Donnerstag, 13. September 2012

"Halt mal die Schnauze - Wir müssen jetzt seriös wirken!"

Letztens so in der E-Marketing-Vorlesung: "Blablablablabla - demnächst ist auch eine Messe für Online-Marketing in Köln". Große Volltotalnichtbegeisterung bei den Studenten. Wieder am freien Tag aufstehen, voll weit nach Köln fahren und irre viel Geld für so Quatsch ausgeben. Nein Danke. Dann der Trumpf vom Dozenten: "Und die ist sogar KOSTENLOS". Zack, da war unsere Aufmerksamkeit gleich wieder am Start. Weil der gemeine Student ist ja gewitzt: Die Messe ist kostenlos und auf Messen bekommt man doch immer so viel Zeugs umsonst. Na da sind wir doch dabei! 

Deswegen hat sich die geballte Online-Marketing-Kompetenz in Form von Carina, Anki und mir nach Köln zur DMEXCO aufgemacht, um sich mal so anzusehen, wie dieses Gedöns mit dem Online-Marketing so geht. Dass das vielleicht doch nicht so eine Halligalli-Veranstaltung für uns wird, merken wir bei der Ankunft. Erst mal will die Parkplatzfrau 9 Euro von uns haben (von wegen kostenlos, Herr B.! Fängt schon scheiße an). Dann weist der Parkplatzwächter mich vor einem Pfeiler ein, weil Jacques anscheinend weit und breit das einzige Auto ist, das davor passt. Sonst stehen da nämlich nur so richtig dicke, schwarze Luxusautos. Ich fühle mich ein bisschen verarscht, weil ich für 9 Euro eigentlich auch einen Premiumparkplatz bekommen sollte, auf dem Jacques in meiner Abwesenheit von einem Supermodel mit Gold überzogen wird. Anders ist dieser Preis nämlich nicht zu rechtfertigen! (Und jetzt kommt mir nicht mit Preisbereitschaft und so. Preisbereitschaft AM ARSCH!)

Na, wer hat die fetteste Karre auf dem Parkplatz? Na ich!
Von Anfang an war also klar: So richtig passen wir drei Studentinnen ja nicht auf die Messe. Jacques fühlte sich mit seiner dicken Beule in der Seitentür und dem Aufkleber mit Elchen beim Geschlechtsakt schon ein bisschen fehl am Platz. Aber das fühlten wir uns auch. Carina hatte zwar ein Sakko an, Anki war ganz in schwarz gekleidet und ich hatte meine Schlaubi-Brille an - aber irgendwie waren wir immer noch zu leger und zu bunt. Denn außer uns waren da nur so richtig geschniegelte Businessmenschen, die aussahen, als wären sie superwichtig. 

Naja, wenigstens bekommen wir auch so einen tollten Umhänger mit Namensschild, damit sehen wir auf jeden Fall schon sehr viel wichtiger aus als vorher. Trotzdem aber Unentschlossenheit, als wir dann drin sind. So, jetzt haben wir es reingeschafft. Und jetzt? Gute Frage. Schön, dass wir mal hier sind. Erst mal ein bisschen umschauen um dann zu merken, dass es jetzt nicht sooo viel Spannendes gibt. Die meisten Aussteller kennen wir nicht. Trotzdem mache ich eine Randnotiz, dass ich vielleicht ins Messe-Marketing wechseln sollte. Jesusmariaundjosef, haben die da teilweise was aufgefahren! 

Ja man, der Name der Hochschule ist falsch geschrieben. So what - Ich bin wichtig!
Von Messen hatte ich jetzt nicht sooo das spannende Bild im Kopf. Da sind halt so Stände und dann kann man sich so Zeugs anschauen. Ja von wegen! Aquarien, nachgebildete Wohnzimmer, Flatscreenwände - alles dabei. Als wir da so rumgelaufen, beschließt mein Hirn fast, vor lauter Reizüberflutung einen epileptischen Schock zu kriegen. Ich weiß erst mal gar nicht, wo ich hinschauen soll, weil in jeder Ecke etwas anderes Abgefahrenes angeboten wird. Am meisten sind Carina und ich von einer Wassermaschine fasziniert, die Wasserperlen so von oben herunterlässt, dass sie in Form von Mustern herunterfallen. Da steht dann plötzlich "Hallo" oder so. Total sinnlos, will ich aber trotzdem sofort für mein Wohnzimmer haben. 

Und weil ich ja ein toller Praktikant bin, springe ich auch gleich mal bei meinen alten Arbeitgeber - dem zauberhaften Zeitschriftenverlag  - vorbei. Lohnt sich voll. Denn erstens sind alte Kollegen und somit ganz viel Freude da und zweitens gibt es Frozen Joghurt in total fancy Sorten mit total fancy Schoko-Granit-Knuspersträuseln oben drauf. Da müssen wir ja dann zuschlagen! Auch macht der Verlag das total clever am Stand - alles ist weiß renoviert und die Messeteilnehmer bekommen Bögen mit Aufklebern, in denen die Formen der Werbebanner sind, die der Verlag auf seinen Seiten anbietet. Die müssen wir dann auf dem ganzen Stand verteilt aufkleben und für jeden Aufkleber spendet der Verlag 50 Cent. 

Der alte Arbeitgeber überzeugt durch gute Ideen und tollen Frozen Joghurt!
Hätte ich vorher nicht schon aus eigener schmerzlicher Erfahrung gewusst, welche Banner die so im Angebot haben, weil ich die Drecksdinger schließlich selber einbauen musste, hätte ich es spätestens jetzt gewusst. Gute Idee also. Und gut, dass ich nicht mehr die Praktikantin in dem Laden bin. Ratet mal, wer am Ende der Messe die ganze Aufkleber wieder abkleben und zählen muss - bestimmt nicht der Vorstandsvorsitzende (den der Verlag übrigens seid einer Woche nicht mehr hat. Ich habe mich schon angeboten - meine Chancen stehen gut). Deswegen auch Schadenfreude meinerseits für den Praktikanten, der gerade da eingestellt ist. 

Nachdem wir dann ein Eis abgestaubt haben, wollen wir dann aber tatsächlich auch mal was Produktives tun und hören uns einen Vortrag vom Chef von McCann Erickson an. Solltet ihr nicht in den Genuss kommen, gerade alle großen Werbeagenturen für das Modul ALA6 aka "Den Pitch aus der Hölle" auswendig zu lernen und zu studieren: Die sind ziemlich groß und machen ziemlich erfolgreich ziemlich viel Zeug. Im Vortrag selber lernen wir nicht viel, dürfen aber ganz viel tolle Werbefilmchen schauen, die Cheffe im letzten Jahr so produziert hat und ich bin emotional so ergriffen, dass ich Pipi in den Augen habe, weil die Spots so gut sind und die auch ziemlich gut in der Halle inszeniert werden. 

"Schau mal, dem Typen von McCann fliegen Engelchen aus dem Hintern!"
Und zack - also schon wieder auf die ganze Marketingscheiße reingefallen - und das, obwohl ich nun wirklich vom Fach bin. Die anderen Vorträge gehen dann so weiter - Unternehmen feiern sich selber unter dem Vorwand, dass sie einen Vortrag halten. Leider sind die Gelben Seiten und Air Berlin nicht halb so sexy wie McCann Erickson und die Redner nicht ansatzweise so charismatisch wie der Werbefuzzi, sodass mir in den anderen Vorträgen nicht nur die Füße einschlafen. 

Da die Vorträge sich also ziemlich schnell als Sackgasse herausstellen und wir nicht wirklich mit den Menschen an den Messeständen kommunizieren wollen und die auch nicht mit uns, weil aus uns einfach kein Geld zu leiern ist ("Und was machen Sie so?" - "Wir sind Studenten" - "Aha". Gesprächsende) - konzentrieren wir uns für den Rest des Tages nur noch auf die Gimmicks. Schließlich gilt es, 9 Euro Parkgebühren am Ende des Tages wieder rauszuholen! Und so ziehen wir los und ziehen alles ab, was nicht niet- und nagelfest ist. Waren wir am Anfang noch zaghaft, wird jetzt schamlos alles gegrapscht, was sich finden lässt. Scheißegal, ob wir das brauchen oder nicht!

