich zu erinnern und dann ihr Pokerface aufsetzt. "Das ist ja wundervoll, Samira!" sagt sie dann in der Regel ins Blaue hinaus. Das Tolle daran ist, dass diese Reaktion auch kommt, wenn ich sage, ich habe eine 4.3. Wäre ich mal bereits in der achten Klasse in die Niederlande immigriert! Es hätte mir einen riesigen Haufen Ärger erspart. Apropos Ärger. Ab und zu fallen wir dann doch in alte Rollenverhalten zurück. Erst letzte Woche passiert: Ich hatte es gewagt, bei meinen Eltern die Terrassentür aufzulassen und wieder nach Oben zu gehen, ohne sie wieder zu schließen. Uiuiuiui. Keine gute Idee. Meine Mutter kam nach Hause und statt das wie Erwachsene von Angesicht zu Angesicht zu klären, fand sie es angemessen sofort loszubrüllen und mir alle Einbruchsszenarieren der Welt an den Kopf zu speien. Da fühlte ich mich plötzlich so dermaßen back in 2004, dass ich ganz automatisch behauptete, ich sei es nicht gewesen. Was eigentlich total dumm war, denn die Beweislast lag eindeutig nicht auf meiner Seite - ich war seit mehreren Stunden die einzige Person im Haus. Trotzdem versuchte ich mich rauszureden. Hatte auch erst überlegt, ob ich eine abgefahrene Poltergeiststory zur Erklärung raushauen sollte. Ich wägte kurz ab und kam zu dem Schluss, dass das an Lebensmüdigkeit grenzen würde. Das wäre, als würde man ein ohnehin schon gereiztes, schaumvormmundhabendes Wildschwein mit dicken Steinen bewerfen und dann weglaufen. Die Quintessenz wäre die gleiche: Das Wildschwein ist ja doch schneller als man selbst (Bildlich gesehen. Ich will damit nicht sagen, dass meine Mutter aussieht wie ein Wildschwein. Nur so zur Info, um hier gleich mal das nächste Streitpotential zu minimieren). Deswegen verzichtete ich lieber auf die Poltergeiststory und zeigte reumütig Einsicht. Denn ich wollte meinen Freunden ganz bestimmt nicht beibringen müssen, dass meine Mutter mir soeben Hausarrest gegeben hatte und ich nicht mit zum IKEA fahren konnte. DAS wäre wirklich peinlich vor der Gang geworden. 
Als Mutti das letzte Mal in Berlin
war, stand das Ding noch komplett.
Naja, in Berlin selber war alles Happy Hippo. Ich musste dann nur leider feststellen, dass meine Mutter um einiges ausdauernder ist als ich. Während meine Mutter abends fröhlich pfeiffend nach einem anstregenden Stightseeing-Tag im Hotelzimmer saß und fern sah, lag ich halb komatös im Bett und wollte nur noch schlafen. Aber Mutter hat auch den Wettbewerb verzerrt. Die hat sich nämlich mit einer Kaffeetassenanzahl im zweistelligen Bereich gedopt und ich nicht. Voll ungerecht. Deswegen ziehe ich mir den "Ich bin viel fitter als du"-Schuh nur bedingt an. Vielleicht lag ihr Duracell-Hasen-Enthusiasmus auch daran, dass meine Mutter das letzte Mal in der Berlin war als die Mauer noch stand und ich erst im letzten Sommer. Ich glaube, Mama ist auch das gefühlte letzte Mal Bahn gefahren, als die Mauer noch stand. Kam mir zumindest so vor. Mutter im Zug: "Samira! Die sagen dir ja an, welche Station als nächstes kommt!" oder auch: "Steckdosen! Schau mal Samira! Die haben hier STECKDOSEN!" Und das alles mit der vollen Begeisterung eines Kleinkinds das zum ersten Mal ein Feuerwerk sieht. Dabei ist das eigentlich untypisch für sie. Normalerweise ist Mutti nämlich die Hippere von uns beiden. Andere Mütter bringen ihren Kindern Wattwürmer von Sylt mit, meine Mutter hat für mich Wold of Warcraft-Pappkronen von der GamesCom im Gepäck. Oder wenn ich irgendein Problem mit meinem Computer habe "Man, Samira! Einfach Strg und dann x 4 31 25 eins dreiundachtzig drücken. Dann hast du's doch. Ist doch echt nicht schwer". Naja, so ist das halt. Kein Wunder, dass das aus mir geworden ist - bei dieser Mutter. Over And Out :)

