Dienstag, 27. September 2011

Samira is on Studienarbeits-Fire!

Wer hätte das gedacht? Erst war ich in Sachen Studienarbeit mehr als demotiviert bzw. unwillig - und jetzt bin ich plötzlich on Fire!

Wie kommt das denn bitte und wieso kann man in aller Herrgottsnamen eine Leidenschaft für seine Studienarbeit entwickelt? Nun, liebe Mitstudenten, lasst Tante Samira euch das mal erklären: Seitdem ich lesen konnte fand ich Bücher schon immer ziemlich knorke. Meine Eltern waren nämlich irgendwie so ein bisschen progressiv/alternativ drauf und deswegen durfte ich bis ich 20(!) war keinen eigenen Fernseher haben. Musste ich also Bücher lesen. Und ich habe alles gelesen, was mir zwischen die Finger kam (außer die Bummi-Bücher, die meine Oma mir vehement zu jedem Geburtstag und jedes Weihnachten geschenkt hat - dafür war ich selbst schon mit acht zu cool).

Ich gebe zu, dass dieses Horten unter Umständen nicht ganz
superduper gesund ist. Aber: Läuft.

Und deswegen habe ich schon von klein auf eine perverse Vorliebe für Bücher. Mit dreizehn habe ich wöchentlich mehr Zeit in der Bücherei verbracht als Charlie Sheen mit Nutten und Koks. Weil in der Bücherei war es still, mich hat keiner genervt (besonders nicht meine Mutter - das ist in Teenagerjahren sehr wichtig) und ich konnte so viel Informationen sammeln, wie ich wollte. 

Zudem dachte meine Mutter auch, dass ich in der Bücherei gut aufgehoben wäre und deswegen durfte ich da so lange rumhängen, wie ich wollte (Gut, dass ihr keiner gesteckt hat, dass mir eines Tages die Herren Bukowski und Thompson in die Hände vielen und ich mir fleißig ein übergroßes Wissen über Drogen und Nutten erarbeitet habe). 

Nun ja, seit dieser Zeit sind Büchereien ein Ort tiefster Entspannung für mich. Scheiß auf Qui Gong und Feng Dings! Ich brauche nur eine städtische Bücherei und ein ausgelutschtes Buch - dann ist die Welt in Ordnung. (Deswegen habe ich auch die schlimme Angewohnheit, gebrauchte Bücher zu kaufen und zu horten - owohl ich mindestens die Hälfte niemals in meinem Leben lesen werde.) Allerdings hatte ich diese Entspannungsübung seit Beginn meines Studiums irgendwie aus den Augen verloren, denn so wirklich viel Zeit zum Lesen hatte ich während des Studiums nicht.

Oh, was haben wir denn da? Selbst in Hamburg lassen Runia
und Co. mich nicht in Ruhe. Vielleicht sollte ich der
Harburger Bib mal die dritte Auflage ans Herz legen?!


Am Samstag machte ich mich also mal wieder extrem unmotiviert auf in die örtliche Bücherei. Und siehe da - es war wieder genau so wie vor zehn Jahren! Ich hatte das irgendwie wieder voll vergessen. Und plötzlich viel das mit der Studienarbeit auch gar nicht mehr so schwer. Derzeit lese ich sogar mit ziemlicher Leidenschaft ein ewig dickes Buch über Web 2.0 im Unternehmen. 

Mannoman, was man da alles lernen kann! Mit einem Mal kann ich mich voll begeistern. Vorher fand ich die Vorstellung von der Recherche nur so mittel. Aber jetzt weiß ich, dass das schon ziiiieeeeemlich fetzt. Denn ich habe mich in der Vergangenheit ja schon mehrmals darüber ausgelassen, dass das hier in der Großstadt immer so voll ist und überall laut und mir das in aller Regelmäßigkeit einfach zu viel wird. Problem gelöst! Keiner will in Harburg in die Bücherei und wenn doch, dann halten die wenigstens die Klappe! Ein Traum!

Zum Schluss wollte ich euch noch eine kleine Anekdote aus dem schönen Harburg erzählen. Ich sitze in der Bahn. Neben mir zwei Halbstarke, deren Vorfahren ihrem Aussehen nach zu urteilen irgendwo aus dem Abendland kommen. Die beiden reden erst ganz normal (also wie es für zwei von dem Kaliber möglich ist) und dann kriegen die sich wegen irgendwas in die Haare. Sagt der Eine "Äh, isch fick daine Mutta!" sagt der Andere: "Äh, isch fick daine Mutta un daine Schwesta!". Der Eine wieder "Isch fick daine Mutta, daine Schwesta un daine Kusihne!" und dann der andere "Isch fick daine Mutta, deine Schwesta, deine Kusihne un daine klaine Schwesta!" etc. pp. Also so ein richtiges Ich packe meinen Koffer in der Verwandten-fick-Edition. Das ganze Spiel ging dann gefühlt bis zur Kusine dritten Grades durch. Und ich dachte mir so: "Ey, Freunde der Sonne. Ihr könnt euch das merken bis zur Kusine dritten Grades. Lest doch mal ein Buch. Es könnte noch so viel aus euch werden. 