Die Dreistigkeit in Sachen Gimmicks klauen stieg, damit wir das Parkticket wieder raus haben.
Auch scheißegal, dass uns jetzt das letzte Bisschen Seriosität flötengeht. Ist der Ruf erst ruiniert un so. Kulinarisch gebe ich mir einen Smoothie, einen Bubble-Tea, zwei Energydrinks, einen Hotdog, drei Mal Frozen Joghurt, einen Muffin und unzählige Sandwiches. Ein Wunder, dass mir nicht schlecht wird. Dann machen wir uns an die Hardware und stecken irre viele unsinnige Sachen. Von Handyhüllen im Häschenlook bis hin zu Zippo-Feuerzeugen mit Werbedruck. Wenn wir es nicht brauchen, wird bestimmt einer von unseren Freunden es brauchen. 

Als wir dann um fünf Uhr total erledigt wieder im Auto sitzen, ziehen wir den Schluss, dass uns die Messe für unsere akademische Karriere kaum was gebracht hat - dafür aber irre unterhaltsam war und es einfach voll total super toll ist, ständig sinnloses Zeug umsonst abzustauben. Wir haben also jetzt ein neues Hobby: Messeschmarotzer sein. Demnächst ist die eat&style, haben wir schon herausgefunden. Ratet mal, wer vor Ort sein und die Stände leerräumen wird... Naja, bis dahin werdet ihr mich aber weiter an der Fontys finden. Bis denne also. Ich gehe jetzt die unzähligen Zeitschriften lesen, die ich eingesteckt habe. Over And Out :)

Sonntag, 9. September 2012

Cholerischer Bildungssnobismus für Fortgeschrittene

Hallo liebe Menschen, die das hier eh nicht lesen werden, weil sie bestimmt nicht drin sitzen (Wenn doch: Geh' raus, man! Ist doch traurig...). Gerade sitze ich vorbildlich im elterlichen Garten bei etwa fünftausend Grad im Sonnenschein und tippe euch diese Zeilen, nachdem ich heute schon irre fleißig war. Wenn ich sage, dass ich fleißig war, meine ich damit allerdings, dass ich mir ein Buch über Online-Marketing bei amazon bestellt und dass ich die neuen Folien für ALA irgendwas (Ich kann mir die Namen der Module immer noch nicht merken) ausgedruckt habe. Angesichts der Tatsache, dass heute Freibadwetter ist, finde ich mich also schon extrem motiviert. 

Ansonsten habe ich verständlicherweise aber nicht viel für die Uni gemacht dieses Wochenende. Stattdessen habe ich mir lieber die Sonne auf den Bauch scheinen lassen - allerdings in der Hoffnung, dass ich nicht noch brauner werde. Dass ich nach meinem fünfwöchigen Spanienaufenthalt nämlich zu braun bin, hat mir meine allerliebste Freundin A. nämlich letztens mal schonend mit der Behutsamkeit eines Presslufthammers beigebracht: "Sam - Ich hab dich lieb. Aber du siehst aus wie jemand, der bei "Hobbys" gerne "Meine Nägel" angibt!". Zu meiner Verteidigung möchte ich dazu aber sagen, dass ich an dem Tag was Pinkes getragen und mir das erste Mal in meinem Leben falsche Nägel aufgeklebt habe (Mach' ich nie wieder! Für Chaotinnen wie mich definitiv nicht geeignet, da ich am Ende alles in meinem Umfeld irreversibel an meinen Körper geklebt habe - nur die falschen Nägel nicht). 

Meine seriöse Brille und ich lesen ein Marketingbuch. Nicht. Aber bei der Sonne auch unangebracht.
Unter Umständen habe ich dann auf A.s Aussage ein bisschen (sehr) kratzbürstig reagiert. Schließlich bin ich bald Akademikerin und da habe ich sehr lange drauf hingearbeitet. Nachdem ich A. erklärt hatte, dass ich genau deswegen so unentspannt reagiere, musste meine liebste Freundin natürlich den von mir zugespielten Ball metaphorisch fangen und mir voll auf die Nase donnern. A.'s pseudo-verständnisvolle Antwort: "Natürlich hast du lange auf den Akademiker-Titel hingearbeitet, Evelyn-Chantal. Schließlich kannst du dir dann endlich bei Elitepartner den richtigen Versorger suchen!". Kurze Stille, in der ich überlege, ob ich mir diesen Tacker schnappen und A.s Gesicht damit bearbeiten oder es vielleicht einfach locker-flockig wegstecken soll. Kurz gewinnt der Impuls mit dem Tacker. Dann fällt mir ein, dass A. meine beste Freundin, aber auch meine stärkste Kritikerin ist und sie meistens Recht hat. Kurz reflektieren, dass A. mir nur den Spiegel vorhält, dass ich ein elender Bildungs-Snob bin und damit nur sagen möchte, dass ich mich mal locker machen soll.

Weil eigentlich bin ich, was den Umgang mit Selbstironie angeht, immer ganz vorne dabei. Selbstgewählt aussehen wie ein Idiot, weil ich mir Bockwurst auf den Arm schreiben lasse oder mit einer Bananenhose rumlaufe? Kein Problem. Rüberkommen wie eine Tussi? Weltuntergang! A. hat schon recht, da bin ich ein ziemlicher Snob. Also vermeide ich jetzt pinke Klamotten und habe die Nägel in einer schmerzhaften Prozedur wieder abgerissen. (Diese Prozedur habe ich übrigens mitten in E-Marketing vollzogen und Anki hätte mir am liebsten nur wegen des Geräuschs auf den Schoß gereiert. Aber da konnte ich keine Rücksicht drauf nehmen, da meine schließlich Seriosität infrage gestellt wurde!).

Wenn einer totale Superkompetenz ausstrahlt, dann ich!
Was die ständige Zurschaustellung meiner angehäuften Bildung in Kombination mit recht fixen kognitiven Fähigkeiten angeht, kann ich mich aber irgendwie auch nicht bremsen. Ich lese viel und deswegen weiß ich auch viel. Mein Problem dabei ist, dass ich erstens immer nur so ein Drittel der Information behalte und deswegen immer so ein gefährliches Halbwissen habe. Ich bin aber immer der festen Überzeugung, dass ich da voll total richtig liege wenn ich mich dazu herablassen sollte, mein Wissen generös mit dem Pöbel zu teilen. Sollte man mich dann allerdings berichtigen und damit meine Aussage infrage stellen, reagiere ich dann darauf generell unlocker und - eigentlich gar nicht meinem Charakter entsprechend - humorlos (siehe oben die Konversation mit A.). 

Genauso ist es bei Trivial Pursuit. Ich verliere mit Leidenschaft jedes andere Spiel. Egal ob Sport- oder Brettspiel. Ich muss nicht die beste Ballrumschubserin oder Monopolymasterin sein. Da lasse ich gerne den Menschen Vortritt, die Verlieren nicht ertragen können (Da steh ich drüber. Manchmal verliere ich sogar absichtlich, damit ich mir das Gezeter danach nicht anhören muss). Aber wenn es jemand in meinem Freundeskreis wagt, besser in Trivial Pursuit zu sein, kriege ich einen Vollausraster und sehe aus wie Rumpelstilzchen, wenn die Trulla seinen Namen rausbekommt (Wie das richtige Rumpelstilzchen. Nicht so süß wie der Busch im Video). 


Ganz besonders freundlich und gelassen reagiere ich auch immer gerne, wenn ausgerechnet ein Mann versucht, meine kognitiven Fähigkeiten anzuzweifeln. Diese Reaktion ist bei mir eigentlich gar nicht feministisch motiviert. Sie ist einfach nur erforderlich, weil es auch im 21. Jahrhundert anscheinend noch genug Männer gibt, die uns Dummerchen die Welt erklären wollen. Prinzipiell sollte ich mich nicht immer beweisen wollen, aber ich kann in solchen Situationen einfach nicht die Fresse halten. Die meisten Frauen reagieren da schlauer und stehen da einfach drüber indem sie nicht drauf eingehen - ich aber werde gleich persönlich. 

