Dienstag, 6. Dezember 2011

Geile Hunde, die Mr. D. in Latex sehen wollen.

Diese Woche habe ich mal wieder frei und dementsprechend ein bisschen mehr Zeit, euch mit sinnlosen Informationen zuzumüllen. Und weil ich ja immer wieder gerne das mache, was ich nicht tun sollte, bekommt ihr diese Woche ein total undurchstruktuiriertes Gewusel aus Informationen, die für den Fortbestand der Menschheit nicht sonderlich wichtig sind. Und weshalb gibt es diese Woche nur eine Anhäufung von trivialen aber durchaus amüsanten Informationsfetzen? Einfach, weil ich's kann. Bäm!

Zuerst fangen wir mit zwei Bildern an, die meine Brust vor lauter Stolz anschwellen lassen (Btw: Ich wünschte, das ginge auch unmetaphorisch. Dann wäre ich ständig nur noch auf irgendwas stolz...) Zieht euch bitte das mal rein. Das Ding macht mir ab jetzt nämlich keine Angst mehr. Denn Das Ding kann einem gar keine Angst mehr machen. Da habe ich höchstpersönlich für gesorgt!


Muahahahaha. Ich habe Das Ding mit wenig Zutaten aber viel Phantasie einfach lächerlich gemacht. Ich nenne ihn ab jetzt nur noch Mr. D. (Naaaa, wer kommt drauf? Wer trägt denn noch affig viele Ketten, ist saucool und hat einen Nachnamen, der nur aus einem Buchstaben besteht?)  Ich finde, dass ich mich da in Sachen kreativer Brillanz mal wieder selber übertroffen habe.

Dieses Bild wiederum zeigt einen Part in meinem Leben, in dem ich mich mal wieder nicht selber übertroffen habe, aber wenigstens angemessen viel Mitleid bekommen habe. Ich habe nämlich auf dem Dom den Lukas gehauen und dabei das gewonnen:


Eigentlich hauen Frauen ja nicht den Lukas, aber ich dachte mir mal, dass ich es einfach mal versuche. Wie ich auf diese hirnrissige Idee gekommen bin? Vielleicht ist da ein wenig Aufklärungsbedarf: Ich war mit meinen Kollegen auf dem Dom unterwegs und einer von denen wollte mal den Lukas hauen, hatte aber kein Kleingeld mehr. Samariter, der ich bin, habe ich da natürlich ausgeholfen. Und irgendwie habe ich beschlossen, dass das ja nicht so schwer sein kann. 

Naja, also hm, also... doch. War schwer - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich konnte nicht mal den Hammer richtig halten, geschweige denn mit ordentlich Schmackes auf das komische Pinörkel hauen. Das Metallnupsi bewegte sich leider auch nur bemitleidenswerte drei Millimeter nach oben und das wahrscheinlich auch nur, weil der Mann daneben den ein bisschen angeschubst hatte. 

Aber das war egal. Wenigstens habe ich diesen Mitleidspreis bekommen. Und die Genugtuung, dass ich meinen ahnungslosen Mitbewohner danach in der Wohnung traf, ihm lässig wie ein Cowboy die Rose überreichte und die wunderbaren Worte "Prinzessin, ich hab dir ne Rose bei Hau den Lukas besorgt" sprach. Ich selber fand mich dabei  u n g l a u b l i c h  komisch, mein Mitbewohner fühlte sich glaube ich ziemlich entmannt.

Hier habe ich dann noch ein Schmankerl für die Leute, die sich mit mir zusammen durch Rechnungswesen kämpfen mussten. Eigentlich dachte ich da, dass ich mit diesem Scheiß für immer durch bin, aber leider verfolgt er mich auch noch auf der Arbeit. Oder sagen wir es so gerade auf der Arbeit. Und was macht der kleine Mann bzw. die kleine Frau aus lauter Protest? Jawollja, ein bisschen rumkritzeln. Da skam dann dabei raus.


Abrechnung machen ist halt echt wirklich super ätzend. Und während ich halt überlegte, wie ich was jetzt genau verrechne und wieso, erschienen diese magischen Buchstaben plötzlich auf meinem Block. Ich muss sagen, dass es wirklich ein Kunstwerk geworden ist. Wahrscheinlich habe ich mit mehr Hingabe an diesem epischen Kunstwerk der Moderne gearbeitet, als an der Abrechnung. Zurecht, wie ich finde.

Und zum Abschluss möchte ich euch noch das Highlight dieser Woche bieten. Wie viele von euch wissen, kann ich ja bestimmte Daten von Leuten tracken, die auf meinen Blog kommen. Unter anderem auch, was Leute gegoogelt haben weswegen sie dann auf meinem Blog gelandet sind. Ich habe es mir diese Woche mal genauer angesehen und war schockiert. Unglaublich, was Leute so googeln! Als ich das alles gelesen habe, kam ich mir ziemlich naiv vor. Ich google nie sowas! Die meisten anderen Menschen anscheinend schon... 

Was mich daran am meisten beunruhigt, ist die Tatsache, dass man bei solchen Suchbegriffen dann auf meinem Blog landen. Hier ist der verstörendste aller Suchbegriffe:


WTF?! Wer googelt sowas? Wenn der, der das gegoogelt hat, nicht sofort damit aufhört, hetze ich Mr. D. auf den los! Over And Out :)



Sonntag, 27. November 2011

Es weihnachet sehr.
...
Dreck.

Kann mir mal einer sagen, wo der Dezember so plötzlich hergekommen ist? Das kam ziemlich überraschend für mich. Ich bin die letzten Monate so vor mich hergetrottet im ewigen Kreislauf des Arbeitens, Essens und Schlafens, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass das Ende meines Praktikums plötzlich vor der Tür steht. 

Erst, als ich letzte Woche meine Freundin auslachen wollte, dass sie Anfang November ihre Wohnung schon mit Weihnachtskram vollmüllt, hatte ich eine Erleuchtung. Denn sie machte mir klar, dass es erstens bereits Ende November ist und zweitens der erste Advent vor der Tür steht. Dann machte es plötzlich erst "Klick" und dann brüllte meine innere Stimme "Fuuuuuuuuuuck!!!". Das sah dann nach Zeugenaussagen etwa so aus (Szenen nachgestellt. In Wahrheit sah ich noch belämmerter aus. Aber das konnte ich so spontan nicht mehr rekonstruieren.).


Dreck. Dreck. Dreck! Wo ist die ganze Zeit geblieben? In drei Wochen ist mein Praktikum vorbei. In fünf Wochen muss ich den Bericht dazu abgeben. In sieben Wochen bin ich bereits in Schweden. Das kann doch nicht sein! Gestern war praktisch ja noch August... Ich muss noch so viel machen. Und habe dafür wenig Zeit. Sehr wenig Zeit. Super sehr wenig Zeit. Darf ich noch mal kurz? Danke. Fuck. Fuck! Fuuuuuuuuuuuuuuuck!  Wieso kann ich nicht ein Mal die Zeit im Blick haben? 

So kommt natürlich jetzt ein bisschen Zeitdruck auf mich zu.
Dinge und Projekte, die ich im Praktikum noch für meine Nachfolger vorbereiten und/oder beenden muss: Unendlich. Zeilen, die ich für meine Studienarbeit noch schreiben muss: Unendlich mal zwei. Vorbereitungen, die noch für Schweden getroffen werden müssen: Immer sechs Mal mehr wie die Studienarbeit. Dammit!