Und ich dachte auch, dass dieses Spiel jetzt bis zum Sankt Nimmerleinstag weitergeht. Aber die Geschichte wurde dann abrupt beendet: Der eine wieder: "Isch fick daine Mutta, deine Schwesta, deine Kusihne, daine klaine Schwesta, daine Grohskusihne, daine kleine Groskuhsine, daine Nischte, daine Grossnischte [...] un daine grosse Schwesta!". Sagt der andere: "Komm, Junge! Nisch die Dschelena. Jetzt wiards eklisch!". Ich muss nicht hinzufügen, dass ich nach dieser Aussage so laut lachen musste, dass die beiden mich am liebsten verhauen hätten, oder?

Und damit das nicht wieder heißt, dass ich Ausländer dumm finde und so: Miene Landleute sind ja schließlich auch manchmal nur so mittel schlau.


Over And Out :)



Donnerstag, 22. September 2011

Nerdy-Nerd im Einsatz.

Dammit! Ich habe meinen 10.000 Besucher verpasst. Dabei wollte ich demjenigen doch ein regenbogenfarbenes Pony schenken. Naja, Chance verpasst, lieber Besucher Nr. 10.000. 

Derzeit habe ich nämlich schon wieder so viel zu tun, dass ich einfach gar nichts mehr um mich herum mitbekomme. Ich fühle mich momentan echt wie so eine Arbeitsdrohne. Aufstehen - Arbeiten - Essen - Schlafen - Aufstehen etc. pp. Ich gebe zu, dass das unter Umständen EXTREM abnervt. 

Was auch nervt, ist die Tatsache, dass ich durch meine Arbeit hier im E-Commerce immer nerdiger werde. Ganz, ganz schlimm. Ich werde nämlich deswegen auch schon voll von Nicht-Nerds gemobbt. Guckst du hier:


Das klebte heute an meinem Rechner. Irgendjemand muss es mir hingeklebt haben um ein eindeutiges Statement abzugeben. Nämlich: Samira - du bist voll der Nerd! *rofl*copter ist nämlich tatsächlich vorgestern einfach so aus mir rausgerutscht. Ich habe es sofort bereut, als es aus meinem Mund kam - aber ich konnte die Mobbinglawine schon nicht mehr aufhalten. Seitdem denken wahrscheinlich auch die letzten Menschen, dass ich in meiner Freizeit gerne WOW (habe ich hier auch gelernt. Das steht für World of Warcraft) zocke, mich hauptsächlich von kalter Pizza ernähre und das Tageslicht meide. 

Wie konnte das nur passieren, dass ich von den coolen Kids einer von denen geworden bin? Dabei habe ich gar keine nerdigen Hobbys. Ich spreche nur wie einer und habe unter Umständen neuerdings ziemlich viel Nerdwissen. Aus der Wüste wird anscheinend wirklich langsam Las Vegas. Aber Fortschritt hin oder her, dieses Technikwissen ist gefährlich. Zumindest für meinen sozialen Status. Ich sollte wieder öfter rotzevoll in der Ecke liegen, mich dabei ausziehen und den ganzen Spaß dann bei Youtube hochladen. Dann darf ich ja sogar vielleicht wieder in den Club mit den coolen Kids.

Man könnte jetzt auch mal sagen, dass ich da drüber stehen sollte. Schließlich würden wir wahrscheinlich immer noch in Höhlen hausen, wenn es keine nerdigen Tüftler gegeben hätte, die lieber an der Erfindung des Rades rumgebastelt als gesellig mit den anderen Neandertalern vor dem Feuer rumgehangen haben (Das stimmt wirklich! Ich habe das letztens in einer arte-Reportage gesehen!).

Aber so wirklich drüber stehe ich nicht. Besonders, wenn man bedenkt, dass ich mittlerweile bequem die Gang aus der Bang Theory anführen könnte. Langsam werde ich nämlich zu dem hier:




Irgendwie erschreckend. Naja, machste nix. Ich gehe jetzt auf Spaß an der Dollerei ein Javaskrpit schreiben. Over And Out :)

Sonntag, 11. September 2011

Einstein steht am Grill und guckt dabei Fußball

"Was treibt sich die olle Samira eigentlich rum?" werdet ihr euch wahrscheinlich fragen, da ich mich in der letzten Woche in Sachen sinnlose Blogeinträge mit unqualifizierten Bemerkungen doch ziemlich zurückgehalten habe. 