Ich habe es oft genug versucht. Aber es klappt immer nicht. Schönstes Beispiel kommt aus Skandinavistik im Auslandssemester. Ein britischer Mitstudent, der von sich selber dachte, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen, wollte meine Hausaufgaben abschreiben. Ich gab sie ihm. Dann erinnerte er sich daran, dass Englisch nicht meine Muttersprache war und gab sie mir mit genau den Worten wieder zurück. Meine Hausaufgaben waren ihm also nicht gut genug zum Abschreiben, ohne dass er sie je gelesen hatte. Jeder andere Mensch hätte sich kurz geärgert und wäre dann zur Tagesordnung übergegangen. Aber nicht ich. Ich nahm das Heft entgegen und versuchte mich noch zu bremsen und zählte innerlich: 21...22..23... Merkte dann aber, dass das nichts bringt und wiederholte deswegen innerlich fünf Mal hintereinander den Satz "Ich bin ein Gänseblümchen!". Aber dann konnte ich's irgendwie nicht mehr drinbehalten. Innerlich machte es so: Kann.nicht.die.Fresse.halten. Muss.was.sagen.Muss.Objekt.vernichten! und ehe ich es mich versah, war der Satz: "Halt mal den Ball flach, du linguaphober Inselaffe. Mein Englisch ist fünftausend Mal besser als dein Deutsch!" schon aus mir rausgebrochen. 

Ich hab ne Weile in England gewohnt. Mein Englisch ist wirklich okay, du blöder Inselaffe! 
Naa toll. Hätte ich mal die Schnauze gehalten. Hätte ich auch weniger Ärger gehabt. Das ist halt auch der totale Nachteil von recht fixen kognitiven Fähigkeiten. Ich habe innerhalb von Millisekunden im Kopf die passende und treffende Beleidigung formuliert und - zu meinem Leidwesen und das des Gegenübers - auch in Null Komma Nix ausgespuckt. Normalerweise bin ich ein Zen-Master, was Reizbarkeit angeht. Aber wenn jemand meinen Intellekt beleidigt, ist derjenige fällig. Ich versuche das aber zu ändern. Promise. 

Als ersten Schritt gebe ich jetzt offen und ehrlich zu, dass ich jetzt ganz unintellektuell zu A. hüpfe und mit Schwiegertochter Gesucht reinziehe, weil ich da eine perverse Freude dran habe. Over And Out :)

Freitag, 7. September 2012

Der Kaiserins neue Notizen

Anmerkung zum Post von gestern: Natürlich habe ich Notizen gemacht! Nur dumme Menschen können meine Notizen nicht sehen. Also super Notizen, ne?


Donnerstag, 6. September 2012

Wer braucht schon einen Doktor in Langweilologie?

So liebe Menschen, die zweite Woche wäre dann jetzt auch schon so gut wie gemeistert. Läuft auch so weit so gut. Ich habe mich bei den meisten Dozenten schon wieder so richtig unbeliebt gemacht und habe wie immer mehr durch nichts mitschreiben aber dafür die ganze Zeit auf dem Handy rumtippen als durch knallhartes Fachwissen geglänzt (heute erst mal schön den ganzen Vorlesungssaal mit meinem nicht aufhören wollenden Fontysalarm amüsiert. Nur so viel dazu: Mit dem Produkt "Fontys Wekker App" bin ich alles andere als zufrieden. Die klingelt und klingelt und klingelt und man kriegt sie nicht aus. Sehr zur Schadenfreude der Mitstudenten...) - Aber da bin ich nicht die Einzige. Montag war für die meisten von uns die erste richtige Marketingstunde nach einem Jahr. Erst denke ich so: Jaaaa, endlich verstehe ich wieder, was die Person da vorne sagt! 

Denn endlich muss ich nicht mehr heimlich jede zweite Theorie bei Wikipedia nachschauen, damit ich überhaupt einen Plan habe, worum es geht so wie in meinem Skandinavistik-Minor in Schweden ("Die Ereignisse, die sich zu der Zeit in Schweden abspielten, ähnelten sehr den Revolutionen im titikakaseeinesischen Raum unter der Herrschaft Heribert Dracula Langstrumpfs..." Schnell, Samira! Revolutionen im  titikakaseeinesischen Raum bei Wikipedia eingeben!). Stattdessen fühle ich mich endlich wieder heimisch, als die Dozentin mir Aktivierung, die vier Ps, Copy-Strategie oder ähnliche fachchinesisch angehauchte Begriffe an den Kopf schmeißt. Endlich bin ich wieder am Ball.

Mit meinen Notizen kann ich so richtig glänzen.
Wie aber oben eben schon angedeutet, können meine lieben Mitstudenten und ich das Fachchinesisch nach einem Jahr Minor-Exil allerdings viel besser passiv als aktiv. Wenn Frau A. Aktivierung sagt, weiß ich, dass das den Prozess beschreibt, der Kunden empfänglich für Werbung macht, damit diese die Werbung überhaupt erst aufnehmen wollen (Ich hoffe, dass das richtig ist. Ich war jetzt mal so risikobereit, das nicht nachzuschauen. Sollte das nicht haargenau die richtige Definition sein - Is mir egal, nervt mich nicht). Vor einem Jahr noch konnte man mich um drei Uhr nachts aufwecken und nach den drei Formen der Aktivierung fragen und ich hätte ohne zu überlegen im Kasernenton "Emotional, Physisch und Kognitiv!" gebrüllt.

2012 sieht das dann allerdings anders aus. 2012 steht Frau A. im Vorlesungsraum und schaut in 200 blanke Gesichter, als sie nach dem Formen der Aktivierung fragt. Wir müssen uns da halt überhaupt erst mal wieder reindenken. Aber wenigstens weiß ich jetzt, wie Gustav Vasa Schweden reformiert hat und wieso es christlichen Fundamentalismus in Skandinavien gibt. Das bringt mir in einer Marketingvorlesung allerdings so rein absolut überhaupt gar nichts. Also ist das definitiv nicht so gut, dass meine Marketinggehirnzellen mit Skandinavistikquatsch überschrieben wurden. Naja, aber die Information ist noch nicht ganz überschrieben. Ich habe die Informationen noch, kann sie aber nicht sofort abrufen (Womit wir wieder bei HLA 2 - Konsumentenverhalten wären. Erweiterte Definition der Lerntheorien: Wird eine Information lange nicht genutzt, werden die Synaspenverbrindungen dahin immer weniger und man hat nicht sofort Zugriff auf die Information. Booya! Das habe ich mir gemerkt!).

Der gute Kaffee aus der Mensa ist nach Stunde sechs einfach eine Offenbarung.
Wie ihr seht, werden meine akademischen Fähigkeiten langsam auch mal wieder ein bisschen gefordert, nachdem ich das letzte Semester ja eher mit Rumhängen und bisschen bunt ausmalen verbracht habe. Besonders Dienstags ist ein bisschen hart, weil der Stundenplan pickepackevoll ist. Gegen Stunde sechs von neun raucht einem da schon ganz schön der Kopf. Aber das ist kein Problem. Denn nachdem ich missmutig festgestellt habe, dass es keine Limo mehr gibt, habe ich umso erfreuter festgestellt, dass ich nen super fancy Cappuccino für 80 Cent in der Mensa haben kann. Also wir reden hier nicht von der 20 Cent-Plörre, die man sonst bei uns in den Automaten an der Fontys bekommt, sondern so richtig mit gemahlenen Kaffeebohnen und Schaumkrone und so. 

Erst war ich allerdings ein bisschen skeptisch, da ich den Automaten in der Mensa schon kannte. Den haben die nämlich auch in dem Verlag, in dem ich Praktikum gemacht habe. Und der Kaffee daraus war so stark, dass sich immer sofort so ein ekliger Pelz auf die Zähne gesetzt und man noch Stunden später so fiesen Kaffeeatem hatte. Aber dann musste ich feststellen, dass der Automat im Verlag wahrscheinlich nur auf den Supertotalmaximal-Modus (sprich: Journalisten-Modus) programmiert wurde. Der Kaffee in der Uni ist nämlich einfach nur göttlich. 