Man sollte jetzt meinen, dass ich nach dieser Erkenntnis dann jetzt mal so ordentlich reingehauen habe. Aber das wäre ja langweilig. Nein, ich habe es lieber vorgezogen, wie in Trance unsere Wohnung zu dekorieren und Plätzchen zu backen. Weil irgendwie wusste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Kennt ihr das, wenn ihr so viel Arbeit habt, dass ihr erst mal in die Lethargie verfallt und/oder Sachen macht, die etwa so Prio 678.987 haben? Naja, wenigstens ist die Wohnung jetzt hübsch. 


Vielleicht kann ich ja einen Tauschhandel mit meiner betreuenden Dozentin eingehen: "Liebe Frau R. Alles, was von meiner Studienarbeit steht, ist ein Exposee. Und das ist sehr löchrig. Um genau zu sein, ist die Anzahl der Löcher größer als die Materie. Das hört sich jetzt erst mal nicht so bombe an. Aaaaaber - wenn Sie wollen, kann ich Ihnen die Wohnung schön weihnachtlich machen! Das kann ich richtig gut! Ich sprühe vor kreativer Energie! Krieg ich jetzt 30 Credits? Nein? Ich soll meine kreative Energie lieber mal auf meine Studienarbeit loslassen? Das finde ich persönlich jetzt suboptimal..." 

Vielleicht sollte ich ihn Sachen Argumentation mal die andere Seite des Dekorationsspektrums miteinbeziehen: "Liebe Frau R. Alles, was von meiner Studienarbeit steht, ist ein Exposee. Und das ist sehr löchrig. Um genau zu sein, ist die Anzahl der Löcher größer als die Materie. Das hört sich jetzt erst mal nicht so bombe an. Aber wenn Sie mir dafür nicht 30 Credits geben, dann tacker ich Ihnen Das Ding höchstpersönlich an die Wohnzimmerwand!"


Man, man, man ist Das Ding hässlich und geschmacklos, oder? Scared the Crap out me, als ich Freitag in die Wohnung kam und dieses Monstrum mich in unserem Flur anstarrte. Das Ding wohnt jetzt bei uns. Bah! Geht gar nicht. Ich nenne es auch nur abschätzig Das Ding. Die Oma einer Bekannten wollte es wohl nicht mehr (zurecht), ein Freund meines Mitbewohners allerdings schon (unverständlich). Jetzt wohnt Das Ding vorübergehend in unserem Flur, bis der das abholen kommt. Deswegen meide ich jetzt kategorisch den Flur, da ich Das Ding supergruselig finde. Und dazu ist es der absolute Höhepunkt des schlechten Geschmacks, wenn ihr mich fragt.

Dieses Bild ist übrigens für A., die Freitag bei Skype der Meinung war, dass Bussarde doch ganz süß wären und ich mich nicht so anstellen sollte (sie wurde Audio-Zeuge davon, wie mein Mitbewohner mit Das Ding in mein Zimmer gelaufen kam und es mir fast ins Gesicht drückte, nur um mich auf die Palme zu bringen. Sack). Liebe A., Das Ding ist alles andere als süß. Es ist bah. Da musst du mir zustimmen. Wenn nicht, läuft irgendwas schief mit dir...

Naja, wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich auch viel Zeit damit verbracht, über Das Ding nachzudenken, darüber zu sprechen und mich darüber auszutauschen. Ziemlich viel Zeit, in der ich auch locker mal die Einleitung meiner Studienarbeit hätte schreiben können. Aber nein, das ist out of Limits. Mein Zeitproblem ist zwar groß, aber noch nicht groß genug, um mich wirklich zu motivieren. Noch sperrt mein Es mein Über-Ich  in den Schrank, wo dieses leise vor sich hinwimmert. Komischerweise lache ich auch noch über meinen neuen Ohrwurm. Wahrscheinlich aber nur noch, bis mein Über-Ich aus dem Schrank ausbricht und das Grinsen in meinem Gesicht abrupt erstirbt. 



Deswegen gehe ich jetzt mal Studienarbeit schreiben. Oder die Anordnung der Weihnachtskugeln noch mal umarrangieren. Oder Plätzchen essen. Oder Das Ding anstarren, in der Hoffnung, dass es sich dann irgendwie dematerialisiert. Es bleibt also spannend. Wer braucht schon 30 Credits für die Studienarbeit? Pft. Kinderkram.

Over And Out :)



Sonntag, 20. November 2011

Zwiegespräch mit meinem
15-Jährigen Selbst.

Diese Woche war ich in der Heimat. War sogar fast total schön. Endlich mal wieder Freunde und Familie sehen, sich von Mutti bekochen lassen und den neuesten Tratsch und Klatsch aus dem Dorf aufschnappen. Herrlich, mal wieder so richtig über die Menschen aus der Heimat abzuledern. Immer wieder interessant zu erfahren, wer mit wem und warum und aber auch, warum gerade nicht mehr. Zuerst war da also ein totales Hochgefühl.

Den ersten Dämpfer musste ich dann allerdings erfahren, als ich in mein Zimmer kam und das hier los war:


Meine Familie hat eiskalt meine geliebte Pflanze verrecken lassen. Da gibt man ein mal seine Schutzbefohlenen in die Obhut seiner Familie und dann das. Kollateralschaden. Nicht mal Chuck Norris könnte diese Pflanze (die übrigens früher mal auf den Namen Hubert hörte) noch retten. Zu der Verteidigung meiner Familie muss ich allerdings sagen, dass meine zwei anderen Pflanzen das Märtyrium überlebt haben - wenn auch vollkommen dehydriert und metaphorisch gesehen röchelnd und ätzend sich auf dem Boden wendend. 

Naja, machste nix. Wie man an der kleinen Farbexplosion auf diesem Bild auch unschwer erkennen kann, war ich auch endlich wieder zurück in meinem persönlichen kleinen Teenagermuseum. Das ist ja auch immer ein Punkt, der das Nachhausekommen immer so spannend macht. Alles in meinem Zimmer ist immer noch genau so, wie ich es bei meinem Auszug vor vier Jahren hinterlassen habe. 

Und so treffe ich immer wieder gerne auf meine alte Busted-Sammlung (Ich war 15 und schwer verliebt. Falls ihr euch nicht mehr an diese erstklassige Band erinnern könnt, frische ich euer Gedächtnis gerne wieder auf.) und anderen Relikten aus einer mittlerweile ganz anderen Zeit. Ich gebe da nur so die Stichworte Miss Sixty Hosen, Harry Potter Bücher, Malcolm Mittendrin DVDs, knallbunte Schweißbänder ... Ihr wisst, was ich meine. Die Welt, wie sie war, als wir halt 15 waren. 

Wenn die 15-Jährige Samira mich jetzt sehen könnte, würde sie wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch bekommen. Denn leider bin ich weder auf dem Weg eine Bestsellerautorin zu werden, noch habe ich es auf die Reihe gekriegt, den Bassisten von Busted zu heiraten oder lupenreine Porzellanhaut zu bekommen. Stattdessen mache ich ein unterbezahltes Praktikum mit viel IT-Zeugs, kann nicht mal eine Verlobung vorweisen und das mit der Porzellanhaut... wir wollen lieber nicht drüber sprechen. 

Tut mir also Leid, liebes 15-Jähriges Selbst. Ich möchte dir trotzdem gerne sagen: DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF! Außerdem, schau dir bitte mal den Typen von Busted jetzt an. Es ist also durchaus okay, da mal hier und mal da in der Lebensplanung was umzuschmeißen. Sonst wärst du jetzt in einer grausamen Lebensgemeinschaft mit dem da (oder soll ich lieber sagen: das da?)


Jap, ihr sehr richtig. Der junge Mann hat nach Abklingen der Boyband-Karriere dann auf Dschungelcamp umgeschult und ist mittlerweile zum Moderator dieses kulturell und intellektuell wirklich höchst anspruchsvollen Fernsehformats aufgestiegen. Und ziemlich fett ist er. Und er hat auch Tribals auf den ganzen Körper tätowiert. Und er hat auch mal öffentlich James und David Cameron vertauscht. Als Engländer wohl gemerkt. Also wahrlich ein Traummann.