Durch die Einträge der letzten Wochen würde die Annahme nahe liegen, dass ich wahrscheinlich irgendwo unter einem Papierberg verschüttet im Büro liege und/oder das Internet so zum explodieren gebracht habe, dass es mich eingesaugt hat und ich für immer in der Matrix gefangen bin oder so. Aber da kann ich euch beruhigen. Im Gegenteil. Ich habe die ganze letzte Woche nen faulen Lenz geschoben. Denn die letzte Woche sah es in Hamburg nämlich in etwa so aus:


Seht ihr auch selber ein, dass ich ja schön blöd wäre, wenn ich den ganzen Tag drinnen gehockt hätte (und am besten noch mit zugezogenen Vorhängen), damit ihr was zu lesen habt. Nee, nee. So selbstlos bin ich dann auch nicht. Allerdings gab es Mittwoch schlechtes Wetter. Da hätte ich schreiben können. Wollte ich aber nicht, denn einer meiner Mitbewohner und ich sind unserem Nervenkitzel-Hobby nachgekommen: Dem Puzzeln. 

Wunderte mich ein wenig, denn es lief Fußball. Deutschland gegen irgendso ein Land, dass die Deutsche Mannschaft so richtig abgezogen hat (haha). Naja, jetzt weiß ich aber auch, wieso die Fußballkommentatoren auch immer so schreien, wenn es auf ein Tor zugeht. Um folgende Beschreibung zu verstehen, muss man dieses Video gesehen haben:


So müsst ihr euch das etwa vorstellen: Mitbewohner und ich sitzen über ein Puzzle gebeugt, Mitbewohner hat Blick auf Fernseher, ich nicht (ist mir aber ja auch egal). Ich kann Multitasking, mein unpriviligierter Mitbewohner leider nicht. Ich kann puzzeln und hören, was beim Fußball geschieht, mein Mitbewohner nicht.

Und so kam es, dass dieser Mitbewohner mich doch stark an dieses Video erinnerte. Mitbewohner schaut auf Puzzle, ist amüsiert - Fußballkommentator wird lauter - Mitbewohner fällt sofort alles aus dem Gesicht und der Blick wandert mit Horror in den Augen auf den Fernseher - Mitbewohner schaut wieder aufs Puzzle lacht, ist guter Dinge - Kommentator wird lauter - Mitbewohner hört mitten im Satz auf zu reden (ich in diesem Moment auch - ich wusste, dass es keinen Sinn macht - er hörte mir ja doch nicht zu) und starrt beängstigt auf den Fernseher.

Das ging dann tatsächlich in einer 90-minütigen Endloskaskade so weiter. Habe ich wieder was gelernt: Boah ist das scheiße, wenn man sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren kann. Aber das kann natürlich auch helfen hat hat wahrscheinlich auch einen evolutionsbedingten Hintergrund. 

Samstags, wenn wir alle zusammen beim Frühstück sitzen ist nämlich Kreuzworträtselzeit (weiteres Nervenkitzel-Hobby). Eigentlich wollen wir uns jede Woche einfach nur beweisen, dass wir die größten Genies unter der Sonne sind, wenn wir das Kreuzworträtsel in einem der renommiertesten deutschen Nachrichtenmagazine lösen können, das ich immer aus dem Verlag anschleppe. 

Da wurde die Sonne doch mal kurz ignoriert. Beweis liefern, dass man das
größte Genie unter der Sonne ist, geht eindeutig vor.

Nur leider sind  wir dann meistens doch immer nur mäßig erfolgreich. Wer kennt schon jeden Zufluss der Fulda (gebe hiermit offen und ehrlich zu, dass ich nicht mal weiß, wo dieser dumme Fluss überhaupt erst liegt) und alle lettischen Marschlieder? Also praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, obwohl wir die Kompetenzen eindeutig aufgeteilt haben: 

Für schwere religiöse Fragen bin ich zuständig (zehn Jahre katholische Privatschule müssen sich ja irgendwie bezahlt machen), geografische Fachfragen beantwortet unser Erdkunde LKler (der sollte echt mal ein paar mehr Zuflüsse auswendig lernen) und bei unberechenbaren Fragen schöpft unser Kind aus dem Dorf mit viel Langeweile und viel Zeit für Fernsehen und Bücher aus einem unendlichen Wissensschatz an unnützem Wissen ("Was ist das denn bitte für ne Frage? - Wer zur Hölle kennt die Nationalhymne aus Absurdistan? Das weiß doch keiner ey!" - "SingenKlatschen123" kommt es dann meist nur trocken aus der Ecke meines Mitbewohners).