Ab und zu haben wir aber auch frei und können in der Sonne auf den bunten Stühlen chillen.
Plötzlich konnte ich mir auch gleich wieder die etwas trockene Vorlesung über Personalführung reinziehen. Vielleicht liegt es aber auch an der Superstrategie meines Dozenten. Nach der Einführung von Schnick-Schnack-Schnuck-Deathmatches in Sachen Themenverteilung jetzt der neue Coup: Studenten dösen weg? Einfach mal eine Referenz zu How I Met You Mother machen! Klappt bei mir total. "Intrinsische und extrinsische Motivation bla bla bla [...] blubb blubb blubb [...] blu blu blu [...] das ist wie bei Marshall bei How I Met Your Mother..." Hab ich da How I met Your Mother gehört?! Da bin ich wieder voll dabei! "... Als er noch bei der Goliath Bank gearbeitet hat, was das extrinsische Motivation, weil er viel Geld bekommen hat. Als er dann Anwalt für Umwelt-Recht wurde, war das intrinsische Motivation, weil ihn der Job erfüllt". Na geht doch. Das vergesse ich jetzt auch nicht mehr so schnell. 

Nach einem Semester Ralle, dem rüstigen aber liebevollen Dozenten für skandinavische Geschichte mit einer flammenden Leidenschaft für Kordsakkos mit Lederaufnähern an den Ellenbogen, ist es wundervoll, wieder die ganzen schnittigen Marketingmenschen als Dozenten zu haben. Die haben zwar keinen Doktor in Langweilologie (Ich bin sicher, dass Ralle da mit 1++ promoviert hat), sind dafür aber irgendwie interessanter - Auch, wenn sie ziemlich oft den Kampf gegen die Smartboards verlieren (Ralle würde es nicht mal anbekommen. Der fand ja schon, dass Diaprojektor der neue heiße Scheiß sind). 

Das war's an dieser Stelle dann mal wieder von mir. Ich muss mich jetzt erst mal wieder restaurieren, damit ich nicht wieder von so einer Erstsemesterin gesiezt werde - heute Abend ist Studentenparty im Kings (und ich muss fahren. Dieses Mal habe ich Schnick-Schnack-Schnuck gegen A. verloren... Doof.) Over and Out :)

Sonntag, 2. September 2012

Chaos, Panik und Desaster - Meine Arbeit ist hier getan.

Hallo ihr lieben Menschen! Ihr habt es schon befürchtet, aber jetzt ist es offiziell: Ich bin wieder voll am Start! Die erste Woche an der Fontyswar gleich wieder so turbulent, dass ich nicht zum Schreiben gekommen bin, weil ich dank minimaler Vorbereitung auf das neue und auch letzte Semester meines Studiums diese Woche schon ziemlich viel zu tun hatte. Doch da die erste Woche nach einem Jahr Abwesenheit doch immer sehr spektakulär ist, habe ich im Kopf ein bisschen Tagebuch geführt und versuche euch, die Ereignisse der Woche so gut es geht wiederzugeben.

Sonntag

Freitag erst wieder aus der Sonne Spaniens aufgetaucht und Sonntags dann feststellen: Dreck! Morgen ist ja wieder Uni. Ich hatte mal so nebenbei in Spanien in meinen Stundenplan geschaut, habe aber nur eben schnell die Dozenten gecheckt (Yes! Nur die Guten!) und ob ich Freitags frei habe (Nein. Habe ich das erste Mal in meiner Studienkarriere nicht. Skandal!). Ansonsten habe ich den Stundenplan ganz gut ignoriert. Sonntagabend beschäftige ich mich also erstmals ausgiebig mit dem neuen Semester um dann die totale Krise zu bekommen, weil ich mal wieder von Nichts einen Plan habe.

Der Stundenplan sieht ganz gut aus.

Kurz überlegt, ob ich mir mal die Course Manuals durchlesen soll, in denen aufgeführt ist, was in dem Semester so vorkommt, damit ich nicht vollends unvorbereitet bin. Dann aber ein blinkendes Fenster bei Facebook hier und ein dummes Video bei Youtube da und schon bin ich wieder raus. Vorbereitung ist ja auch irgendwie Wettbewerbsverzerrung, ne?

Montag

Gut, dann schaffe ich es also ohne Vorbereitung, aber dafür mit Anki am Montag in die Uni. Anki wohnt immer noch in Kaki - ich wohne ja wieder in Willich bei meinen Eltern. Jacques Chirac ist ja seit einer Woche wieder in meinem Besitz und deswegen sammle ich Anki dann mal schnell ein. Dreitausend Dezibel laute Quietschgeräusche folgten vor Freude, als wir uns endlich wiedersehen. (Wenn ihr meint, dass das schon übertrieben ist, wollt ihr glaube ich gar nicht die Reaktion wissen, die ich hatte, als ich meinen Ex-Nachbarn Benni dreißig Sekunden später getroffen habe. Das waren sieben Millionen Dezibel und viel Gespringe...). Dann gut gelaunt ab in die Uni - um dann genervt festzustellen...

Parkplatzchaos. Wie immer.

... dass da ja was war mit Parkplätzen und so. Wir hatten total vergessen, dass zur dritten Stunde kommen parkplatztechnisch ein Alptraum ist. Besonders in den ersten Wochen ist das kein Spaziergang, da die Erstsemester noch alle alleine mit dem Auto kommen, weil es da noch nicht so die guten Fahrgemeinschaften gibt. Anki und ich haben uns überlegt, dass es das Recht für andere Studenten geben sollte, Steine auf Autos schmeißen zu dürfen, in denen nur eine Person sitzt. (Sollte das drei Mal nicht gewirkt haben, gerne auch Molotow-Cocktails.) Aber das waren nur so Gewaltphantasien, die im Affekt entstanden sind. Dann halt auf dem Sportplatz parken und laufen. Auf dem Weg dann auch gerne die Menschen auslachen, die gerade ein Knöllchen bekommen, mit dem Wissen, dass Knöllchen in Holland erst bei dreihundertmillionen-tausendfünfzig Euro aufwärts anfangen. 

Wo man parken darf und wo nicht, muss man in mehreren schmerzlichen Lektionen schließlich selber lernen. Musste ich auch durch. Deswegen auch die Schadenfreude meinerseits. (Ach und Grüße an den niederländischen Staat - Ich hoffe, ihr habt von meinen fünf Millionen Euro Ticketgeld keine Betriebsausflüge gemacht!). Generell das unbeschreibliche Gefühl, dass wir jetzt ganz oben in der Hierarchie stehen und ich jetzt offiziell zum alten Eisen gehöre und weiß, wie der Hase an der Fontys läuft. Mit diesem Gefühl geht auch eine gewisse Arroganz Hand in Hand, die vom Schicksal aber gleich hart bestraft wird, da ich erst mal voll vor eine Glastür renne (Die war vorher aber noch nicht da! Vielleicht weiß ich doch nicht alles...). Also wieder auf dem Boden der Tatsachen.

Dienstag


Nachdem ich am Montag nur mal schnell in eine Vorlesung reingehuscht bin, auf der eh nur Projekte verteilt wurden, steht Dienstag der erste und letzte Tag der Woche mit richtiger Arbeit an. Endlich wieder in alter Manier mit der Playbär-Gang rumhängen und Quatsch machen. Das gilt sowohl für die Vorlesungen, als auch für die Freistunden. Da ich jetzt auch so ein Smartphone besitze, werde ich wohl nie wieder einem Dozenten Aufmerksamkeit schenken. Gruppe Playbär nutzt die WhatsApp-Gruppe nämlich nicht für Projekte, sondern teilt gerne vorher erdachte ausgefallene Namen für Geschlechtsteile mit seinen Mitgliedern.

Nachdem ich das Wort "Lustgrotte" glese, muss ich mich ziiiieeeeemlich zusammenreißen, damit ich nicht in lautes Gelächter ausbreche und ich deswegen von Herrn K. einen draufkriege. Lachanfälle in seinen Seminaren werden nämlich gerne mit totaler Schikane für den Rest des Semesters geächtet. Ich weiß, dass ich dieses Jahr schon wieder ganz oben auf der Liste der Kandidaten stehe - aber wir wollen ja nicht gleich in der ersten Stunde des Semesters zur Zielscheibe mutieren, ne? Ich sehe für meine Aufmerksamkeitsspanne in diesem Semester da also ziemlich schwarz.

Smoothie auf Kuchen. Gar nicht mal so geil.