Freitag, 3. Juni 2011

Ihmehl Quatsch/Disketten sind so 90er!


Dieses Video war fällig, weil mein Opa mir eine Datei zuschicken sollte. Der Dialog dazu war in etwa so:
Samira: "Alles klar. Schickst du es mir per Mail?"
Opa: "Meinst du diese Elektronische Post Dings?"
Samira: "Ja, Opa. Es heißt E-Mail"
Opa: "Dieses Ihmehl Quatsch kann ich nicht. Aber ich hab es dir jetzt auf Diskette gezogen! (stolz wie Oskar über seine Computerskills)"
Eine Stille entsteht, in der es in Dauerschleife "WTF?!" in meinem Kopf macht und der Satz "Opa, Disketten sind SO 90er!" ganz dringend aus mir raus will.
Samira: "Opa... Ich will dich da ja jetzt nicht enttäuschen, aber... Mein Laptop hat kein Diskettenlaufwerk mehr..."
Opas Geknicktheit kam darauf förmlich durch die Leitung in meinen Hörer gekrochen.
Ich hasse es, älteren Menschen aufgrund des technischen Fortschritts das Herz zu brechen.

Dienstag, 31. Mai 2011

Klausurkamikaze/In meinem Kopf war das lustig!

Ja das hat ja dann mal gestern IRRE gut hingehauen mit meiner VWL-Klausur ... nicht. Ich gebe den Titel "VWL-Mastermind" hiermit gerne offiziell wieder ab. Man, man, man war das ein Klausurkamikaze gestern. Vorher dachte ich eigentlich, dass ich das alles irgendwie schon im Griff habe. In den Vorlesungen hat das meiste ja auch irgendwie Sinn gemacht, was der liebe Herr B. da immer so freundlich in mit seiner Sinuskurvenbetonung (Stimme hoch, Stimme runter, Stimme hoch et cetera pp - brillanter anti Studenten-pennen-mir-in-der-Vorlesung-ständig-weg Schachzug) erklärt hat. Aber irgendwie habe ich die knallharte Abfrage der Theorie unterschätzt. Macht aber nichts, ich habe es mit Humor genommen. Und wenn ich sage, ich habe es mit Humor genommen, dann meine ich das auch so. Sprich: Ich bin in der Klausur zu kreativer Höchstform aufgelaufen. 
Das war ja dann verschwendete Zeit
mit der XXL VWL-Übersicht
"Oh verdammt. Welche Marktform geht mit dem Konzept des funktionalen Wettbewerbs überein. Und wie zur Hölle stelle ich das grafisch dar?". Kurzes Überlegen - feststellen, dass ich keine Ahnung habe - aber dass es da so einen abgefahrenen Graphen von Cournot gibt, der beweist, dass ein Polypol für den Wettbewerb besser ist als ein Monopol (das sagte zumindest gestern Carina im Facebook. Als Cournot besprochen wurde, lag ich leider im Katerkoma). Nur, wie sah der Cournot-Graph noch mal aus? Egal, das wird schon richtig sein. Einfach erst mal Cournot-Graph hinschreiben. Kurz überlegen - gedanklich an meine linke Schrankwand fixieren, wo der Graph hing und dann - Leere. Nichts. Nur Dreiecke und bunte Farben.  Soll ich es riskieren, ein psychedelisches Kunstwerk hinzumalen? Das wäre eine gute Idee. Ach nee, ich habe meine Filzstifte nicht dabei. Das ist jetzt doof. Naja, machen wir was anderes um den lieben Herrn B. ein bisschen Entertainment zu verschaffen. 
Mein abgedrehter Humor  -
Segen und Fluch zugleich
Das mache ich immer gerne. Einfach mal was Dummes schreiben, damit die Dozenten ein kleines Highlight zwischen immer wieder den selben Antworten haben. In der letzten Brandingklausur habe ich nämlich zum Beispiel bei einer Aufgabe den Refrain von "I've been looking for freedom" hingeschrieben (hab trotzdem noch eine 8,5 bekommen. Ich konnte also noch beweisen, dass ich ein Branding-Genie bin. Oder vielleicht habe ich auch nur eine 8,5 bekommen, EBEN WEIL ich das da hin geschrieben habe. Man weiß es nicht...). Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich das nur bei Dozenten mache, die eigentlich wissen, dass ich zu so gut wie jeder Vorlesung gehe und gut vorbereitet bin (okay, manchmal semi-gut bis unterirdisch) und sonst eigentlich ganz kompetent bin. Oh, und natürlich muss ich darauf achten, dass der Dozent auch Humor hat. Es gibt auch so den ein oder anderen Dozenten, bei dem ich mich das nicht in hunderttausend Jahren trauen würde. Man muss die Zielgruppe halt kennen. Das ist wie bei Recht im letzten Jahr. Da hatten wir zwei Dozenten, einen für die Vorlesung und einen für die Übungen. Unsere liebe Freundin Gianna hat sich getraut, den recht lustigen Dozenten für die Vorlesung vor versammelten Mannschaft von bestimmt 90 Leuten einfach mal zu fragen, ob WE (zehntausend mal besprochen in der Vorlesung. WE=Willenserklärung) denn für Wochenende stehe (Gut, okay, Gianna wurde auch von Ben und mir angestiftet und hat 5 Euro von uns dafür bekommen). Bei dem Dozenten für die Übung hätte sie es nicht für 3 Millionen Euro getan ("Das ist hier keine Spaßveranstalung, liebe Studenten!" - Als sie das sagte, hatte ich kurz den Impuls zu salutieren). So ist das auch bei mir mit den Witzantworten.
Wär ich mal lieber früh ins Bett gegangen,
statt das hier zu machen - dann wäre das
mit Cournot  vielleicht was geworden
Naja, genug vom Thema abgekommen. Ich entschied mich letztendlich auf jeden Fall dafür, dass ich einfach aufschrieb "Jetzt folgt ein Cournot-Graph ... nicht. Stellen Sie ihn sich einfach vor. Sieht toll aus, oder?". So hat der Herr B. also hoffentlich mittendrin einfach was zum Lachen, wenn er mir meine 1,0 aufschreibt (Ich habe meinen Namen nämlich richtig geschrieben. BÄMS! Das gibt 10 Punkte. Gut, und weil man vielleicht auch per Gesetz als Student nichts schlechteres als eine 1,0 bekommen darf. Ich bilde mir trotzdem ein, dass Namen richtig schreiben ein Skill ist, der mit Punkten belohnt wird). Und kaum hatte ich das Graphen-Problem erfolgreich gelöst, kam auch schon das nächste Hindernis:  "Welche anderen Kartellformen außer der des horizontalen Kartells gibt es noch?" - Wieder nur: Blank. Computer Says No. Leider nein, leider gar nicht. Da muss ich mir also jetzt lieber mal was Schönes einfallen lassen. Was anderes als das horizontale Kartell... mhm... Es ist so ein Kartell und das ist horizontal. Was gibt es denn noch so andere Sachen außer horizontal? Diagonal ... diametral... tangentional - Nein, das gibt es nicht. Oder doch? Ach, whatever. Das ist ZU abgedreht. Wir wollen es ja hier nicht auf die Spitze treiben... Ich hab's! Ist doch klar, man! Das vertikale Kartell! Macht Sinn, findet ihr nicht? Ich habe mir dazu auch noch eine abgefahren schlüssige Theorie ausgedacht. Als ich es aufschrieb, hatte ich da an Kreativitätssonderpunkte gedacht. Ich war dann auch dreist genug Herrn B. gleich danach zu fragen, als er mir vollgepackt mit allen Klausuren im Gang entgegenkam. Leider zeigte er sich wenig kooperationsbereit in Sachen Kreativitätsextrapunkte. Fand meine Idee vom vertikalen Kartell allerdings lobenswert kreativ. Dann dachte ich mir so, dass fragen niemals schadet und erkundigte mich, ob ich meine Klausur noch mal haben dürfte, um ein paar Korrekturen an ihr vorzunehmen.  Leider zeigte er sich erneut wenig kooperationsbereit. Das ist natürlich ärgerlich. Aber was will man machen? Naja, wir sehen uns im Retake. Over And Out :)