Wäre ich mit das da gestrandet, wäre ich dann wahrscheinlich jetzt eine der Ghostwriterinnen für Dr. Stefan Frank, Der Bergdoktor oder meinen absoluten Favoriten Mami - Gefühle kann man lesen. Oder noch schlimmer: Ich würde unwitzige Frauenromane schreiben, die selbst Hausfrauen grottig schlecht finden. Und hätte wahrscheinlich eine Vorliebe für pinke Jogginganzüge. Und wäre jedes Wochenende asozial betrunken im Pub und würde Leute anpöbeln. Ja dann lieber doch nicht. Plötzlich ist mein Leben doch ganz okay. Oder, liebes 15-Jähriges selbst?

Allerdings hätte ich dann natürlich auch reich werden können. Denn dann hätten die von Little Britain ordentlich Lizenzgebühren an mich zahlen müssen, für die eins zu eins Adaption meiner Persönlichkeit. Mir schwebt dann nämlich als potentielles Selbst etwa das hier vor:


Bei genauerer Betrachtung wäre das natürlich schon eine ziemlich steile Zukunft. Aber das ist ja irgendwie hätte, hätte, Fahrradkette. Ich bin keine gefeierte Bestsellerautorin, aber ich bin auch nicht so wie Vicky aus Little Britain geworden. Also doch alles Wölkchen. Denn, liebes 15-Jähriges Selbst: Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt.

Mal schauen, was mein 30-Jähirges selbst dann später mal zu meinem 23-Jährigen Selbst sagt. Wahrscheinlich wird es mich auslachen. "Süß. Du wolltest was mit Medien und Marketing machen. Jetzt wohnst du in nem Wohnwagen am Stadtrand, hast sechs Kinder von sieben Vätern (beim kleinen Enrico-Dscheremmi ist nicht ganz raus, ob Ralf oder Horst der Vater ist) und verdienst dein Geld damit, dass du getragene Unterwäsche nach Japan verkaufst". Oder aber noch schlimmer: "Jetzt wohnst du mit dem Christian, den du schon in der zweiten Klasse abstoßend fandest, im Vorort, bist Hausfrau und Mutter eines adoptierten Rauhaardackels und (jetzt kommt das Schlimmste) bist AKTIVES MITGLIED DER FDP!"

Naja, das Ende ist wie gesagt offen. Vielleicht werd ich auch einfach keine 30. Over And Out! :)



Mittwoch, 16. November 2011

Ey Mama, du bist voll peinlich!

Dass meine Mutter neuerdings bei Facebook angemeldet ist, ist schon starker Tobak. Neuerdings finde ich mich immer wieder in absurden Situationen wieder, die auch immer in diesen Fail-Blogs für allgemeine Erheiterung sorgen.  

Ich lasse mir gerne öffentlich von meiner eigenen Mutter einen absoluten Abzug verpassen. Besonders, wenn sie sich dann noch mit A. verbündet. Das macht meinen Tag dann immer so unwahrscheinlich gut. Nicht. A. kann nur froh sein, dass ihre Eltern noch nicht bei Facebook sind...Aber ich stehe da drüber. Wäre ich ja schön blöd, das hier zu posten, wenn es mir peinlich ist.

Wäre ich jetzt 14, wäre es mir wahrscheinlich super peinlich. Mit 23 bin ich eher stolz darauf, dass meine Mutter weiß, wie dieses Internetz da funktioniert und jeder sehen kann, dass ich mein Abzug-Verteilen-Talent eindeutig von ihr habe. Das mit dem Peinlichkeitsfaktor muss ich mir aber unbedingt merken, für wenn ich mal eine Tochter im Teenageralter habe. Dann werde ich ununterbrochen ihren Status kommentieren. Ich möchte den Satz "Ey Mama, du bist voll peinlich!" praktisch aus ihr herauskitzeln. 

Vielleicht können A. und ich dann auch ein "Du bist voll peinlich!" Bingo spielen. Wer die Tochter am meisten in der Öffentlichekeit blamiert (sofern man das blamieren nennen kann. Vierzehnjähirgen ist ja generell ALLES peinlich), hat gewonnen. könnte sogar ein richtiger Wettkampf werden. Tochter-Blamierungs-Weltmeisterschaften! Und ich bin die Initiatorin. 

Ihr entschuldigt mich, ich muss weg. Eine Sportart anmelden.



Over And Out :)

Mittwoch, 9. November 2011

Eine Woche voller Ereignisse.

Diese Woche ist eine besondere Woche. Denn diese Woche habe ich das erste Mal seit Beginn meines Praktikums frei. Juhee! Wurde auch Zeit, langsam kann ich keine Shops und ePaper mehr sehen.

Endlich kann ich mal wieder die Vorzüge des Studenten-Lotterlebens genießen. Also zu einer Zeit im Supermarkt sein, in der die Schlange nicht bis zum Ende des Ladens reicht. Oder unter der Woche so richtig ausgehen. Oder bereits um zwölf Uhr Mittags vor dem Prosieben Studenten-bespaßungsprogramm hängen bleiben. Ooooder (und das ist das Beste) gar mal wieder in Ruhe dumme Spiele im Internet spielen, die so überhaupt gar keinen Sinn haben ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. 

Was anderes außer Rumdaddeln kann man zu dieser Jahreszeit nicht machen. Es ist so usselig da draußen, dass man sich am besten einfach nur zu Hause in eine Decke einmummelt und Tee trinkt. Nur heute war ich  dann mal total spießig und habe einen gemütlichen Herbstspaziergang gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich seit meinem Praktikumsbeginn im Juli schon ziemlich viele Leute verknallt haben. Denn am Geländer der Brücke vor unserem Büro machen Pärchen neuerdings diesen Quatsch mit dem Schloss-an-die-Brücke-hängen-Schlüssel-in-den-Fluss-und-dann-bleiben-wir-für-immer-zusammen. 

Es hat zwar noch nicht die Ausmaße der Hohenzollernbrücke in Köln, aber
auch die Ellerntorsbrücke ist beliebt.
Es ist auf jeden Fall ganz nett anzusehen. Ich darf da ja aber nicht wirklich mitspielen. Die einzigen Männer in meinem Leben sind derzeit ja nur die drei Chaoten aus der WG. Aber auch wir haben Spaß. Denn nicht nur ich habe frei, zwei meiner Mitbewohner sind seit letzter Woche auch langzeitarbeitslos und deswegen genießen wir derzeit zu dritt dieses Lotterleben. Wobei zwei von uns ja eigentlich eine Studienarbeit schreiben müssten...

Aber das klappt derzeit leider nicht so dolle, denn ich bin viel zu sehr damit beschäftigt irgendwelche Serien zu schauen und mich um Dinge zu kümmern, die halt so liegengeblieben sind. Schweden zum Beispiel. Da scheint die Fontys ja jetzt alles gerettet zu haben, denn gestern bekam ich diese erfreuliche Mail:


Es geht jetzt also anscheinend tatsächlich los - I'm in! Plötzlich wird die ganze Schweden-Geschichte so wirklich. Vorher war es immer nur so ein Gedanke im Hinterkopf, dass ich das nächste Semester im tollen Schweden verbringe - aber das war eher sowas Abstraktes. Und jetzt plötzlich wird die ganz Chose total greifbar. Ich bin mal gespannt, ob ich deswegen dann vorher noch den Total-Koller bekomme. Ich gebe da ja offen und ehrlich zu, dass ich immer ganz gerne mal einen Vollausraster vor totalen Veränderungen bekomme.