Nach dem vielen ersten Highlights dann das erste Lowlight. DIE HABEN DIE LIMO EINFACH ABGESCHAFFT! Als ich das sehe, will ich vor Wut gleich schreiend im Kreis laufen, aber A. überzeugt mich davon, dass ein Smoothie bestimmt auch toll schmeckt. Naiv, wie ich halt so bin, kaufe ich dann einen und werde bitter enttäuscht. Schmeckt kein bisschen wie meine tolle Limo, die nur ich toll fand und für die ich wahrscheinlich der einzige Abnehmer in der ganzen Uni war! 

Dazu sind die Strohhalme auch zu dick für die Becher und wenn man die reinstecken will, quillt alles über. Das will Ben aber zuerst nicht so einsehen. "Maaaan, Maaßen! Was machst du denn da schon wieder? Lass mich mal!" reißt mir den Smoothie aus der Hand, steckt den Strohhalm rein und die ganze Veranstaltung erbricht sich auf meinen Kuchen. "Oh man, Sam. Ich hab dich vermisst!" ist das Einzige, was er dazu zu sagen hat. Hat er aber strategisch gut gemacht, da die nette Aussage vom ruinierten Kuchen ablenkt, der Schelm!

Wieso nur will keiner eine Gruppenarbeit machen, die nach den Herbstferien präsentiert werden muss?

Dann irgendwann legt sich das ganze Gewusel und Gruppe Playbär ist tatsächlich dazu in der Lage, mal drei Sekunden keinen Blödsinn zu machen und aufzupassen. Besser ist das auch, da die Verteilung der Gruppenarbeiten Nummer Fünftausend dieses Semester ansteht. So und jetzt schaut mal auf das Foto oben. So geht Gruppenarbeiten verteilen nämlich jedes Mal. Jede Gruppe will ein Thema, das vor den Herbstferien liegt und keiner will sich verständlicherweise eine kaum für die Endnote relevante Präsentation antun, wenn man gerade im Klausurstress ist. Deswegen melden sich alle für die ersten vier Themen und keiner zeigt sich auch nur ansatzweise kompromissbereit was die Übernahme von Themen nach den Herbstferien angeht. Aber unsere Dozenten wissen, wie man da hart durchgreift und die Misere auflöst: Schnack-Schnack-Schnuck-Deathmatches.

An dieser Stelle noch mal ein dickes Danke an Anki. Sie hat erfolgreich gegen Gruppe 3 und 4 gewonnen und wir dürfen Arbeitszeitmodelle in Woche 6 machen. Das Thema ist nicht sonderlich Rock'n'Roll, aber egal. Es ist vor den Herbstferien und es ist nicht Mitbestimmung auf Betriebsebene, was will man mehr? 

Mittwoch


Da ich Freitags ja nicht frei habe, steht mir wenigstens der Mittwoch ohne Vorlesungen zu. Den Mittwoch finde ich allerdings nicht so Bombe, da man zwei Tage Uni hat, dann frei, dann wieder zwei Tage Uni, dann wieder frei etc. pp. Irgendwie komme ich so bestimmt auf Dauer nicht so richtig in den Flow rein. Aber ich gebe mir Mühe, wenigstens die erste Woche drinzubleiben und nicht gleich den ersten freien Tag für Hartz-IV TV zu nutzen. Also drucke ich mal die Folien aus. Das ist schon ziemlich 2...1...Risiko, da Dozenten suuuuper gerne  die Folien kurz nach Unterrichtsbeginn noch mal schnell aktualisieren und man schon wieder die falsche Version ausgedruckt hat.

Drucken wie ein Profi. Geiz ist Geil!

Ich mache das trotzdem einfach mal, weil ich gerade Zeit habe und ziehe auch gleich Drucken - Studentenstyle durch. Das heißt, in schwarz-weiß beidseitig bedruckt ohne Rücksicht auf Verluste sechs Folien auf eine Seite zu klatschen. Wie sonst will man auch etwa 150 Folien pro Fach in einen Ordner reinpacken. Ich habe ja so gar keine Lust darauf, immer fünf Kilo Papier mitzuschleppen und deswegen quetsche ich halt alles drauf, was geht und schreibe dann mikroskopisch klein meine Notizen daneben. Man muss dann da halt auch Abstriche machen, ne?

Donnerstag

Nachdem ich die Woche über vereinzelt immer mal wieder Menschen meines Vertrauens getroffen habe, zieht der Donnerstag endlich ins Land und das heißt für die Fontysianer immer ausgehen. In diesem Fall die After-Intro Party in Kaldenkirchener Vereinsheim. Nachdem ich von der Verteilung der Gruppenarbeiten inspiriert wurde, habe ich mit A. gleich mal ein Schnick-Schnack-Schnuck-Deathmatch darüber ausgefochten, wer uns beiden Süßen denn nach Hause fährt - und ich habe gewonnen! Booya! So kann ich den Abend also mit dem ein oder anderen Bierchen genießen. Das brauche ich dann auch, weil als Anki, A. und ich im Vereinsheim ankommen, ist der ganze Raum voll mit Kennichnicht. Wenn man ein Jahr weg war, kriegt man auch nicht mehr so mit, wer jetzt an der Fontys ist und deswegen war das schon eine ernüchternde Erkenntnis. Die Erstsemester kannten wir natürlich nicht, die Viertsemester sind erst dann neu gekommen, als wir im Praktikum und Ausland waren und die Sechstsemester sind jetzt im Praktikum. Na toll.

Dass wir jetzt auch zum alten Eisen gehören, müssen wir dann auch schmerzlich erfahren, als uns eine vermutliche Erstsemesterin mit den Worten "Müssen SIE auch auf die Toilette?" anspricht. Drei Sekunden Stille, ein perplexes Kopfschütteln und dann das Bedürfnis nach fünfzehn Kurzen und/oder einer Schrotflinte. Darauf folgt dann eine viertel Stunde die gegenseitige Versicherung, dass wir praktisch noch als 20 durchgehen könnten ("Die Frau im Edeka denkt ja sogar, ich sei 15, wenn ich V+ kaufen will!") und das ein oder andere Bierchen. 

Und Tschüss, Controllingkarten!

Dann füllt sich der Raum auch endlich wieder mit Menschen, die wir kennen. Am Ende ist es sogar wieder exakt die gleiche Besetzung von unserer letzten Begegnung im Vereinsheim auf der Abschiedsparty vor etwas mehr als einem Jahr. Ich stelle fest, dass sich in dem einen Jahr einerseits unwahrscheinlich viel geändert hat und wir in der ganzen Welt ganz neue Erfahrungen gemacht haben - andererseits aber irgendwie auch alles ist, wie immer. 

Nur muss Anki feststellen, dass der Fisch nicht mehr im Vereinsheim ist und sie ihn jetzt nicht mehr damit belästigen kann, dass sie ihm mit dem Finger verfolgt und dabei "Für diesen Fisch bin ich Gott!" brüllt. Aber der Aschenbecher, in dem ich zusammen mit dem IBEler meines Vertrauens meine Controllingkarten verbrannt habe, der ist noch da - nur die Controllingkarten nicht. (Das war im Nachhinein übrigens suboptimal, da ich ja durch Controlling durchgerasselt bin und das noch mal schreiben musste...) Um drei Uhr fährt A. mich nach Hause und ich versuche eine klare Unterhaltung mit ihr zu führen - rede aber nur wirres Zeug. Nicht so gut, ich hab morgen zur Zweiten. Also noch mal schnell bei WhatsApp ein Foto von den kalten Nudeln an den IBEler verschicken, die ich jetzt esse und der nicht und dann ab ins Bett!

Freitag

Was? Wie? Wer hat zur Zweiten? Ich nicht. Zumindest mach' ich jetzt einfach, dass ich nicht zur zweiten habe und bleibe total verkatert liegen. Die erste Woche fängt ja schon mal wieder gut an. Zwar kommen mir die Bilder vor Augen, wie ich den Antrag für Hartz-IV ausfülle, aber das Bedürfnis nach einer ordentlichen Portion Schlaf ist irgendwie  doch ausgeprägter. "Ach, nächstes Semester wird alles anders!" denke ich mir noch so, aber dann fällt mir ein, dass es gar kein nächstes Semester mehr gibt. Naja, ist dann jetzt auch egal. Man ist nur ein Mal jung und so.

