Donnerstag, 14. April 2011

Der Affe in meinem Kopf hat ein Dschingerassabumm

Man, man, man. Alles nicht so einfach diese Woche. Diese Woche stresst mich nämlich ein wenig. Ich befürchte auch, dass das mindestens die nächsten sechs bis acht Wochen nicht besser wird. Wir schreiben Semesterwoche acht von vierzehn und meine Erfahrungskurve sagt mir, dass es ab jetzt freizeittechnisch nur noch bergab geht. Und das finde ich ja eher suboptimal. 
Die Ration der letzten Woche.
Eindeutig zu viel des Guten.
Es gibt da einen klaren Indikator, der immer wieder gerne bestätigt, dass die Stressphase kurz bevor steht: A. und ich begegnen uns kaum noch privat sondern eher nur noch im Uniflur, wo wir schnell und effizient im Stakkato den wichtigsten Tratsch austauschen (Das würden wir selbst noch tun, wenn der Weltuntergang kurz bevorstünde. Erst tratschen, dann an die Rettung des eigenen Lebens denken). Wir sind dann immer ein bisschen wie das weiße Kaninchen bei Alice im Wunderland: "Oh seht! Oh seht! Ich komme viel zu spät! Grüß Gott, bis bald, auf Wiedersehen. Muss geh'n, muss geh'n, muss geh'n". Deswegen weiß ich auch, dass es wieder Zeit ist, auf meinen Energydrink-Konsum zu achten. Wenn ich gestresst bin, greife ich immer gerne zu dem besonders harten Scheiß, auf dem "höchstens eine Flasche pro Tag konsumieren" steht und pfeiffe mir davon gerne auch mal die zwei- bis dreifache Dosis rein. Die letzte Woche war das der Fall und ich muss langsam echt wieder runterkommen. Es ist ein bisschen so, als würde wie bei Homer Simpson ständig ein Äffchen mit dem Dschingerassabumm durch meinen Kopf laufen. Zudem haben mich zwei Personen unabhängig voneinander gefragt, ob ich manchmal eigentlich Stimmen in meinem Kopf höre. Anscheinend bin ich derzeit noch sonderbarer als ohnehin schon. Deswegen setze ich mich gerade auf kalten Entzug und weiche halt auf Substitutionsprodukte aus (exklusives Informationsschmankerl für meine Marketingfreunde). Aber ob das mit Kaffee und Co. besser läuft, ist allerdings fraglich. Irgendwie knallt mir das nicht genug. Dazu kommt noch, dass man total fiesen Kaffeeatem bekommt, geht gar nicht. Aber naja, ist immerhin besser als sich mehrmals am Tag sabbernd mit dem Kopf auf der Tischplatte wiederzufinden, ohne den plötzlich einsetzenden Schlaf mitbekommen zu haben. 
Blankliegende Nerven plus SPSS
machen führt bei uns gerade zu
reichlich Aggressionspotential.
Irgendwie scheint sich dieser Schlawiner, der sich Zeit nennt, momentan rasend schnell aus dem Staub zu machen. Ich setze mich an mein Laptop und wenn ich wieder auf die Uhr gucke, ist es schon mindestens halb neun. Hier mal eben schnell die Leute aus der Mini für die kommenden Verkaufstage einteilen, da mal eben die Controllingaufgaben machen und da mal eben neue Bewerbungen schreiben. "Mal eben" dauert irgendwie generell länger als erwartet. Und so organisiere ich derzeit mein Leben anhand von roten (das machst du jetzt