Naja, jede Woche aufs Neue merken wir trotzdem, dass wir doch nicht mit Stephen Hawking auf einer Stufe stehen - sondern nach der wöchentlichen Niederlage eher gefühlt so mit Lukas Podolski und/oder dem Typen, der seiner Freundin bei "Mitten im Leben" immer kulianrisch-erotische Überraschungen bereitet (Für alle, an denen das tatsächlich vorbeigegangen sein sollte - Guckst du hier, hier und hier).

Deswegen machen wir danach immer das Kreuzworträtsel in einem bekannten deutschen Hochglanz-Lifestylemagazin um uns danach wieder wie Einstein zu fühlen. Besonders schlau kommen wir dann wahrscheinlich auch daher, wenn wir unserer neuen Leidenschaft nachgehen: den Bernd am Grill besingen. Seitdem wir das Lied letztens aufgeschnappt haben, gibt es einfach kein Pardon mehr:





Jetzt gibt es auf eigentlich alle dummen und unangenehmen Fragen nämlich nur noch eine Masterantwort. Beispiel gefällig? Ich: "Hat eigentlich jemand mal die Müll runtergebracht?" Schweigen. Dann eine der angesprochenen Personen: "Ick hab die Schürze um, ick dreh die Würste um, ick bin der Bernd und steh am Grill!" woraufhin die anderen dann sofort in den Chor einfallen und mitgrölen "Und mit nem Bierchen in der Kralle, grill ick immer wird dit alle - Fleisch und Würste grilln is allet wat ick will!". Hat sich mit der Zeit anscheinend als äußerst effektiv gegen unangenehme Fragen herausgestellt. 

Danach bin ich dann nämlich meistens so entnervt, dass ich den Müll lieber selber runterbringe, als mich einer neuen Endlosschleife von Bernd am Grill auszusetzen. Apropos. Der Müll müsste noch mal runtergebracht werden. Ich versuche es jetzt nochmals. Die Chancen stehen 10:1, dass ich wieder den Kürzeren ziehe. Over And Out :)

Sonntag, 4. September 2011

...Wir sind dann mal weg!

Oho, ist dieser Tage aber was los auf  Facebook. Das neue Semester hat begonnen und ab dem 1. September sind jetzt alle da angekommen, wo sie sein sollen. 


Und das ist derzeit in meiner Kohorte wohl irgendwie überall und nirgendwo. Wenn ich mich hier mal so genauer umschaue und mir ansehe, wo die sich alle so rumtreiben, dann bin ich teilweise doch schon ein bisschen neidisch.


Ich mit Hamburg als Stadt meines Vertrauens für mein Praxissemester bin da eher ein wenig glanzlos.Einige Leute haben in Sachen Standort während des fünften Semesters mehr Kreativität als ich bewiesen. 


Zu meiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass die exotischsten Ziele meist Ziele des Auslandssemester sind und ich dementsprechend bald mit Halmstad in Schweden angeben kann. 


A. hat es seit einer Woche auch schon nach Finnland in die unaussprechliche Stadt Seinajöki für ihr Auslandssemester verschlagen und es scheint alles sehr aufregend zu sein.


Dafür, dass sie am Anfang nicht so ganz Feuer und Flamme für Elchhausen war, ist sie doch jetzt überdurchschnittlich motiviert. Nur auf den Schnee ab nächsten Monat ist sie verständlicher Weise nicht so erfreut. 


Ansonsten sehe ich die Asienfraktion auch die ganze Zeit von Land zu Land hüpfen, bevor das Auslandssemester in Hong Kong, Korea und Co. anfängt. Besonders neidisch machen mich Statusupdates wie


"Fahre spontan nach Bali!" oder die Fotos aus Sydney. Aber naja, ich denke, dass es mich auch nicht sonderlich schlecht getroffen hat. Ich hab halt nur keinen Strand und die Menschen sind auch nicht so wirklich


exotisch. Aber wenigstens steppt hier mehr der Bär als noch in Kaldenkirchen. Allerdiengs kann es  auch hier zu innerdeutschen Veständigungsschweirigkeiten kommen. E-Mail-Verkehr zwischen einer Mitpraktikantin und mir letzte Woche:


Bayerische Mitpraktikantin: "Das tut mir auch total Leid. Ich will dir ja irgendwie auch nichts anschaffen". Also ich persönlich kenne das Wort "anschaffen" eher nur so aus dem Rotlichtmilieu. Aber das scheint in Bayern anders zu sein.


Ich für meinen Teil habe es auf jeden Fall auch in den falschen Hals bekommen und schrieb nur zurück "Ich würde dich auch niemals für mich anschaffen gehen lassen. Das würde irgendwie den professionellen Rahmen sprengen".