Ist aber irgendwie auch total ärgerlich. Ich meine, ich gehöre jetzt zu diesen überflexiblen jungen, hippen Marketern, die heute in Hamburg, morgen in Schweden und nächste Woche in den Niederlanden sind. Das ist natürlich alles so aufregend und man lernt eine Menge Leute kennen - aber derzeit sage ich ganz ehrlich, dass ich so gar keinen Bock auf Schweden habe. Wenn es nach mir ginge, würde ich erst mal noch ein weiteres halbes Jahr in Hamburg bleiben. Ich meine, ich habe mich gerade erst an alles hier gewöhnt und fühle mich wohl (naja, so wohl man sich im Crackhouse halt fühlen kann...) und dann muss ich jetzt schon wieder meine Sachen packen und muss in Richtung nächstes Kapitel aufbrechen. Es hört sich also glanzvoller an, als es eigentlich ist...

Es wird auf jeden Fall eine Erfahrung sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass nach Schweden mit dem ganzen Ortsflummigedöns dann Schluss ist. Ich sollte es wie meine Mitbewohner machen, die bleiben auch die ganze Zeit an einem Ort. Ich meine, International Engineering ist ja auch irgendwie Quatsch, ne?

Mein Mitbewohner, der auch im Praktikumsexil ist, und ich
wieder zurück im Hörsaal. Ist ein bisschen wie nach Hause kommen...
Aber je länger ich mit diese Ingenieuren zusammenhänge, desto größer wird auch mein Wissensschatz  bezüglich Sachen, für die ich mich vorher einfach mal so gar nicht interessiert habe. Jetzt weiß ich plötzlich ein bisschen was über Robotik und physikalische Gesetze. Letztens war ich sogar bei der Nacht des Wissens in der TU Hamburg, an der einer meiner Mitbewohner Medizintechnik studiert (für alle Marketer, die sich genauso viel darunter vorstellen können, wie ich früher: Das sind die Leute, die die ganzen Kernspintomographen und so bauen). Das war auf jeden Fall mal irre interessant zu sehen, wie das ganze Ingenieursgedöns so funktioniert. 

Ich hatte letztens auch einen Durchbruch in Sachen "Wir-wissen-alles-und-du-unterstreichst-nur-und-malst-bunt-aus". Der andere Mitbewohner schreibt nämlich gerade eine Studienarbeit über irgendwas mit so Maschinen (surprise) und muss da so eine kleine Kostenaufstellung machen. Und wer hat keine Ahnung von Buchhaltung und wer weiß wenigstens theoretisch, wie man so Maschinen abschreibt?! Jawollo, ich weiß es, und er weiß es nicht! Strike. Endlich konnte ich da auch mal ein Erfolgserlebnis erzielen. Danach gab es auch gleich wieder die klassische Marketer/Ingenieursabkommen: "Ich kann dir theoretisch gerne sagen, wie man sowas ausrechnet. Aber wenn ich dir das persönlich ausrechne, kann die Bad Bank einpacken gehen. Rechnen solltest du selber..."

Was ich auch amüsant finde, ist die Tatsache, dass mein Leben jetzt neuerdings verfilmt wird. Zwar habe ich nicht so eine Wallemähne wie Zooey Deschanel, aber ansonsten ist es in unserer WG irgendwie eins zu eins. Ich wusste, dass mein Leben hollywoodreif ist!




Over And Out :)

Montag, 31. Oktober 2011

Ich studiere Unterstreichen und Bunt Ausmalen, Nebenfach Singen und Klatschen

Heute will ich euch mal nicht mit diesem üblichen Blabla aus dem Nähkästchen meines Lebens zutexten, heute bringe ich euch mal ein bisschen was über Marketing bei.

"Bäääääh. Ih. Irgendwas mit Anspruch, da mach ich das Fenster mal lieber gleich wieder zu und schau nach, ob in den letzten 30 Sekunden was auf facebook gelaufen ist!" wird euch da wahrscheinlich durch den Kopf gehen. Doch das braucht ihr nicht, denn Marketing kann so viel Spaß machen. Weil man darf fernsehen und sich amüsieren und das dann auch noch Recherche nennen! Was will man also mehr?

Denn auch, wenn meine Mitbewohner und ihre Ingenieursfreunde immer wieder gerne betonen, dass ich International Malen und Bunt Unterstreichen mit Singen und Klatschen in Nebenfach studiere, ist das nicht wahr. Gut, ich gebe unter Umständen zu, dass ich mich wahrscheinlich auch mal so um 55,5 Milliarden Euro verrechnen würde, wenn ich die Bilanz von dieser Bad Bank machen müsste - Finanzbuchhaltung war noch nie so meine Stärke - aber Marketing, das kann ich. Ich will ja nicht angeben, aber ich würde sagen, dass ich das sogar richtig gut kann. 

Und da ich euch wie gesagt nicht mit so BCG-Portfolios und diesen kotzlangweiligen Porter's 5 Forces belästigen möchte, kommen wir gleich zum Spaßteil meines Studiums: lustige Videos gucken. Deswegen gebe ich euch hier meine Top 10 an tollen Werbebotschaften im letzten Jahr kreuz und quer durch sämtliche Marketingstrategien:


Platz 10 geht an ein virales Video. Länger als ein üblicher Spot und generell dafür gemacht, dass sich das Video im Netz rasend schnell verbreitet. Das Video ist toll, kommt aber leider nur auf Platz 10, da ich mir das Produkt einfach nicht merken konnte. "Das Video war so toll! Irgendwas mit Kameras. Hier dingens. Nikon oder HP oder so". Naja, war dann doch Olympus... Was ich aber gut an diesen viralen Dingern finde ist, dass sie meistens sehr aufwendig gemacht sind und man auf dem Youtubechannel ein Making Of sehen kann, das fand ich in dem Fall sehr hilfreich. 




Platz 9 ging an ein bisschen Product Placement in Sachen Musikvideos. Man kauft sich in Amerika als Marke gerne mit irre viel Geld in Musikvideos ein. In Deutschland ist das glaube ich verboten, aber Ray Ban  hier haben das in so ziemlich jeden It-Video des letzten Jahres gut durchgezogen. Taio Cruz und Bruno Mars ist das Ding ja praktisch an den Schädel gewachsen... 



Platz 8 geht an einen ganz stink normalen Werbespot, den ich aus dem deutschen Fernsehen kenne. Ich habe ihn gesehen und mich gleich verliebt. Ich finde ihn brillant und wenn ich in Flaschen abgefülltes Wasser nicht die überflüssigste Erfindung seit es Toaster, die Figuren in dein Brot brennen empfinden würde, würde ich nur noch VIO kaufen. "Sie haben Hasi gerettet!" ein Knaller. Wird nur noch getoppt vom Hasen-Styling.



Platz 7 geht an "Aus Scheiße Gold machen". Das kann man hier so wörtlich nehmen. Ich meine, der Trailer macht so richtig Bock auf den Film (zumindest Leuten wie mir, die manchmal auch gerne flache Filme schauen) und dann sind es letztendlich die schlecht investiertesten acht Euro ever. Schaut selbst. Respekt an den Trailer-Mann. Der sollte vielleicht mal Marketingchef für BP in Erwägung ziehen.


Platz 6 geht an A.s und meinen Alltime-Favourite. Denn erstens ist der Spot gut gemacht und zweitens kann man ihn sich immer und immer und immer und immer und [...] immer wieder reinziehen. Und am Ende bleibt immer wieder die selbe Frage: Wie zur Hölle haben die das gemacht? Und natürlich der Catchphrase: "I'm on a horse" (A. und ich haben den bestimmt siebenhunderttausend Mal benutzt und fanden ihn trotzdem jedes Mal köstlich). Derzeit gibt es auch eine tolle Version für den Film Puss in Boots. Ob er nächstes Jahr in meine Top 10 kommt und in der Kategorie "Aus Scheiße Gold machen" gewinnt, wird sich zeigen.