sofort, Maaßen!), gelben (hat eigentlich keine Zeit mehr, muss aber trotzdem warten) und grünen (hat noch Zeit. Geplante Ausführung Sommer 2011 bis 2012) Post Its, die fröhlich in meinem Zimmer verteilt sind. Und auch meine Freundinnen und ich müssen uns schon zwei Wochen vorher verabreden, wenn wir mal alle zusammen was machen wollen. Schlimm, schlimm, schlimm. Das Wichtigste ist eigentlich nur, dass ich nicht in Verzug gerate. Das habe ich schon in den letzten Semestern gemerkt: Wenn ich eine Woche lang schleifen lasse, bin ich für den Rest des Semesters voll am Sack. Deswegen versuche ich dieses Mal einfach am Ball zu bleiben, auch wenn jederzeit das Burn-Out droht. Ich habe von der Vergangenheit gelernt. Zu VWL I bin ich praktisch nie hingegangen und dachte, dass sich das trotzdem mit zwei Wochen Intensivlernen schon irgendwie machen lässt. Da habe ich bitter erfahren müssen, dass VWL ein Fach ist, das von der Komplexität her Statistik I und II locker übertrifft. Ich wette, wenn VWL könnte, würde es Statistik das Pausengeld abnehmen und kopfüber ins Klo tauchen, so komplex ist das. Deswegen sitze ich dieses Semester brav jede Stunde da und schreibe fleißig Romane mit (Heute habe ich mich sogar gemeldet, was gesagt und das war auch noch richtig. Ich lasse euch hier Zeit, in bewunderndes Schweigen zu verfallen... So, Zeit vorbei). Ich weiß also jetzt aus Erfahrung, dass nicht zu VWL gehen sonst wieder nur Klausurkamikaze gibt. Das gleiche gilt übrigens auch für Recht und Statistik. Oh und da fällt mir auf, die drei Fächer sind die drei Fächer, in denen wir Klausur schreiben. Man kann sich also vorstellen, dass ich derzeit ein bisschen schwimme. Statistik regt mich wie immer besonders auf. Aber nicht nur mich. Ben hätte gestern fast vor lauter Wut und Anspannung den Stuhl in den Computer geschmissen. So kenne ich den gar nicht. 
Sehe dank Sonnenbrand derzeit echt doof aus.
Wenigstens kann ich zur allgemeinen
Erheiterung beitragen.
Aber wenigstens kann ich derzeit ein wenig für humoristische Erleichterung sorgen. Anki und ich waren  Sonntag sieben Stunden in der prallen Sonne in Kaarst und haben Produkte verkauft. Abends war ich dann so rot, dass man mich als Leuchtreklame hätte engagieren können. Nachteil für mich und Vorteil für alle anderen ist, dass sich dieser Zustand leider nur ganz langsam ändert. Aber daran merke ich, wer meine wahren Freunde sind und mit wem ich noch nicht so sonderlich warm gelaufen bin. Je mehr die Leute mich auslachen, desto besser kennen sie mich und meinen Hang zur Selbstironie (A. hat vor Lachen angefangen zu weinen, Carina guckte mir angestrengt auf die Nase und sagte nach langem Überlegen "Na wenigstens pellst du dich schon" und ein hier nicht genannter Dozent begrüßte mich schelmisch mit den Worten "Na, Samira? Ich hab' gehört rot ist das neue braun?"). Das wollte ich hier nur noch mal zum allgemeinen Spannungsabbau erzählen. Over And Out :)


Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis, was genau nach zwei Red Bull in meinem Kopf abgeht.

Montag, 11. April 2011

"Is dat Kunst oder kann dat weg?"


Ich habe jetzt keinen Fernseher mehr. 

Ich guck auch nicht immer nur Fernsehen.
Ab und zu  lese ich auch mal ein Buch
und finde dann unverhofft vermisste
Gegenstände
Das hört sich zuerst natürlich ganz schön intellektuell mit einem Hauch von Extravaganz an. So nach dem Motto: "Ich stehe über dem Pöbel, der sich an RTL explosiv und den reißerischen Reportagen aufgeilt". Keinen Fernseher haben hört sich nach endlosen Abenden in Ausdruckstanzveranstaltungen an. Keinen Fernseher haben hört sich nach stundenlang vor Beuys-Werken stehen und darüber grübeln an. Keinen Fernseher haben hört sich letztendlich beneidenswert an, wie ich finde. Menschen ohne Fernseher stelle ich irgendwie auch mit Menschen gleich, die konstant und ohne Anstrengung ihr Wunschgewicht halten und/oder Hausarbeiten zwei Wochen vor dem Abgabetermin einreichen. Um es kurz zu fassen: Menschen, zu denen ich bis jetzt nie gezählt habe und die einem unbewusst immer wieder die eigene Primitivität vorhalten. Und jetzt bin ich plötzlich einer von denen. Allerdings muss ich das hier mal gleich relativieren. Keine Sorge, ich habe nicht wieder zu oft im Feuilleton der Zeit geblättert und versuche auch nicht, meinem Leben mehr Tiefe zu geben. Meine Schwester ist schlicht und einfach aus England zurück und hat sich den gemeinsamen Fernseher gekrallt mit der Erklärung, dass ich ihn ja die letzten acht Monate hatte (Ich war zwar nur an Wochenenden bei meinen Eltern und habe den Fernseher deswegen auch nur am Wochenende genutzt. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Fräulein Schwester auch gar nicht da war. Aber diese Argumentation zog irgendwie nicht). 
Ins Museum gehe ich auch von Zeit zu Zeit -
wo ich mich ganz erwachsen ausschließlich
den anspruchsvollen Dingen widme.
Und so bin ich neuerdings komplett ohne Fernseher. Denn in Kaldenkirchen habe ich auch keinen, da ich da schlichtweg keinen Fernsehanschluss habe. Und wie ist das Leben befreit vom Fernseher so? Habe ich schon tiefgehende Gedankengänge gehabt und die Probleme der Menschheit gelöst? Das kann ich jetzt nicht so bestätigen. Habe ich unnütze youtube Videos geschaut und Bubble Shooter bis zum Erbrechen gespielt? Das kann ich leider bestätigen. Ich stelle also eine Gegenthese zu "Fernsehen macht dumm" auf: Nicht fernsehen macht dumm. Während ich beim Zappen immer wieder gerne auch mal bei Quarks und Co. und irgendwelche Terra X Dokus über Ägypten hängen geblieben bin, komme ich ohne Fernseher gar nicht mehr auf die Idee mir aktiv irgendwelche Informationen zu suchen, die länger als ein Wikipediaeintrag sind. Ich meine, wer treibt sich online schon freiwillig in der ZDF-Mediathek rum? Also ich auf jeden Fall nicht. Und ich finde, das muss sich jetzt ändern. Da meine Schwester jetzt erst mal wieder fest bei meinen Eltern wohnt (was ich übrigens gutheiße) und sich leider bestimmt kein Fernsehanschluss durch Zauberhand in meiner Kaldenkirchener Wohnung einrichtet, muss ich mir andere Kanäle zur Erweiterung meiner Allgemeinbildung suchen. Und da ich kein Freund von Beuys bin (Ich unterstütze da ganz das Motto: "Is dat Kunst oder kann dat weg?") und ich 12-Ton Musik leider im Kopf nicht aushalte, wird aus mir wohl nie eine Superintellektuelle. Aber wenigstens kann ich jetzt so tun. (Hört sich das bestimmt irre klug und erhaben an, wenn ich demnächst in Gespräche einfließen lasse, dass ich ja keinen Fernseher besitze. Dass ich dank Onlinemediathek trotzdem keine Folge von Doctor's Diary verpasse, müssen die ja nicht wissen). Ich habe auch so eine schwarze Hornbrille. Die sollte ich in Kombination mit grauen Rollkragenpullovern mal öfter tragen. Aber ich befürchte, dass ich dann von den coolen Wirtschaftsstudenten verhauen werde. Ich muss mir dringend wieder einen Fernseher besorgen! Over and Out :)