Das hatte zur Folge, dass sowohl sie als auch ich verwirrt waren. Woher soll ich auch wissen, dass "jemandem was anschaffen" gleichzusetzen ist mit "jemandem was aufhalsen". Naja, habe ich wieder was gelernt.



Und ich weiß nicht, ob ihr es merkt, aber langsam fällt mir auch nichts mehr wirklich ein, was ich zwischen die Statusupdates schreiben könnte. Es sind einfach zu viele. Habe kurz überlegt, ob ich was rausschmeißen soll, aber dann bleibt natürlich der Blenderfeffekt weg.


Was vielleicht noch wichtig sein könnte, ist meine Angst vor Schweden. Irgendwie frage ich mich, wieso ich auf die wahnwitzige Idee gekommen bin, nach Schweden zu gehen. Ich spreche außer "Köttbullar" "Wasa" "Ikea" und "Skoll!" 


nicht ein Wort schwedisch. Ich war auch noch nie in Schweden. Ja bin ich denn eigentlich gestört? Aber A. kann mir meine Nervosität auch ein wenig nehmen. Ich habe sie ja als eine Art Versuchskaninchen nach Skandinavien vorgeschickt.


Und A. sagt, dass Schwedisch voll einfach sei. Denn immer wenn sie was im Supermarkt kauft, hofft sie, dass da was auf Schwedisch steht. Das kann man wohl ableiten während Finnisch einfach von gar nichts jemals abzuleiten sei.


Ich habe gelernt, dass Finnisch wohl seinen Wortstamm mit sich alleine ausmacht. Man könnte also auch gleich chinesisch lernen. Das ist natürlich eine Herausforderung. Aber ich weiß, dass A. das schon irgendwie macht.


A. macht es immer schon irgendwie. Und ich bin sicher, dass der Rest meiner Kohorte es ebenfalls irgendwie auf die Reihe kriegen wird. Inklusive mir. Over And Out :)

Mittwoch, 31. August 2011

Prinzessin Lillifee im Bestellrausch

Diese Shops, die wir im Verlag anbieten, müssen ja auch mal von zeit zu Zeit getestet werden. Also muss die Praktikantin etwa so gefühlte siebenhunderttausend Bestellungen in verschiedenen Kombinationen (mit gleicher/verschieder Lieferadresse - angemeldet/unangemeldet - One Page Checkout/Multicheckout etc. pp.) durchführen und sehen, ob die Bestellungen richtig im Lager ankommen. Und das kann gaaaanz schön langweilig sein. Für mich und für das Lager. Deswegen habe ich da heute mal ein bisschen umdisponiert.


Ich habe die Liederadressen mal ein bisschen aufgepimpt um mein Gehirn 1. aus dem routinierten Ablauf der Langeweile zu katapultieren und 2. ein kleines Highlight im eintönigen Tagesbaluf der Lagerverwalter zu sein. Denn für die Lagerverwalter ist das mindestens so spanned, wie für mich. Und so habe ich meiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ich habe ganz Entenhausen, das ganze Schmlumpf-Dorf und die halbe Gummibärenbande durchexerziert. Die Gummibärenbande wurde leider nicht komplett, da ich sie nicht mehr vollständig aufzählen konnte. Ich kam nur noch auf Gruffi, Tummi und Sunni. Die anderen hatte ich wohl wieder verdrängt. Nur eine Googlerecherche hat mich wieder auf den neuesten Stand gebracht - aber das war mir dann zu billig. Googeln kann ja jeder. 

Naja, das wollte ich euch nur mal so erzählen. Ab morgen wird es hoffentlich wieder spannender. Wenn nicht, muss ich leider irgendwas vor die Wand schmeißen. Over And Out :)

Montag, 29. August 2011

Server zum Heulen bringen leicht gemacht.

Montag, 29.08.2011, 18 Uhr 54. Es ist der Abend vor dem Release des Shops. Ich fühle mich ein wenig verarscht. Morgen muss das Shop Ding stehen und ich darf nicht mehr mitspielen. Die IT hat mich glaube ich rausgeschmissen. Aber das bin ich auch ein bisschen selber schuld. Unbewusst natürlich. Ich habe eine Massenänderung in unserem Shopsystem vorgenommen und naja... Ich habs kaputt gemacht. Aber so richtig. 



Argumentation war: Wenn du 91 Produkte mit Massenänderung mehrmals änderst, dann kommen da ganz viele Daten am Server an und die bringen die Server zum heulen und ausrasten. So oder so ähnlich war die Erklärung. Naja, Quintessenz war, dass ich alle Shops des Verlags für mehrere Minuten zum kompletten Absturz gebracht habe. Und das irgendwann so um halb sieben. Naaaa toll.