Bei Platz 5 habt ihr mich erwischt, wenn ihr zu Recht sagt, dass das aus dem Jahr 2010 ist. Aber das ist mir egal. Da es dieses Jahr leider wohl keine Staffel geben wird, muss ich halt den nehmen. Denn das ist einer der besten Serien-Promos, die ich seit langem gesehen habe. Gut, es hilft auch die Tatsache, dass die Show extrem gut ist - aber trotzdem finde ich, dass dieser Promoclip zurecht Platz 5 verdient hat.


Auf Platz 5 kommen meine All-Time Favourite Kia-Hamster. Ich hatte meiner Begeisterung ja hier auf diesem Blog schon mal mehr als gehuldigt, allerdings finde ich das Follow-Up noch besser. Egal, wer sich diese Hamster ausgedacht hat, der Typ ist mein Held!


Auf Platz 4 etwas total süßes. Ist zwar auch schon älter, habe ich aber dieses Jahr erst entdeckt und deswegen zählt es für 2011. Das sieht irgendwie aus, als hätte das voll Spaß gemacht. Ich will auch sowas an der Haltestelle an der Stadthausbrücke. Dann würde ich vielleicht auch mal die Treppe nehmen. Allerdings ja doch nur, bis mir das wieder zu lahm wird und ich den nächsten Kick brauche...



Kommen wir nur zu der lang ersehnten Top 3. Nummer drei geht an etwas unfreiwillig Lustiges. Denn ich finde, egal welcher Produktdesigner da am Start war: FAIL! Wer erfindet sowas? Und macht dann einen soooooo schlechten Werbespot draus? Und vor allem: Wer kauft seinem Kind sowas? Das ist ja irgendwie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sollte vorm obersten Gerichtshof bestraft werden... Als ich den Spot das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, hat es mich total kalt erwischt und mir ist erst mal die Kinnlade runtergefallen...


Platz 2 geht an den obligatorischen Flashmob. Es kommt zwar immer noch nicht an meine allerliebste Flashmob-Szene ever ran, ist aber finde ich trotzdem extrem gut gemacht. Besonders, da mir bekannte Menschen zu dem Zeitpunkt wirklich am Hauptbahnhof in Berlin waren und ich über exklusives Videomaterial verfüge.



Und das ultimative Video, das ich immer und immer wieder schauen könnte goes to Heineken: Ohne Worte. Ich musste sooooo Lachen.


Over And Out :)

Montag, 24. Oktober 2011

Wissen belastet.

Dass Wissen unter Umständen echt belasten kann, musste ich diese Woche erfahren. Denn in den letzten Monaten war ich stets darum bemüht, in Sachen Aufmerksamkeit eine vorbildliche Praktikantin zu sein. Egal, was meine Kollegen machten, ich wollte wissen, was sie da machten und wie sie es machten. Schließlich bin ich hier Mädchen für alles und sollte besser ein breites Wissensspektrum aufweisen können.

Ich bin auch in vieler Hinsicht nützlich. Manchmal vertreibe ich mir die Zeit,
indem ich Post-Its klein schneide und an die Fenster klebe...

Was für ein Scheiß. Ich hätte mich mal lieber bedeckt halten sollen. Denn mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, denn jetzt heißt es nur noch: "Frag mal Samira, die weiß wie das geht". Das Dumme ist, Samira weiß tatsächlich ein bisschen wie es geht und muss dann zu ihrem Tagesgeschäft auch noch Kollegen und Kooperationspartner beraten, die teilweise in Sachen Internet nicht so flott unterwegs sind. Das geht dann immer in etwa so: Das Telefon klingelt, ich gehe ran.

Ich: "Firma bla bla bla bla bla bla Samira Maaßen"
Kollege: "Hallo Frau Maaßen. Soundso hier vom Verlag Dingensbumens. Ich habe ein Problem mit unserem Shop".
Ich: "Da sind Sie bei mir genau richtig. Wie kann ich Ihnen denn helfen?"
Kollege: "Der Shop funktioniert nicht auf der Seite mit den Abos".
Ich: "Seite mit Abos ist jetzt ein weites Feld. Können Sie das genauer sagen?"
Kollege: "Hm, ich weiß auch nicht genau welche. Ich glaube, es war das Geschenkabo. Oder nein, doch nicht. Das Jahresabo. Oder war es das Zweijahresabo?"
Ich: "Können Sie mir die url sagen? Dann schaue ich gleich mal nach"
Kollege: "url?"
Ich: "Der Link, unterdem die Seite zu sehen ist"
Kollege: "Aber ich kann die Seite doch nicht sehen"
Ich: "Aber den Link können Sie bestimmt sehen. Ich meine die Leiste unter oder über den Tabs - je nach dem, welchen Browser Sie benutzen".
Kollege: "Tab?"
(In dem Moment bin ich schon froh, dass er wenigstens nicht noch "Browser?" hinterhergesetzt hat).
Ich: "Reiter? Seitenfelder? Äääääh ... (Tastenklimpern, ich google, wie man es noch nennen könnte) Registernavigation?".
Kollege: "Meinen Sie die Dinger, die unter dem Adressfeld sind?"
Ich: "Jaaaa genau. Vergessen Sie die Tabs. Das Adressfeld, was steht in dem Adressfeld?"
Kollege: "Sagen Sie das doch gleich. Da steht www.soundso.de/
abo/geschenkabo.html"
Ich: (greife schnell drauf zu) "Also ich befinde mich jetzt auf www.soundso.de/abo/geschenkabo.html und das sieht alles fein aus. Ich kann alles sehen".
Kollege: "Das ist ja komisch".
Ich: "Das ist wirklich komisch. Können Sie mir sagen, um welchen Browser es sich handelt, mit dem Sie gerade die Seite besuchen? Dann gebe ich es zur Nachbesserung an die IT"
Kollege: "Internet Explorer".
Ich: "Alles klar. Können Sie mir sagen, welche Version?"
Kollege: "Wo sehe ich das denn?"
Ich: (innerlich) "Nein"

Das Shop-Sorgentelefon. Hat auch nur ein halbes Display.  Wahrscheinlich
hat eine Praktikantin da mal vor mir die Contenance verloren...

Es folgt eine weitere Auseinandersetzung mit Begriffen, die mein Gegenüber nicht versteht. Ich bin kurz davor, ihm das Buch "Internet for Dummies" zukommen zu lassen. Trotzdem bleibe ich ganz die kompetente, ruhige Internetzauberfee. Der Kollege hat bestimmt seine Bereiche, in denen er sich wiederum viel besser als ich auskennt.
[...]
[...]
[...]

Kollege: "Aaaaah. Ich habs. Internet Explorer 6.0"
Pause.
Ich: (perplex) "Wann haben Sie das letzte mal Ihren Browser aktualisiert?"
Kollege: "Noch nie?"
Ich: "Ich würde Ihnen empfehlen, eine neue Version herunterzuladen. Wir unterstützen Internet Explorer 6 mit unseren Shops nicht. Dann sollten Sie die Seite sehen und bearbeiten können".
Kollege: (erbost, wahrscheinlich, weil sich dieses Internetz immer so rasend schnell verändert) "Wieso machen sie das denn nicht?!"
Ich: "Erstens, weil der Internetexplorer eine von Windows nur halb entwickelte Bastard-Version (das mit dem Bastard habe ich nur gedanklich hinzugefügt) ist und zweitens, weil diese Version aus dem Jahre 2002 stammt. Seitdem haben die meisten Internetnutzer (Ich traue mich nicht, User zu sagen) ihren Browser schon mal aktualisiert".
Kollege: (sanfter) "Dann sollte ich das wohl auch mal machen".
Ich: (glücklich darüber, geholfen haben zu können) "Das ist eine sehr gute Idee. Kann ich Ihnen sonst noch weiterhelfen?"
Kollege: "Wo ich Sie gerade mal so am Telefon habe: Wie aktualisiere ich denn meinen Browser?"
Ich: (innerlich): ZONK!