Donnerstag, 7. April 2011

Chips sind ja auch irgendwie Kartoffeln

Während ich diesen kleinen Eintrag schreibe, sitze ich gerade in meiner Küche und pfeiffe mir genüsslich eine ziiiiiieeeeemlich dicke Schokowaffel rein. Ich finde, die habe ich mir verdient. Schließlich hatte ich heute nur eine Stunde Uni und habe trotzdem den ganzen Tag fleißig gearbeitet und bis jetzt noch nicht eine Minute sinnlos rumgehangen. Damit wären wir auch schon beim heutigen Kernproblem: Ich esse zu viel. Das muss aufhören.
 Wir sollten das gute Wetter ausnutzen und
deswegen heute mal lieber nicht zum
Sport gehen. Sollen wir Muffins holen?
Seitdem ich mit dem Studium angefangen habe, bei meinen Eltern ausgezogen bin und mich jetzt selbst versorge, gewinne ich stetig an Gewicht. Man muss sich das so vorstellen wie bei einer ordentlichen Inflation, nur dass bei mir nicht die Geldmenge (das wäre allerdings ziemlich cool) sondern das Gewicht langsam und stetig ansteigt (Jaaaaahaaaa, Herr B. - Ich kann auch was anderes als ständig nur unqualifizierte Bemerkungen in Ihren VWL-Unterricht reinzubrüllen und mich nach der noch verbleibenden Folienanzahl zu erkundigen. Manchmal bleibt erfreulicherweise tatsächlich was bei mir hängen ;) ). Und mit dieser Gewichtsinflation bin ich ganz einfach in die Freshman 15-Falle getappt. Die berühmt berüchtigten Freshman 15 sind die 15 Pfund, die man nach Beginn seines Studiums aufgrund der unüberlegten und impulsgesteuerten Selbstversorgung rasend schnell zunimmt. Und ich habe mich umgesehen - ich bin nicht die Einzige hier ;). Als ich noch bei meiner Mama gewohnt habe (diplomierte Ernährungsberaterin), war ich immer schön schlank und habe praktisch nie was Ungesundes und immer was frisch Gekochtes gegessen. Meine Mama war also unbewusst mein Personal Trainer - nur ohne den Fitnessquatsch. Bei uns gab's ja goooaaa nix. Also zumindest nichts für Zwischendurch was ungesund und/oder lecker war. Zudem hat meine Mama auch manchmal echt experimentell gekocht und ich habe lieber dankend die Nahrung verweigert und bin ohne Abendessen ins Bett gegangen (Ich erinnere mich da noch mit Grauen an abenteuerliche Auflauf-zusammenstellungen und das ekelhafteste Essen der Welt - Labskaus). Und was fand ich meine Mutter deswegen doof und was habe ich sie innerlich wegen des ständig gesunden Essens verflucht!
Prognose für Sommer 2013
Und jetzt? Ja jetzt kann ich machen was ich will und ich kann essen was ich will. Ist das nicht cool? Nope. Leider nein, leider gar nicht. Ich kann keine Ravioli aus der Dose mehr sehen und allein der Gedanke an Miracoli löst puren Brechreiz in mir aus. Denn da ich mich ja jetzt alleine versorge und die meiste Zeit keinen Nerv auf großartige Kochsessions habe wenn ich aus der Uni komme, frage ich letztendlich ja doch immer das Gefrierfach um Rat. Dazu kommt noch, dass ich ja ein totales Marketingopfer bin (Irgendwie komisch. Es sind irgendwie immer die vom Fach, die die größten Marketingopfer sind) und mich ständig zu irgendwelchen unnötigen Impulskäufen in Punkto Snacks verleiten lasse. "Oooh guck mal! Die haben jetzt Crunchips mit extra Curry Geschmack. Ich wollte zwar Kartoffeln kaufen, aber Chips sind ja irgendwo auch Kartoffeln, ne. Kauf ich lieber die." . Das heißt also, ich habe immer was zum snacken da und ich kann dann auch generell meine Finger nicht davon lassen. Meine leichte Gewichtsinflation lässt sich also durchaus leicht erklären. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich regelmäßig (naja, also regelmäßig ist ja so ein dehnbarer Begriff) Sport treibe. Anki und ich sind seit einem Jahr glückliche Besitzerinnen einer Fitnessstudio-Mitgliedschaft und rackern uns von Zeit zu Zeit im Schweiße unserer Angesichter ab. Aber leider sind wir nicht immer sooooooo motiviert, verschieben das Fitnessstudio auf einen anderen Tag - irgendwann im Jahre 2043 - und ziehen uns dafür lieber noch nen dicken Muffin in der Mensa rein (Richtig geil. Schokomuffin gefüllt mit Nugatcreme UND dicker Schokoglasur - Wir befürchten, der Kalorienbetrag geht in den vierstelligen Bereich, ignorieren das aber erfolgreich). Aber wenigstens hat die Mensa ja neuerdings auch all dieses gesunde Zeugs, das dazu auch noch lecker ist und deswegen sehe ich da einen klaren Lichtblick. Ich befürchte allerdings, dass da noch ein harter und steiniger Weg vor mir liegt bevor die Freshman 15 Geschichte sind (Rechne da so mit dem Jahr 2013 bis 2014 - dann bin ich mit dem Studium durch). Ich kann es natürlich aber auch so wie meine liebe Mitbewohnerin Rebekka machen. Die macht nämlich gerade so eine abgefahrene Diät, wo sie nur so Proteinzeugs trinken darf. Und die zieht das auch noch eiskalt durch. Wenn ich drei Tage lang nur so eine Pampe trinken dürfte, würde ich glaube ich vor lauter aufgestauter Aggressivität jemanden so gewaltsam zurichten, dass im Falle einer Verurteilung mindestens Sicherungsverwahrung rausspringen würde. Wobei ich mir eigentlich ziemlich sicher bin, dass ich wegen vorübergehender Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen werden würde. (Möchte also vielleicht jemand eine Person gerade schnell und unkompliziert loswerden?- Ich könnte besagte Diät anfangen und somit da was arrangieren - Tausche gegen Limogutscheine). Nichtsdestotrotz: Rebekka, du hast all meinen Respekt! Ich lasse das mit der Pampendiät aber doch lieber bleiben und lade mich einfach mal wieder öfter bei Muttern zum Essen ein. Man mag es kaum glauben, aber ich vermisse ihre experimentellen Gerichte. Die sind wenigstens nahrhaft. Over and Out :)