Die IT ist um halb sieben an den wichtigen Stellen nicht mehr soooo bombe besetzt um das Debakel wieder in den Griff zu bekommen. Die haben sich natürlich irre gefreut. Head of IT hat sich sogar so sehr gefreut, dass der mich glaube ich einfach rausgeschmissen hat. Mysteriöserweise konnte ich mich nicht mehr in das System einloggen, während all meine Kollegen null Problemo hatten reinzukommen (wir sind hier noch in voller Besetzung. Und das wohl auch noch die nächsten Stunden - aber nicht wegen mir, sondern so generell). Aber wenigstens bin ich es nicht Schuld. An der Schulung "Serverauslastung" konnte ich leider nicht teilnehmen, weil ich "richtige" Arbeit hatte ;)



Aber das war wohl doch nichts persönliches. Ich komme wieder rein. Problem ist nur, dass ich jetzt keine Massenänderung mehr machen kann. Also ich kann schon. Aber dann beauftragt die IT bestimmt einen Serienkiller und/oder nimmt das selber mal in die Hand. Deswegen bin ich jetzt verdammt alle 91 fuckingscheißblödundpipimanndoofen Produkte einzeln zu ändern und darf pro Produkt etwa 30 Sekunden Ladezeit einkalkulieren. Boah wird das fetzen. 

Ich freu mich wie Bolle. Nicht. Aber wenigstens hat die IT mich noch lieb (naja, zumindest do lieb, dass ich noch Zugang habe). Over And Out :)

Sonntag, 28. August 2011

Die verwirrte Frau, die morgens im Penny immer Wodka kauft

Dies ist die tragische Geschichte der Samira M., die einfach nicht aus ihren Fehlern lernte.

Samira war ein fröhliches Mädchen. Eins, das lustig war und immer viele Freunde hatte. Doch dann kam die Studienarbeit und Samira gelang in einen teuflischen Teufelskreis, der sie auf der Straße landen ließ. - Ich kann mir gut vorstellen, dass das die Gruselgeschichte ist, die sich Studenten noch Jahre später erzählen werden, wenn ich so weitermache. 

Abgefahrene Müslikreation - sieht dufte aus, hat aber eine Zwiebelnote zu viel.

Was passiert ist, dass ich hier schon wieder so abdrehe? Nichts. Das ist ja das Problem. Es ist nichts passiert. Gar nichts. Und dabei sollte ja eigentlich alles passieren. Aber ich habe keinen Bock. Voll, total keinen Bock. Gestern hatte ich eigentlich ein kleines Motivationsfenster und ich wollte mal so langsam mit meiner Studienarbeit anfangen. Zumindest schon mal so das Wesentliche. Ihr wisst schon, die typische Fontys - "Ich-zieh-dir-sieben-Punkte-ab-wenn-du-nicht-einen-exakten-Seitenrand-von-2,54-Zentimetern-sprich-ein-Inch-hast" Knebelleiher. Aber die Motivation hielt genau dem Zusammenschnippeln eines Müslis stand. Und dann hat die dumme Motivation sich schon wieder auf nimmer Wiedersehen verzogen. Tschö. War doof mit dir.

Grund für meine plötzliche Demotivation war der Geschmack dieses Müslis. Ich musste mir erst mal die Zeit nehmen, in Ruhe richtig auszuticken. Denn das Müsli ging gar nicht. Und das war das Müsli eigentlich nicht selber schuld. Schuld ist irgendeiner meiner Mitbewohner. Denn die Nektarinen, die ich ins Müsli reingeschnippelt hatte, schmeckten unglaublich streng nach Zwiebeln. Und ich weiß auch, wieso das so ist. Irgendeiner meiner Mitbewohner-Spezies hat wahrscheinlich mal wieder Zweibeln geschnitten, das Messer als durchaus noch sauber erachtet und dann wieder zurück in den Messerblock gesteckt. Die Leute, die mich kennen, wissen, wie ich zu Zwiebeln und deren Geschmack stehe und können sich in etwa vorstellen, wie extrem unerfreut ich über diese Überraschung war. Männer! Echt. Grr!

Problem war leider nur, dass niemand da war, den ich so richtig anbrüllen konnte. Deswegen sah ich es als äußerst wichtig an, erst mal die ganze achte Staffel von Project Runway zu schauen (Oh wie herrlich. Drama, Drama, Drama!), mich dann durch ganz Youtube zu klicken, um dann zu merken, dass der Tag schon wieder vorbei war. Dammit! Aber wenigstens kann ich euch hier ein echtes Knallervideo präsentieren...