Manchmal kann es also auch ganz schön anstregend sein, wenn man so viel weiß. Deswegen werde ich mich ab heute einfach dumm stellen. Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.

Over And Out :)


Sonntag, 16. Oktober 2011

Do you want to verarsch me?!

Diese Woche hat sich meine liebe Hochschule mal wieder nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ich auch nicht. 
Da könnte man ja meinen, dass wir eigentlich quitt sein sollten - aber weit gefehlt. Die Fontys mit ihren typisch niederländischen Verwaltungsstrukturen hat mich und meinen Kommilitonen WAHNSINNIG gemacht. Eine Wochen-chronik:

Sonntag: Ich verzichtete zugunsten einiger organisatorischer Dinge darauf, mich Samstag schon wieder so extrem aus den Leben zu schießen, dass ich am nächsten Morgen unter dem Küchentisch aufwache. Lieber wollte ich mich einiger liegengebliebenen Dinge widmen, unter anderem auch der Organisation meines Auslandsaufenthalts. Ich habe mir nämlich brav ein paar Bücher über Schweden gekauft und wollte mich da mal so reinarbeiten. Lernte also ein paar schwedische Grundvokabeln ("Ja, nein, danke, bitte") und etwas über schwedische Kulturunterschiede.

Schweden kann kommen - Samira hat Bücher gekauft.

Montag: Der Kommilitone, der mit mir zusammen nach Schweden fährt, taucht bei Facebook aus der Versenkung auf. Nachricht mit dem Betreff: "Denkst du an die Deadline?". Als ich das auf der Arbeit las, wurde mich sofort richtig heiß. Bewerbung oder so ein Quatsch hatte ich noch nicht angefangen. Ich war schon froh, dass ich daran gedachte hatte, die Woche davor mit meiner Schwester telefonisch auf Dokumentensafari bei meinen Eltern im Zimmer gegangen zu sein, damit wenigstens alle wichtigen Unterlagen bei mir in Hamburg sind*. Aber anscheinend musste ich mich schon bis Freitag eingeschrieben haben. Pretty knapp. Aber noch war ich gechillt. Die Bewerbung habe ich dann in der Mittagspause auch gleich in Angriff genommen.

Dienstag: Ich bekomme eine Mail aus Eindhoven, die mich beglückwünscht, dass ich dazu auserkoren wurde, mit nach Schweden zu dürfen. "Vielen Dank, Eindhoven - das weiß ich schon seit ganzen sechs Monaten" denke ich mir, als ich die Mail lese und verdränge diese gleich wieder. Eine halbe Stunde später dann eine Mail mit roten Ausrufezeichen, mit der Info, dass wir bis Freitag alle Dokumente in Eindhoven haben müssen. Und das nicht digital, sondern per Post. Hörte sich in der Mail zumindest so an. Juhei. Mathematisch gesehen recht... knapp! Kurze Angepisstheit, weil da ja anscheinend niemand auch nur irgendwie die Deadline im Blick hatte. Aber das nützt ja nichts, also dann mal los. Total dreist die Arbeit liegen lassen und die Bewerbung durchpowern. Was jetzt nicht heißt, dass ich die Arbeit ignoriert habe. Nein, diese Arbeit habe ich dann einfach noch von fünf bis neun nachgeholt. Ein Spaß. Noch kann ich mir dank exzessivem Coldplay-Hörens weiß machen, dass ich ein Gänseblümchen bin (bis zu einem gewissen Grad hilft das Album Parachutes von Coldplay immer. Ihr solltet es ausprobieren).



Mittwoch: Telefonische Krisensitzung mit meinem Kommilitonen, da der Dienstag bereits ins Land gegangen ist, ohne, dass ich meine Bewerbung abschicken konnte weil ich noch auf eine Info seitens der Fontys warten musste, die sich entspannt viel Zeit mit der Antwort nahm. Brief in zwei Tagen bis nach Eindhoven schicken ist in Sachen Timing doch recht riskant. Für mich ein Ding der Unmöglichkeit nach Eindhoven zu fahren und das persönlich abzugeben. Kommilitone macht Praktikum in Düsseldorf. Ich schicke eine Kopie an Eindhoven, eine an meinen Kommilitonen. Wenn alle Stricke reißen, nimmt er sich Freitags spontan frei und fährt nach Eindhoven. Viel Geschimpfe über die niederländische Easy-Going-Mentalität. Meine Anspannung verwandelt meine passive Aggressivität in eine aktive. Meine Mutter hilft nicht gerade mit den Worten "Das käme ja schon nicht so gut, wenn du International Marketing studierst und nie im Ausland warst, ne".

Donnerstag: Erst großes Kopfkino und extremes Reinsteigern. Wenn das nicht rechtzeitig da ist, dann fällt Schweden ins Wasser. Das ist echt zum Ausrasten! Die Niederländer und dieses ewige "Kommste heut nicht, kommste morgen". In 90% der Fälle auf jeden Fall sympathisch, wenn es aber im Deadlines geht oder so, kann ich meine Deutschheit nicht ablegen und will alles sechs Wochen vorher anfangen und ich trockenen Tüchern haben. Damit genau so etwas nicht passiert! Natürlich auch ein wenig verärgert über meine eigene Naivität, dass die Hochschule schon rechtzeitig Bescheid sagen und die richtigen Infos geben würde. Und, dass ich mich nicht vorher drum gekümmert habe. Temporäre exorbitante Antisympathie gegen diese Fontys! Die nerven alle! Aaaaah! Dann Mail vom Study Abroad-Team - Entwarnung. Die Dokumente müssen nur digital bis Freitag in Eindhoven sein. Das habe ich schon Dienstag erfolgreich gemeistert. Mir fällt ein Hochhaus vom Herzen und ich bin wieder einigermaßen ausstehlich. 

Wären die Kekse alle gewesen, hätte es wahrscheinlich echt
das Fass zum überlaufen gebracht und ich wäre Amok gelaufen.

Freitag: Ende gut, alles gut. Endlich kann ich wieder Lachen. Zeit für eine Selbstreflexion. Ich denke mir, dass ich der Hochschule schon ein wenig Unrecht getan habe. Schließlich bin ich erwachsen und sollte mich um meine Sachen eigenständig kümmern sollen können. Zwar würden deutsche Hochschulen wahrscheinlich echt alle Deadlines im Blick haben und sechs Wochen im Voraus Bescheid geben, aber ich studiere nicht in Deutschland. Und das hat ja schließlich einen Grund. Die Niederländer sind lockerer drauf als wir Deutschen und das fand ich schon immer gut. Dass diese extreme Lockerheit auch Schattenseiten hat, weiß ich ja nicht seit gestern. Aber naja, in Stresssituationen schiebe ich die Verantwortung gerne meilenweit von mir weg. Jetzt komme ich aber wie gesagt zu dem Ergebnis, dass sich alles auf die niederländische Art und Weise doch noch rechtzeitig geklärt hat. Ich habe mir nur wieder unnötig deutschen Stress gemacht. Wieder was gelernt. Over And Out :)

*Kleiner Exkurs zu diesem Gespräch. Ich zu meiner Schwester am Telefon: "Schau mal in dem weißen Ordner" - "Da ist nichts. Nur irgendwelche langweiligen Unterlagen von deinem Cambridge Examen" - "Der grüne Ordner?" - "Auch nichts. Sieht nach Klausuren aus" - "Dann versuch mal dem schwar..." - "...aha! Du bist damals aber ziemlich oft in Deutsch durchgefallen. Weiß die Mama das?" - "Schwester, versuch es mit dem schwarzen Ordner!" - "Ich deute das als "Nein". Das werde ich sowas von total gegen dich verwenden, wenn du mir das nächste mal auf die Eier gehst" - "Schwester! Schwarzer Ordner!" - "Du hast da doch noch diesen schmucken schwarzen Pullover, der mir so gut steht..." - "BITTE SCHAU NACH OB IN DEM SCHWARZEN ORDNER DIE DOKUMENTE SIND!!!" - "Krieg ich den Pullover?" - "NEIN!!!!" - "Gut, dann bleiben die Dokumente halt hier" - "GRAAAAAH! NIMM DEN SCHEIß PULLI ABER SCHICK MIR DIE DOKUMENTE!!!" - "Geht doch. Da sind sie auch schon. Schick ich morgen los" - Oh man. Schwestern.