Samstag, 28. Mai 2011

Samira, VWL-Mastermind

Tadaaaaa. Ich war fleißig in Sachen VWL unterwegs. Ich habe mir da mastermindartig eine "kleine" Übersicht gemacht. Jetzt sitze ich den ganzen Tag vor meiner Schrankwand und starre die Blätter an. Dabei komme ich mir irre schlau vor. Nur mit dem Ordoliberalismus hapert's zu diesem Zeitpunkt noch ein bisschen. Ansonsten aber alles Roger. Ob es was nützt wird sich dann Montag zeigen.


Und weil unsere VWL-Dozenten immer darum bemüht sind, dieses staubtrockene Fach irgendwie cool zu präsentieren, habe ich euch noch ein kleines VWL-Schmankerl dazu getan. Let me introduce to you: Der tighte Keynes vs. der krasse Hayek mit "Fear the Boom and Bust". Voll der Beef in der Gang, yo. (Tut mir Leid, wenn das jetzt peinlich rüber kam, aber ich spreche nur ganz schlecht Gangsta).


Over And Out :)

Donnerstag, 26. Mai 2011

Ich geh kaputt. Kommt ihr mit?


Darf ich vorstellen: Meine Woche in Kurzfassung.
Was geht dann da bei der Samira? - Das ist wahrscheinlich eure primäre Frage. Nun ja, diese Woche ist ein bisschen stressig und ich habe permanent das Bedürfnis, meinen Kopf auf die Tischplatte knallen zu lassen. Eure sekundäre Frage wird dann wahrscheinlich sein, wieso mein Haaransatz aussieht wie der von den Frauen, die hauptberuflich Gast in Britts Talkshow sind. Kann ich auch wieder mit "diese Woche ist ein bisschen stressig" beantworten. Derzeit kann ich mich nicht mit so profanen Kinkerlitzchen wie meiner Frisur oder einem optisch ansprechenden Äußeren beschäftigen. Hier gibt es nämlich Wichtigeres zu tun. Montag steht die erste Klausur an und ich bin jetzt schon total durch. Normalerweise kommt diese Phase bei mir immer erst zwischen Klausurwoche I und II. Doch dieses Mal hat mich das dumme EHCXYV3I-Bakterium - oder wie auch immer dieses Ding da heißt - total aus dem Konzept gebracht. Jetzt darf ich ja plötzlich keine Rohkost mehr essen und deswegen gibt es bei mir wie angekündigt eine Synapsenverbindungs-warteschleife. Ich mache mir eigentlich auch unter normalen Umständen keine Gedanken über irgendwelche Killerbaktieren, aber irgendwie steht eine tödlich verlaufende Darmerkrankung gerade ziemlich weit unten auf meiner Prioritätenliste (gleich nach in die FDP eintreten und Bauchnabelpiercing machen lassen). Killerbakterien würden nur meinen ziemlich strikten Zeitplan durcheinanderbringen. Deswegen verzichte ich dieses Mal ausnahmsweise auf 2...1...Risiko. Und da mein Betriebssystem diese Woche nicht ganz rund läuft, brauche ich für alles ein Bisschen länger. Damit gehe ich auch allen Kommilitonen gehörig auf den Geist. Ich habe etwa sechs Minuten gebraucht um die Information zu verarbeiten, dass Law von Freitag auf Donnerstag verlegt wurde und Anki gestern drei Mal und heute zwei Mal gefragt, wo wir die SPSS-Aufgaben abgeben müssen ohne mir die Antwort zu merken.
Seifenblasen können echt entspannen