Was sind das da für komische Zeichen? Oh Gott, hoffentlich ist das nicht meine Vorlesung!
Zur Vorlesung um drei schaffe ich es dann aber. Zuerst aber der Schock und die Frage, ob ich überhaupt richtig bin. Überall nur so mathematische Formeln an der Tafel. Oh Gott, hoffentlich ist das nicht unsere Vorlesung! Dann fällt mir aber wieder ein, dass wir ja derzeit auf die Vorlesungsräume der FHTL ausweichen müssen und das wahrscheinlich noch aus einer Maschinenbau-Vorlesung ist. Richtig geraten. Bei meiner Vorlesung gab's dann wieder nur so Business-Quatsch ohne komplizierte Formeln - dafür aber auch ohne Beamer. 

Wie man unten rechts im Bild erkennen kann, haben wir in den Vorlesungsräumen jetzt so coole Smartboards, mit denen man auch auf die angezeigten Folien kirtzeln kann. Nachteil ist allerdings, dass die Smartboards so smart sind, dass sie die Dozenten überfordern. Die ganze Woche über hatten wir entweder gar keine Folien, nur halbe Folien oder wahlweise auch keinen Ton. Aber je mehr die Woche voranging, desto mehr wussten die Dozenten auch, wie das funktioniert. Trotzdem ganz schön amüsant, den Dozenten dabei zuzusehen, wie diese Smartviecher genau das machen, was die Dozenten gerade nicht wollen. 

So, das war sie also, die erste Woche. Ich bin mal gespannt, wie die nächsten so werden. wenn das so weitergeht, wie bisher, wird's bestimmt gut. Over And Out :)

Sonntag, 26. August 2012

ICH FREU MICH SO! ICH FREU MICH SO! ICH FREU MICH SO!

Uiuiuiuiuiui, bin ich aber aufgeregt! Morgen geht die Uni wieder los und ich bin so hibbelig die ganze Zeit, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass ich heute Abend nicht so richtig schlafen kann. 

Also, dass die Uni wieder losgeht ist mir eigentlich recht herzlich voll total super egal - so scharf bin ich nicht auf Kostenrechnung und den ganzen Quatsch - aber endlich sehe ich die Fontys-Gang nach einem Jahr Pause wieder. Das macht mich so aufgeregt, dass ich hier gleich hyperventiliere. 

Endlich wieder nur Quatsch machen mit der Playbär-Crew und anderen schlimmen Fingern.
Es tut mir total leid, wenn ich morgen dann total aufgekratzt mein ganzes Jahr in vier Ländern in 30 Sekunden zusammenfasse und in einem großen Energieball verpuffe - aber ich habe mehrere Ausreden. Erstens bin ich nach mal wieder zwei Wochen Vollanimation in Spanien so übermüdet, dass ich die ganze Zeit schreiend im Kreis laufen möchte (nach müde kommt blöd und so). Zweitens freue ich mich so doll auf euch (erwähnte ich schon, dass ich mich ganz doll freue?), dass ich am liebsten alle zerquetschen möchte. Drittens war meine Zeit in Calella so awesome, dass ich allein in der Nachwirkung noch total High bin. Und viertens bin ich noch voll im Animationsmodus. Sollte ich morgen in ALA irgendwas um Punkt fünf Uhr aufspringen und euch dazu zwingen, den Clubtanz zu machen... Sorry!

Das ist die Grundposition, in der ich euch morgen gerne um fünf Uhr hätte.

Außerdem werde ich versuchen, nicht sofort zu singen und zu tanzen wie eine Gestörte, wenn ich irgendwo ein Lied von Pitbull höre, versuche mich daran zu gewöhnen, dass ich jetzt wieder Zeit zum Duschen habe und dass ich meine Klamotten auch nicht mehr ständig febrezen und/oder in der Badewanne schnell zwischen Beachflirt-Party und Diskobesuch waschen muss (Wer sich wäscht, der ist kein Teamer - hey!) und ich werde auch versuchen, euch nicht ständig in eine Bar zu schleppen und Schlachrufe mit euch zu brüllen, bis ich keine Stimme mehr habe, die sowieso schon angeknackst ist, weil ich wie alle Teamer auch die Calella-Krätze habe. 

Ich sehe euch morgen wieder und das wird meine Reaktion sein. Promise! Vielleicht sogar noch nerviger.

Bis dahin werde ich einfach dann noch ne Runde, oder zwei, oder drei, oder siebenhundert schreiend im Kreis laufen und mich wahnsinnig auf euch alle freuen. Wir sehen uns morgen - wenn ich bis dahin nicht in einem Energieball verpufft bin. Over And Out :)

Donnerstag, 9. August 2012

Krankhafter Ehrgeiz ist eh nicht so mein Hobby...

Diese Woche habe ich ja mal ein bisschen Zeit und deswegen habe ich irre viel Zeit damit verbracht, mal wieder ganz in Ruhe Spiegel Online zu lesen und mich als Bildungsbürger von Morgen über das aktuelle Zeitgeschehen zu informieren. Schon als ich die ersten Schlagzeilen gelesen hatte war mir klar, dass ich vielleicht doch weiterhin nur die Artikel auf Gala.de lesen sollte. In Syrien geht's drunter und drüber, sämtliche Männer der Nation drehen durch und bringen irgendwelche Kinder um und in Griechenland kann sich immer noch keiner auch nur ein Eis leisten. Bei dieser Anreihung von nun wirklich nicht erfreulichen Nachrichten ist es doch irgendwie verständlich, dass ich mich lieber auf die Beziehungskrise dieses schwulen Vampirs und seiner in Sachen expressionistischer Mimik nicht sonderlich bewanderten Partnerin konzentriere. Da wird meine Sensationsgier wenigstens befriedigt. 

Normalerweise beschäftige ich mich auch nicht so genau mit Nachrichten. Meine Infos über die aktuelle Lage bekomme ich hauptsächlich durch das exzessive Lesen von Überschriften. Meistens reicht das ja auch schon.  "Aha, es hat immer noch keiner den Euro lieb" Runterscrollen. "Die FDP auch nicht. Welch eine Überraschung..." Runterscrollen. "Oh, ein Organspendeskandal! Das sollte ich mal lesen..." Aufmachen. Sehen, dass der Scrollbalken ganz klein wird und ergo der Artikel ätzend lang und zäh ist. Wieder zur Startseite wechseln, weil Organspendeskandale plötzlich doch nicht mehr so interessant sind. Weiterscrollen. Bei der Rubrik Panorama angelangen. "Uuuuh. Ein Stachelschwein hat eine Bulldogge angegriffen. Das muss ich gleich mal lesen!".

Wenigstens sieht das voll schlau aus, wenn das Logo von Spiegel Online zu sehen ist - auch, wenn ich nur Müll lese.
Machen wir uns also nichts vor, so läuft das immer. Das, was ich eigentlich lesen sollte, ignoriere ich erfolgreich und das, was eigentlich unwichtig für den Fortgang der Weltgeschichte ist, interessiert mich brennend. Dabei erliegt mein Gehirn gerne dem Trugschluss, dass das von mir Gelesene von journalistisch exquisiter Qualität ist. Aber prinzipiell trägt der Artikel über die Bulldogge, die von einem Stachelschwein angegriffen wurde, auch in gut geschrieben jetzt nicht unbedingt zur Verbesserung meines Bildungsstandes bei. 

Auch meine Mutter liest in letzter Zeit irre gerne Zeitung. Das liegt aber nur daran, dass sie eine perverse Freude daran hat, dass ein Husky namens Samira aus meiner Heimatstadt Willich abgestritzt ist und sich für den kleinen Snack zwischendurch gerne mal ein Schaf reißt. Deswegen habe ich jetzt anscheinend einen Newsletter in Sachen ausrastende wolfsähnliche Kreaturen bei meiner Mutter abonniert (ich habe anscheinend bei einer unserer Konversationen irgendwo ein Häkchen übersehen). Erst wollten sie die arme Samira zum Abschuss freigeben - aber jetzt sind anscheinend Tierschützer eingeschritten. Meine Mutter war dann mal so frei, mir diesen Artikel auszuschneiden, zu kommentieren und auf den Schreibtisch zu legen. Ich hoffe, Samira stellt sich bald. Langsam kann ich keine Schafwitze mehr hören. "Tschö Mama, ich bin jetzt weg!" - "Aber nicht so viele Schafe reißen, ne? Sonst wird der Bauer bestimmt ungehalten und knallt dich ab!". 