Sonntag, 9. Oktober 2011

Ich bin krank. Oooh so krank. Krieg ich jetzt Mitleid?

Diese Woche bin ich krank und leide ein wenig. Wahrscheinlich ist es die Quittung dafür, dass ich letzte Woche meinte, dass es total okay sei, wenn man sich bei 15 Grad Celsius nur im Sommerkleidchen nach draußen setzt und stundenlang liest. 

In Harburg am Rathaus ist es sogar richtig hübsch. Die Idylle wird zwar von den sich im
Delirium befindlichen Pennern ein wenig getrübt, aber man muss halt manchmal auch Abstriche machen.
"Hat die Olle nicht geschnallt, dass das voll kalt ist? Wie dumm ist die denn bitte?!" wird sich der ein oder andere von euch denken (Ihr braucht mir nichts vormachen. Ich habe euch im Blick. Ja, genau dich meine ich! Brauchst du gar nicht so beschämt wegschauen. Dich krieg ich auch noch!). Und dazu kann ich nur sagen, dass ich es natürlich gemerkt, aber geflissentlich ignoriert habe. Wenn die Sonne scheint, darf ich mir ruhig einbilden, dass gerade totaler Sommer ist. 

Wer diesen Sommer so wie ich nicht im Urlaub war, kann das bestimmt nachvollziehen. Man muss sich an den Gedanken der Sonne und der Wärme verzweifelt festklammern und die extreme Gänsehaut ignorieren. Wenn ich nur fest daran glaube, dass es gerade 30 und nicht 13 Grad sind, dann ist das auch so! Ich bin Papis Prinzessin! Du kannst mir gar nix, du dummer, nicht vorhandener Sommer!

Alright. Hätten wir uns also wieder erfolgreich weit, weit weg vom eigentlichen Thema bewegt. Ich wollte prinzipiell gar nicht so in Sachen Sommer abschweifen. Was ich eigentlich erzählen wollte ist, dass ich ja soooo krank bin. So unendlich absolut total bemitleidenswert krank. Ich bin praktisch kurz davor dahinzuvegetieren. Ach, was sag ich - kurz davor zu sterben! - Ich habe nämlich voll den Schnupfen

Die Kanne mit Pfefferminztee - das Must-Have-Accessoire
für die Krankheits-Märtyrer-Dame von heute

Was ich nämlich total gut drauf habe, wenn ich krank bin: Märtyrer spielen. Oh, ich bin totaler Krankheitsmärtyrer-Vollpro! Wenn ich krank bin, komme ich trotzdem zur Arbeit, nur um zu zeigen, wie zäh und engagiert ich bin - um mir dann in einer Tour überoffensichtlich die Nase zu putzen, Tee zu machen und von zeit zu Zeit aus tiefstem Herzen zu seufzen. Was für ein Spaß! Weil dann kriegt man in dem Mädchenverein, in dem ich nun mal arbeite, das beste Mitleid. Dieses "Oh Gott, du opferst dich so auf!" Mitleid. Alles für den Dackel, alles für den Club und so. Auf jeden Fall Balsam für die Seele.

Dabei ist meine Absicht gar nicht so edel, wie ich offen und ehrlich zugebe. Erstens will ich nur das Mitleid und zweitens machen wir uns nichts vor: Ist für mich momentan nichts schlimmer, als alleine zu Hause rumzuhocken. Ich musste nämlich letztens mit Erschrecken feststellen, dass ich alleine sein neuerdings ganz schrecklich finde. Hätte man sich ja denken können, dass das nach einiger Zeit passiert, wenn man erstens in der Großstadt und zweitens in einer Vierer-WG lebt. Irgendwas ist immer. 

Und deswegen werde ich mich auch nicht mehr beschweren, dass ich echt mal meine Ruhe brauche. Denn letzte Woche war ich dann krankheitsbedingt dann doch einen ganzen Tag alleine (Ich gebe es zu. Ich bin eingeknickt. Der Märtyrer in mir ist auch nicht sonderlich stolz darauf) und das war gar nicht so angenehm, wie zuerst gedacht. Die ersten zwei Stunden waren natürlich himmlisch, aber dann habe ich doch ziemlich schnell angefangen mich zu langweilen. Ich habe das Alleinsein irgendwie total verlernt. Total crazy. Denn plötzlich war einfach mal niemand da.

Niemand, der einfach mal ganz youtube durchgesehen hat und immer was lustiges/manchmal unangebracht ekelhaftes zu sehen weiß (Ich habe Dinge gesehen, auf die ich nicht stolz bin. Echt nicht. Aber das hier ist ganz gut).



Niemand, den ich volltexten kann und der mich dabei dann ignoriert (manchmal muss ich einfach reden um des Redens willen. Ich brauche nur jemand, der von Zeit zu Zeit nickt und/oder "aha" sagt).

Niemand, der in unserem Netzwerk meine entschärfte Version von Limp Bizkits "Chocolate Starfish and the Hotdog Falvoured Water" ausfindig macht und sich stundenlang über gepiepte Limp Bizkit Songs beömmelt (Jaha, ich wohne in einer Jungs WG. Wir teilen unsere Daten über ein Netzwerk. Was für eine krasse Scheiße! Ich wusste gar nicht, dass sowas möglich ist! So, genug Enthusiasmus. Jetzt wieder zurück in den leidenden Tonfall).

Niemand, der am Küchentisch endlos über die absolute Geilheit von Natalie Portman lamentiert (wobei jede einzelne explizite Szene aus "Black Swan" verbal analysiert gut geheißen und nochmals erzählt wird, obwohl alle Anwesenden diese Szene kennen).

Und nicht mal jemand, dem ich was hinterherräumen kann (Ich gebe es zu. Langsam bereitet mit das ewige Hinterherräumen und mich dann ewig darüber zu beschweren eine perverse Freude. Wahrscheinlich eine akute Form des Galgenhumors).

Aber jetzt bin ich ja fast wieder gesund - was nicht heißt, dass ich nicht bestimmt noch eine Woche dramaqueen-mäßig etwas rumkränkeln werde -  und ich kann wieder nach Hause kommen, wenn alle wieder im Nest sind und mich mit vermeintlich belanglosem Mist nerven. Nachdem ich im Büro natürlich wieder diese Show abgezogen habe:



Denn Mitleid, das kriege ich von den lieben Mitbewohnern irgendwie nicht ("So schlecht kanns dir gar nicht gehen - du hattest auf jeden Fall noch die Kraft dich zu schminken!" - "Geh weg mit deinen Bazillen oder ich übergieße dich mit Sagrotan. Versprochen!" - "Du hast "Muss nicht" verloren. Du bringst jetzt trotzdem den Müll runter. Ist mir egal, dass du krank bist").  Aber das ist okay, das kriege ich ja in meinem Mädchenverein zu Genüge.