Aber wenigstens gibt es auch frohe Botschaften: Bertram und ich sind erstens seit gestern Abend, 22 Uhr 53 geschiedene Leute und zweitens hat unsere HLA10-Gang mit einer 8,0 geglänzt. Dabei möchte ich noch mal alle Menschen herzlich grüßen, die von einem unterirdischen Ergebnis unsererseits ausgegangen sind mit der Begründung, dass das ja eh nix werden kann, wenn ich noch die Zeit und Ruhe für einen Liveticker habe. Da sag ich noch mal kurz: Ätsch. Das möchte ich übrigens auch den Menschen gerne sagen, die mich für meine Seifenblasenaffinität schräg anschauen. Da kann ich wirklich nur sagen: Probiert es mal aus. Wenn der Kopf total voll ist mit diesem ganzen Bullshit ist, einfach mal auf den Boden legen und ein paar Seifenblasen machen. Nichts macht den Kopf besser frei als das von Zeit zu Zeit in den Seifenblasendings pusten und das Ergebnis genießen. Mit dieser Technik musste ich mich dank dieses ganzen Zirkus' in den letzten Tagen immer wieder mal behelfen.
Wieso nur diese alten weißen
Männer? Ich schaffe mehr
Gerechtigkeit.
Auch immer wieder hilfreich ist die Verunstaltung der liebevoll von den Dozenten erstellten Folien zur eigenen Belustigung. Während ich nämlich so auf die Folien starrte um mir über verschiedene Theorien und Auslegungen der sozialen Marktwirtschaft bewusst zu werden, viel mir irgendwie auf, dass das immer nur ältliche weiße Männer waren. Das fand ich ungerecht. Deswegen habe ich mithilfe meiner unverwechselbar schlechten Zeichenskills unter anderem aus Adam Smith einen Afroamerikaner und aus Joseph Schumpeter einen Inder gemacht. Das erleichterte einerseits mein Gewissen ungemein und zweitens kann ich mir die ganzen Theoretiker auch gleich viel besser merken. Ich muss nur darauf achten, dass ich bitte nicht in der Klausur sitze und laut vor mich hermurmle "War das der Inder oder der Afroamerikaner?". Das könnte mehr als schräg rüberkommen. Also nicht, dass das irgendwen noch wundern würde, wenn ich mal wieder zusammenhangslos vor mich hinbrabble. Aber trotzdem sollte ich es nicht zu sehr auf die Spitze treiben. Irgendwann kommt bestimmt der Punkt, an dem mich echt keiner mehr für voll nimmt. Besonders im Moment, da ich sowieso überlastungsbedingt auf meinem eigenen Planet lebe. Heute hat mich auch erst mal wieder keiner für vollgenommen, als ich ganz melancholisch etwas von "wir sehen uns ja jetzt so lange nicht mehr" gemurmelt habe. Aber das war ausnahmsweise mal wahr. Denn heute war der letzte Vorlesungstag und damit auch mein letzter offizieller Tag an der Fontys für über ein Jahr. Denn ich gehe ja jetzt erst ins Praktikum (hoffentlich) und dann nach Schweden. Da hatte ich vorher gar nicht drüber nachgedacht. Viele andere auch nicht. Deswegen machte sich in den letzten Vorlseungsstunden - Vier Stunden Law. Ein Traum. - dann doch eine allgemeine Melancholie breit, da doch schon ziemlich viele Leute ins Ausland gehen. Aber jetzt ist auch wieder Schluss hier mit der Melancholie, jetzt wird sich wieder tunnelblickartig auf VWL am Montag vorbereitet. Over And Out :)