Vielleicht sollte ich im Lokalteil der WZ anfangen. Ich wollte schon immer mal den Aufmachen "Tote Schafe" benutzen  und damit durchkommen.
Aber ich merke schon, dass ich mal wieder voll total vom Thema abgekommen bin. Eigentlich wollte ich euch nämlich nur einen Artikel vorstellen, den ich heute auf Spiegel Online gelesen habe. Da geht's nämlich um uns! "Endlich mal wieder jemand, der meine Generation analysiert und ihr einen Namen gibt" habe ich mir  zuerst so ganz sarkastisch gedacht, habe ihn aber trotzdem gelesen. Dann habe ich mich auch gleich gefreut wie ein Schnitzel, weil endlich hat mal einer von diesen Anzugtypen Recht. Zwar finde ich Unternehmen, die irre überteuerte und spritschluckende Autos produzieren per se doof, aber die Studie von Audi ist echt gut. 

Die Typen von Audi haben nämlich herausgefunden, dass wir - die Generation Y (keine Ahnung, wofür das steht, das wurde auch nicht ersichtlich) - eigentlich gar nicht so viel Bock auf den großen Aufstieg in Unternehmen haben und lieber vernetzt und in flachen Hierarchien arbeiten. Stimmt ja auch. Also ich habe nämlich in letzter Zeit niemanden getroffen, der unbedingt gerne mal Chef von irgendwas sein möchte. Ich auch nicht. Oder auch: Ich sowieso nicht. Das soll ja angeblich dadurch hervorgerufen worden sein, dass wir mit unseren Eltern und später auch unseren Professoren und Dozenten auf Augenhöhe diskutieren können. Da kann ich auch wieder nur nicken (wenn meine Mutter nicht gerade in Sachen Samira ausrastet).

Ich hab das selbstständige Arbeiten voll drauf. Ich mache nur noch die Hälfte der Zeit Seifenblasen.  Das ist ein Fortschritt!
An der Fontys sagen einem höchstens noch die ganz alten Dozenten noch, wo es langgeht. Die jüngeren Dozenten lassen die Studenten immer gerne ihren eigenen Weg gehen. Das ist Segen und Fluch zugleich. Während mein alter Dozent für Rechnungswesen Spielräume überflüssig fand und meinem Kurs und mir jeden Tag für die nächste Stunde zu erledigende Hausaufgaben gegeben hat, erwarten die meisten Dozenten das eigentlich gar nicht mehr. Hauptsache, das Zeug wird irgendwann mal gemacht. Und Vorstellungen, wie deine Studienarbeit aussieht, haben sie eigentlich auch nicht. Das ist doof, weil dann ist man selber Schuld, wenn man mit der Arbeit total falsche Wege gegangen ist. Meine Kunstlehrerin früher hat es mir da angenehmer gemacht. Die hat immer in meinem Bild rumgemalt, es dann in meinen Augen irgendwie ein bisschen hässlicher gemacht, war aber am Ende immer zufrieden mit ihrem prinzipiell eigenen Werk. 

Allerdings will ich mich da auch nicht beschweren. Ich bin eh der Typ, der gerne an der langen Leine irgendwo Schmetterlinge fängt, das schon irgendwie alleine hinbekommt und nervöse Flecken bekommt, wenn man sich in die Angelegenheiten des Werks eines Masterminds (also meinem) einmischt. Lange Leine und ich sind da also ein Dreamteam. Und die lange Leine und ich machen uns übrigens morgen auch wieder auf den Weg nach Spanien. Also verabschiede ich mich an dieser Stelle noch mal von euch und es gilt wie immer die Regel, dass ihr mir bei Fragen bei Facebook und nicht per Mail schreibt. Over And Out :)

Montag, 6. August 2012

Ente Ente Ente Ente Ente Ente Ente Ente

Freunde der Sonne, jetzt ist es offiziell: Mir ist langweilig. Nachdem mein Alltag in Spanien extrem durchorganisiert war, bin jetzt mit jeder mir zur Verfügung stehenden Minute Freizeit überfordert. Das Problem dabei ist, dass ich gegen diese Langeweile eigentlich was machen könnte. Allerdings kann ich mich nicht dazu aufraffen, überhaupt irgendetwas zu tun. Das steigert meine Langeweile dann noch mehr, aber irgendwie auch den Willen, nichts zu tun. Ein Teufelskreis.

Ich konnte mich die Woche wenigstens noch durch zwei Zugbetreuungen für den Jugendreisenveranstalter meines Vertrauens ablenken, indem ich irgendwelche Kinder mit dem Zug ins TOGGO-Camp im Schwarzwald begleitet habe. Zwei mal fünf Stunden die klare Erkenntnis, dass ich als Kinderreiseleiter einfach mal so gar nichts tauge. "Ich muss mal auf die Toilette!" - "Ja dann geh doch auf die Toilette!" - "Alleine habe ich aber Angst. Kommst du mit?" - "Nö". "Schau mal, ich hab dir was gemalt!" - "Das ist aber ein schöner Frosch!" - "*Schluchz, jammer, heul* Das ist Hannah Montana!".

Schnell noch ein Foto in Freiburg gemacht, bevor es schon wieder nach Hause ging. 

Prinzipiell könnte ich mir zur Bewältigung der Langeweile ja ein paar Folgen Friends anschauen, die von mir gekauften aber noch nie angefassten Bücher meines Lieblingsautors lesen oder gar intensiv Sims spielen. Das sind ja eigentlich Dinge, die Spaß machen und zu denen man sich locker aufraffen könnte. Aber ich kann das nicht, denn ich neige zur Übertreibung, was die Dosierung von Sachen angeht, die mir Spaß machen. Wenn ich jetzt eine Folge Friends schaue und weiß, dass ich alle Staffeln besitze, dann ziehe ich das auch durch, alle 10 Staffeln hintereinander durchzuziehen. Das gleiche gilt für die Bücher und besonders für die Sims. 

Ich bin dann einer dieser schlimmen Menschen, die dann den ganzen Tag nichts anderes machen, als mit zerzausten Haaren in Jogginghose neben einem riesigen Haufen benutzten Geschirrs auf dem Bett zu liegen und Friends zu schauen/zu lesen/Sims zu spielen. Gott sei Dank habe ich noch nie World of Warcraft ausprobiert. Denn wenn ich schon bei den Sims immer total ausraste und "nur noch mal eben schnell" jemanden verheiraten oder auf ein neues Mobiliar sparen will oder auch ein Kind großziehen möchte und es dann plötzlich schon vier Uhr morgens ist, will ich gar nicht wissen, was bei World of Warcraft mit mir abgehen würde. Ah, nee. Warte. Doch. Ich habe da eine Vermutung, wie das ausgehen könnte.


Und weil ich meine Zeit nicht so verbringen möchte, ziehe ich es dann halt lieber vor mich zu langweilen. Oder auch auf die crazy Idee zu kommen, mir mein Muhrad zu schnappen und ein paar Enten zu füttern. So weit ist es nämlich schon gekommen. Und auch wenn ich gedacht habe, dass es vielleicht ein bisschen Ablenkung bringt - totaler Trugschluss. Enten können extrem ermüdend sein. Laufen die ganze Zeit nur so im Kreis, schwimmen ein bisschen rum und ignorieren dich vollends, sobald dir das Brot ausgeht. Die können mal ein bisschen dankbarer sein, die Drecksviecher! Ich hab denen sogar extra das Premiumbrot vom Stinges besorgt, das nicht mal alt war.

Naja, dann kriegen die Enten demnächst halt einfach gar nichts mehr, so siehts nämlich aus! Und ich muss mir neue, gesunde Wege suchen, die Langeweile zu bekämpfen. Vielleicht sollte ich das nächste Mal etwas mit ein bisschen mehr Action versuchen. Ich habe gehört, dass Zierteller sammeln ganz cool sein soll. Oder ich verwirkliche meinen Traum vom Bällebad in meinem Zimmer - aber da wird meine Mutter glaube ich nicht mitspielen...