Ihr müsst schon zugeben, dass das ein sehr süßes, lustiges und beängstigendes Video zugleich ist. Ihr kennt das ja, liebe Mit-Studenten. Wenn eine Hausarbeit ansteht, kann man plötzlich studenlang irgendwelchen Mariachi-Bands zuhören. Oder sich die Nägel in abfegahrenen Farben lackieren. Oder seinen Schrank mal aufräumen. Oder auch den Wolkenformationen am Himmel hinterhersehen. Oder aber auch einfach mal die Raufasertapete minutenlang anstarren ohne zu blinzeln. Unglaublich, was man alles machen kann, statt zu studieren. 

Ich sehe da also extrem schwarz für mich. Jetzt, wo ich aufgrund des Praktikums extrem aus der Übung in Sachen Selbstmotivation bin, werde ich diese Studienarbeit niemals schreiben können. Und dann kriege ich die Credits nicht. Dann werde ich exmatrikuliert. Und dann bin ich ohne Studienabschluss. Und dann bin ich arbeitslos. Und dann obdachlos. Letztendlich wahrscheinlich ohne jegliche Perspektive. Wahrscheinlich dann auch dem Alkohol sehr zugeneigt. Dann verliere ich jegliche Schamgrenze und bin eine von den zermürbten Frauen, die morgens um acht eine billige Flasche Wodka beim Penny kaufen und denen dann auch alles egal ist. Und dann erzähle in den Leuten an der Kasse immer ungefragt, dass ich eine rosige Zukunft vor mir hatte und Marketing-Managerin bei Coca-Cola hätte werden können und würde kleinen Kindern bedrohlich in die Augen sehen und denen auf gruseligste Art und Weise sagen, dass die bloß weiter zur Schule gehen sollten obowhl die mir nicht zuhören, weil die von schon angefangen haben lauthals zu flennen, als ich mich mit meinem gruseligen Kopf zu denen runtergbeugt habe. Und dann machen alle einen riesen Bogen um mich und selbst A. wird sich von mir distanzieren, obwohl die selbst in der 9. Klasse hardcore zu mir stand, in der ich dachte, dass jeden Tag kniehohe bunte Ringelstrümpfe zu Knickerbockern tragen der Hit wäre.

... Irgendwie steigere ich mich da glaube ich gerade zu sehr rein. Noch eine erfolgreiche Art und Weise, mich von der Studienarbeit abzulenken. Unglaublich. Naja, machste nix. Derzeit nehme ich auch eine Abwärtsspirale in Kauf. Ich gehe jetzt Farmville spielen oder was ähnlich dummes machen. Over And Out :)

Mittwoch, 24. August 2011

Überstundenparty

Woah. Ich sitz immer noch im Büro. Und ich bin ganz irre, weil ich irgendwelche HTML-Dokumente auf Fehler untersuche. Ich bin hier ganz alleine in dem Laden und habe seit etwa acht Uhr Narrenfreiheit. Seitdem bin ich schon mal mit meinem Stuhl durch den ganzen Flur gerutscht und habe dem Kampagnenmanagement die halbe Milch leergemacht - ohne dass sie mich dabei erwischen konnten (harharahar). Das fetzt ganz schön.

Noch nie waren Überstunden so lustig. Deswegen mache ich jetzt auch einfach ganz laut meine Boxen an und tanze durchs Büro. Sieht mich ja keiner. Außer der Securitymann auf seinen Überwachungsmakeras vielleicht. Dann biete ich dem jetzt mal eine Show, die er so noch nie gesehen hat. Macht alle mit!



Over And Out :)

Dienstag, 23. August 2011

Und dann marschierte Hannibal in Frankreich ein...

Schöne Grüße aus dem Büro. Ich sitze hier immer noch rum und habe nicht wirklich was zu tun. Eigentlich muss ich nur darauf warten, dass unser Shopsystem etwas aktualisiert - aber das kann dauern. Deswegen dachte ich mir mal, dass ich einfach schnell etwas schreibe.


Wieso in der Kantine essen, wenn man auch zeitsparend mit
Essen auf dem Schoß weiterarbeiten kann?

Wie ihr sicherlich gemerkt habt, bin ich die letzte Zeit nicht sonderlich dazu gekommen, meine trivialen Alltagsberichte zu posten. Momentan ist bei uns im Büro ein bisschen Land Unter und deshalb hocke ich ziemlich viel im Büro. Der Shop eines bekannten deutschen Magazins geht nächste Woche online und ich habe das Gefühl, dass ich allein dafür nur existiere. Zumindest noch bis nächsten Dienstag. Dann geht das Ding online und ich sollte dann auch endlich wieder die Zeit haben durchzuatmen.

Einerseits ist es einfach nur der Horror so extrem unter Druck zu arbeiten, andererseits bin ich auch Stolz wie Bolle. Denn ich habe das Projekt von Anfang bis Ende mitbekommen und war auch die ganze Zeit involviert. Deswegen habe ich in letzter Zeit eine Art krankhaften Ehrgeiz entwickelt, dass alles, was ich für dieses Projekt mache, auch hundertprozentig tippitoppi ist. Irgendwie will ich, dass das Projekt einfach mit eins plus mit zwölf Sternchen abgeschlossen wird. 