Das wars auch schon wieder für diese Woche, meine Lieben. Ich wünsche euch eine erholsame Woche (mir übrigens auch. Denn ich bin ja sooooooo krank). Over And Out!



Montag, 3. Oktober 2011

Gelernt auf die harte Tour: Billigwein - Das muss nicht sein

Man, man, man. Was für ein Wochenende! Wenn es nach mir gehen würde, hätte jedes Wochenende drei Tage und so ein tolles Wetter. Leider ist das aber natürlich nicht so und deswegen war dieses Wochenende auf jeden Fall ein Highlight. Sonne und drei Tage frei, was will man mehr?

Im Park rungehangen und mir das erste Mal in diesem Jahr nicht den Pelz
verbrannt. Juhu! Aber leider wohl ja auch das letzte Mal.

Dabei ging es mal so richtig mies los: Freitagabend. Eigentlich wollte ich ein bisschen länger im Büro bleiben um etwas für meine Studienarbeit zu schreiben. Uneigentlich kamen aber ein paar Praktikanten meines Weges und so kamen mir ein paar Bier dazwischen. Naja, auch okay. Dann eben keine Studienarbeit und ein bisschen später zu dem Chaoten-Team in der WG.

Allerdings hatte ich nichts gegessen und hatte dementsprechend Hunger bis unter die Arme als ich mich gegen neun Uhr in Richtung Heimat aufmachte. Um mir dann mal was Nettes zu gönnen, machte ich noch einen kleinen Abstecher zum REWE am Jungfernstieg um mir eine Pizza, einen ordentlichen Wein und etwas von der abgefahrenen Crème Brûlée (keine Sorge, ich wusste auch nicht, wie das geschrieben wird. Das habe ich soeben von Wikipedia kopiert und eingefügt) zu besorgen. 

Und oooh, was hatte ich bereits an der Kasse eine Vorfreude auf dieses Festmahl. Doch dann kam ich aus dem REWE raus und hörte es plötzlich extrem poltern - dachte mir aber nichts dabei. Erst, als ich im Tunnel zur S-Bahn-Station auf sechs vorpubertäre extrem alkoholisierte Randalierer traf, viel es mir siedend heiß wieder ein: Oh fuck. Abschiedssaufen. 

Wer nicht in Hamburg wohnt, mag jetzt verwirrt über diesen Begriff sein. Ich erkläre es euch: Ab dem 1. Oktober muss man 40 Euro Strafe zahlen, wenn man Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln konsumiert. Das finde ich selber auch ein bisschen doof, aber nicht doof genug um zusammen mit den Vorpubertären zu protestieren. Deswegen hatte ich den Termin für die Abschiedssauftour durch den öffentlichen Nahverkehr irgendwie verdrängt. 

Naja, das war ja nicht schlimm. Ich wurde sehr schnell wieder daran erinnert. Denn als ich am Jungfernstieg an der Haltestelle ankam, sah es da in etwa so aus:


Oh, was für eine Freude. Naja, ich war trotzdem noch guter Dinge. Sollten die doch. Ich war immer noch der festen Überzeugung, dass ich einfach jetzt in die Bahn steige, nach Hause fahre, dann mit den Jungs und wer auch sonst immer so vorbei geschaut hat rumsitze und mir diese tolle Pizza gönne.

Ja, Pustekuchen! Unerfreuliches Highlight Nummer eins war, dass ich genau in den Randale-Trupp geraten bin und in einem engen Tunnel von vier dicken Leuchtraketen empfangen wurde. Da war ich schon mega angepisst, da ich für die nächsten drei Stunden dann nur noch verschwommen und in Sternchen sah. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits das drängende Gefühl, mir einen dieser Pissflitschen zu schnappen und den auf die Stille Treppe zu setzen (Der Nanny-Job ist nicht ganz spurlos an mir vorbei gegangen...)

Was mich dann vollends zum Ausrasten brachte, war die Tatsache, dass irgendwelche Blödärsche es mal wieder übertreiben und sich mit den dick vermummten Beamten anlegen mussten und die einfach mal den Jungfernstieg für eine halbe Stunde ab dem Moment sperrten, als ich ankam. Und dabei hatte ich doch so Hunger!

Da ärgerte ich mich schon, dass ich mir keine Pizza 2 Go geschnappt hatte. In meiner Verzweiflung blieb mir also nichts anderes übrig, als mir die Zeit damit zu vertreiben, die Pizza schon mal ein bisschen durch Reibung anzuwärmen. Dabei zog ich es auch vor, eine Miene zu ziehen wir Freddy Krüger in seinen besten Zeiten. Irgendwo zwischen Wahnsinn und Kalkül.

Nach einer halben Stunde kam dann aber die Bahn und ich war einigermaßen versöhnt, wenn auch blind. Aber das war nicht so schlimm, da die Meute in unserem Wohnzimmer irgendwas über Killerquallen im Fernsehen anschauten und ich dabei nicht sonderlich was sehen musste.

Dann habe ich noch am Samstag vom Leben gelernt: Keep away from dubios aussehenden Weinflaschen. Besonders der hier:


Ich meine, diese Flasche schreit ja schön förmlich, dass das der billigste Billowein ist, den man irgendwo kriegen kann. Aber das war mir Samstag recht herzlich egal. Die Situation war nämlich, dass wir in unserer Küche zusammen saßen, gekocht hatten, dabei ein bisschen Wein tranken noch ein wenig auf den Kiez wollten. 

Das sollte für mich aber nicht mehr drin sein. Wir schaukelten uns nämlich alle langsam hoch in Sachen Alkoholkonsum, bis ich auf die grandiose Idee kam, die seit Ewigkeiten nicht angefasste aber ständig rumstehende und einstaubende Weinflasche aufzumachen. Damit stand ich aber ziemlich alleine da. Leider traute sich niemand mit mir zusammen an dieses Experiment. Zurecht, wie sich herausstellen sollte. 

Denn erstens schmeckte der Wein nach vorzüglichem Essig und zweitens war er doch recht unsüffig. Naja, er war eigentlich nicht so süffig, für die anderen - aber weil ich schon so Jenseits von Gut und Böse war, war mir das dann auch egal. Ich erklärte ihn dann einfach für süffig.

So habe ich dann doch ziemlich viel alleine von diesem Teufelszeug mit mir alleine weggehauen - und niemand hat mich gestoppt. Nicht mal mein Mitbewohner, der die durch Rotwein gerne von mir herbeigeführte Aggressivität aushalten musste (Ich hab ihn nicht geschlagen oder so! ... Nur vielleicht unter Umständen ziemlich viele Ohrflitschen gegeben. Aber nur, weil ich weiß, dass seine Ehre es nicht zulässt, Frauen auch nur ein jeglicher Form Gewalt anzutun - also ein leichtes, abgekatertes Spiel für mich. Muahahaha).

Naja, das Ende vom Lied war dann, dass ich es dann nicht mehr mit auf den Kiez geschafft habe, da ich beschloss, hier jetzt und sofort und hier unter diesem Tisch zu nächtigen. Von diesem Vorhaben ließ ich mich rotweingesteuert dann auch nicht mehr abbringen. Nicht mal durch körperlichen Zieheinsatz der Jungs.

Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte das getan. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es bei uns auf dem Küchenboden aussieht. Ich hätte mich am Liebsten den ganzen Sonntag über mit Sagrotan übergossen. Aber das muss auch mal von Zeit zu Zeit sein. Und jemand musste mal diesen Wein aufmachen... Ich hätte ihn lieber wegschmeißen sollen... Naja, Chance vertan. Over and Out :)