Muhrad und ich machen krasse Rentner-Sachen. 
Weil wie vorher ja schon beschrieben, ist ja auch kaum einer da, der mir die Langeweile vertreiben könnte. Gestern konnte ich noch ganz gut rumkriegen, weil eine Freundin von mir lebensverändernde News hatte und wir darauf natürlich anstoßen mussten - auch, wenn es vier Uhr nachmittags war und es darin resultierte, dass wir ziemlich angeschwipst das Hockeyfinale bei Olympia kommentiert haben. Ich sehe da auch ganz klar eine Zukunft als professionelle Hockey-Kommentatorin für mich, auch wenn ich davon keine Ahnung habe. Schien mir der Typ, der das kommentierte, nämlich auch nicht zu haben.

Aber ansonsten bleibt mir da nur Skype. A. ist ja derzeit in Hamburg und kommt deswegen von Zeit zu Zeit bei meinem Computer vorbei (in den ich übrigens immer noch kein Heißgetränk geschüttet habe. Ihr könnt stolz auf mich sein!). Aber da A. derzeit auch nicht so viel erlebt, haben wir uns auch nicht sooo viel auszutauschen. Außer natürlich meinen Storys aus Calella. Aber irgendwie fragt mich immer jeder danach und langsam werde ich müde, jede Story zum siebenhundertsten Mal zu erzählen. Deswegen gibt es bei mir auf die Frage "Wie war's in Calella?" nur noch die Antwort "Gut.", obwohl ich normalerweise Menschen hasse, die Fragen so beantworten.

A. wohnt wenigstens von Zeit zu Zeit in meinem Computer.
Und da ich also jetzt die letzten Tage auch nicht so viel erlebt habe, kann ich jetzt hier auch nicht so viel schreiben. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich auch nicht so die Lust was zu schreiben. Ich ziehe es vor, lieber gar nichts zu tun und mich zu langweilen. Ja, das hört sich nach einem Plan an. Wenn mich einer sucht - ich bin die Punkte auf meiner Raufasertapete zählen. Oder wo wir gerade von Enten sprechen: Endlich habe ich dann auch mal die Zeit, mir das Ente Ente Ente Ente Video in voller Länge reinzuziehen. Challenge Accepted. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte..



Au man. Hoffentlich fängt die Uni bald wieder an. Over And Out :)

Freitag, 3. August 2012

Diagnose: Zu viel unterwegs...

Schaut euch das mal an. So sieht das aus, wenn man sechs Monate nur unterwegs ist. Meine Tasche ist total durch und da sie jetzt endgültig gerissen ist, kann ich sie leider nicht mit in die zweite Runde Spanien nehmen. Man, du dumme Tasche! Die zwei Wochen hättest du dann ruhig auch noch durchhalten können. 


Nun ja, jetzt ist das halt so. Kann die Tasche ja nichts für, dass ich sie durch halb Schweden, Dänemark, England, Deutschland, die  Niederlande und Spanien gezogen habe. Liebe Tasche, es war auf jeden Fall schön mit dir. Deine Nachfolgerin hat hoffentlich mehr Glück - jetzt muss ich ja erst mal wieder ein halbes Jahr in Venlo bleiben. Over And Out :)

Mittwoch, 1. August 2012

Fertig. Und jetzt?
Einfach alles noch mal von vorn!

Und da bin ich dann also schon wieder. Die Zeit ist in Calella ist viel zu sehr geflogen und ich komme noch gar nicht wirklich wieder darauf klar, dass ich wieder in Deutschland und damit nicht mehr im Animationsmodus bin. Nachdem ich gestern nach 20 Stunden Busfahrt in Rheinbach an irgendeiner Autobahnausfahrt vom Bus ausgespuckt wurde und meinen Weg wieder zurück in die Heimat finden musste, hatte ich eigentlich vor erst mal dreitausend Jahre zu schlafen. Das hat aber nicht funktioniert. Erst bin ich wie ein Eichhörnchen auf Speed durch das Haus gerannt und als ich dann endlich schlafen konnte, war ich sechs Stunden später wieder hellwach und ready to roll.

Ich beim Versuch, einer Teilnehmerin die Haare zu flechten. Das Ergebnis war eher ein Expressionistisches Kunstwerk als eine Frisur.
Meine Mutter hat da schon ziemlich schief geschaut, als ich super aufgekratzt um zehn Uhr bei ihr vorm Schreibtisch stand, wie ein Gummiball herumgetischt bin und sie dazu animieren wollte mit in den Garten zu kommen. Das kennt meine Mutter so nicht von mir. Normalerweise komme ich eh nicht vor elf Uhr an freien Tagen runtergeschlichen und habe dabei meistens auch eine ziemlich mürrische Laune. Aber jetzt ist das alles anders. Jetzt reichen sechs Stunden Schlaf dicke und ich kann sofort vom Schlaf- in den Animationsmodus wechseln. Unglaublich, wie schnell man sich in drei Wochen umstellen kann. 

Nachdem ich in Schweden jetzt nicht wirklich so das Powerprogramm gehabt habe, habe ich auch nicht schlecht gestaunt, wie viele Ereignisse man in einen Tag so packen kann. Morgens Teambesprechung, Mittags Aufbau, Nachmittags Strandprogramm, dann in irgendeine Bar und schließlich ab in den Club - also ich würde mal sagen, dass ich ganz gut beschäftigt war. Reiseleiter sein hat schon ziemlich viele Vorteile. Sonne, Strand und Party für Umme. Dafür ist der ganze Spaß aber schon ganz schön anstregend. Und ich kann auch keine Club-Musik mehr hören. Ich kotze schon im Strahl, wenn ich Tacata Dingensbumens auch nur erahne. Aber mir egal, ich hatte trotzdem viel Spaß und weiß dafür jetzt umso weniger etwas mit mir anzufangen, wenn ich alleine mit mir selber bin. 

Ausflug nach Barcelona. Es gibt schlimmeres.
Gerade habe ich so in meinem Zimmer gesessen und mich gefragt, was ich mit dem ganzen Tag jetzt noch so anfangen soll. Da war ich dann irgendwie total unkreativ und habe einfach mal an die Decke gestarrt bis mir eingefallen ist, dass ich ja noch mal wieder Facebook checken könnte - schließlich habe ich schon bestimmt sechs Minuten nicht mehr nach Aktualisierungen geschaut. Ihr seht schon, ich muss jetzt erst mal lernen, meinen Alltag wieder zu gestalten. 

Heute fahre ich also nicht nach Barcelona, biete keine Wellness-Workshops an und pfeiffe auch nicht das Fußballturnier. Was isn da los? Was habe ich denn vorher immer so gemacht? Ach ja, ich habe studiert. Das muss ich aber jetzt trotzdem noch einen Monat lang nicht tun. Das ist jetzt suboptimal, da die meisten Menschen, die eine Top-Rolle in meinem Leben spielen entweder im Urlaub, noch im Praktikum und/oder auf Weltreise sind. Das kann also doch ziemlich langweilig werden, habe ich mir so gedacht.

Ihr könnt mich mal. Ich bin jetzt voll das Beach Babe! 
Deswegen heute gleich der Anruf im Jugendreisenbüro meines Vertrauens und ich habe mir gleich noch mal zwei Wochen in Calella klargemacht. Juhu, dann habe ich doch noch was zu tun. Voll gut. das wird dann zwar schon ein bisschen stressig, weil ich einen Tag vor Studienbeginn wiederkomme aber machste nix. Ihr könnt euch schon mal Sonnenbrillen besorgen, weil ich mich mit meiner abgefahrenen Bräune in der Vorlesung total blenden werde. Also ich sehe jetzt zwar nicht mehr aus wie ein Glas Milch, sondern wie ein Milchkaffee, aber ich habe ja noch zwei Wochen - da geht noch was! Freut euch schon mal drauf, dass ich euch wahrscheinlich total verklatscht mitten in der Vorlesung zum Bachvolleyball-Turnier aufrufe. Wenn das passieren sollte: Ignoriert mich einfach. Jetzt aber erst mal Over And Out! :)