Die Leute, die mich kennen werden an dieser Stelle wahrscheinlich sehr verwundert sein. Was geht denn bitte mit Samira "Läuft. Das reicht vollkommen, wenn ich das in der Nacht vor der Abgabe mache" Maaßen? Ja, das finde ich auch. Ich erkenne mich da selber nicht wieder. 

Der Grund, weshalb ich diese Woche auch mehr als gestresst bin ist allerdings teilweise auch echt selbst verschuldet. Weil ich so extrem viel und hart gearbeitet habe, ist mir letzte Woche auch der ein oder andere Fehler unterlaufen, den ich dann natürlich wieder beheben musste. Die Behebung war dann meistens auch noch langwieriger als das Erstellen selber. Das war natürlich pretty suboptimal. Aber machste nix.

Und ich würde auch besser durchkommen, wenn mein Bildschirm nicht
ständig solche Faxen machen würde...

Und da ich euch auch gerne daran teilhaben lassen möchte - Hier die Top 3 der amüsantesten Fehler:

Platz 3:
Samira schreibt den Header für ein Geschichtsmagazin ab. Titel:
"Lesen Sie jetzt in der neuen Ausgabe: Hannibal und sein vernichtender Sieg über Cannes"
- Da habe ich mich leider ein bisschen vertan. Das war wohl eher Cannae und das liegt wohl in Italien. Ich habe also gleich mal die Geschichtsbücher neu geschrieben, indem ich Hannibal in Frankreich einmarschieren ließ. Hätte ich mal Geschichte in der Schule nicht so früh abgewählt...

Platz 2:
Wieder habe ich einen Titel eingegeben. Dieses Mal für ein Kindermagazin. 
Eigentlicher Titel war "Abgeguckt: Alles über Ferngläser".
Was mache ich draus?
"Abgefuckt: Alles über Ferngläser".
Es findet sich immer schnell ein erboster Mutter-Anruf beim Kundenservice, der mich auf Fehler solcher Art hinweist. Pretty Praktisch.

Und die unumstrittene Nummer eins in Sachen dämlich-amüsante Fehler:
Platz 1:
Titelbeschreibung für ein Börsenmagazin. Irgendwie bin ich durcheinandergekommen mit den verschiedenen Einzelheften, die ich alle gleichzeitig auf dem Rechner aufhatte. Deswegen habe ich das Börsenmagazin mit einem Naturmagazin vercheckt. Und somit warb das Börsenmagazin mit dem Titel "Jetzt die 50 besten Aktiendeals sichern" und der Beschreibung "Schimpansen - eine priviligierte Spezies..."

Läuft. Erfreulicherweise nimmt es mir keiner krumm hier. Es trägt eher zur allgemeinen Erheiterung bei, wenn ich mal wieder etwas verchecke. Außerdem muss man zu meiner Verteidigung mal sagen, dass ich in 90% der Fälle auch keine Fehler mache. Denn ich bin ja neuerdings ein Streber. 

Oho. Das Programm ist durch. Ich verabschiede mich in den wohlverdienten Feierabend! Over And Out :)

Montag, 22. August 2011

Mein Block, mein Block, mein Block.

Heute habe ich ein ganz besonderes Schätzchen in meiner unmittelbaren Nachbarschaft gefunden. Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass ich im totalen Ghetto wohne. Ich wohne so sehr im Ghetto, dass dieser Stadtteil nicht mal ein Szene-Stadtteil ist. Und ich habe letztens gemerkt, dass es nicht überall aussieht wie in Harburg. Denn letztens saß ich in der falschen Bahn in Richtung Süden statt in Richtung Norden. Da wunderte ich mich ganz schön, wieso dieses Mal nicht dreiviertel der Insassen total abgefuckt aussahen und es auch nicht nach Wodka roch. Dann bemerkte ich meinen Fehler. Achsooo ich saß in der Bahn in die falsche Richtung. So war die Welt auch wieder in Ordnung. Deswegen habe ich euch auch dieses besondere Schmankerl mitgebracht, die nur wieder unterstreicht, wie nett, freundlich und sozial meine Mitmenschen im Ghetto so sind. Da geht einem doch schon so ein bisschen das Herz auf, oder?


Mich hat die Warmherzigkeit dieser Nachricht und die kleine Müllhalde im Vorgarten (die kann man leider hier nicht sehen. Aber stellt euch in etwa Pete Dohertys Wohnzimmer vor) einfach nur in eine warme Decke des Wohlbefindens gehüllt. Over And Out :)