Dienstag, 5. April 2011

Die Angst, von Caleb Followill beobachtet zu werden

Da bin ich wieder!

Ihr werdet an dieser Stelle bestimmt ein wenig verwirrt sein. Das ist durchaus nachvollziehbar. Ihr denkt euch bestimmt: "Hä? Die Samira war doch gar nicht weg. Hat das ganze Wochenende über facebook vollgespamt, hab' ich genau gesehen!". Da liegt ihr auch nicht ganz falsch. Trotzdem war ich unbemerkt für zwei Tage in Hamburg.
Dass Zugfahrer auch nie sanft bremsen
können! Darf ich vorstellen?
Cola Light auf T-Shirt und Blazer.
Und übrigens auch Hose.
Ich hatte ja schon berichtet, dass ich abgefahrener Weise zum Vorstellungsgespräch bei einer großen Plattenfirma eingeladen wurde. Am Sonntagnachmittag war es dann also endlich so weit und ich machte mich mit der Bahn auf den Weg nach Hamburg. Oh, ich liebe die Deutsche Bahn. Egal was die anderen immer meckern, ich finde die machen ihre Sache echt okay. (Das liegt aber vielleicht an meinem Au Pair Jahr in England, wo die Züge wie in meinem Fall die Passagiere gerne einfach willkürlich und ohne Vorwarnung mitten im der Einöde von Surrey rausschmeißen, statt nach Oxford durchzufahren, bloß weil die nen technischen Fehler haben). Und so hatte ich bis Münster eigentlich eine ganz angenehme Reise. Ich war in einem der Abteile untergebracht und neben mir saßen nur stille Menschen, die ihren eigenen Angelegenheiten nachgingen. Eine mustergültige Bahnfahrt also. Doch dann kam Münster - und damit die Zugsitznachbarin aus der Hölle. Dicke Frau, etwa Mitte Fünfzig, nicht allzu guter Körpergeruch. Laberte ohne einen Grund alle Leute im Abteil an, erzählte ihre Lebensgeschichte und berichtete von ihrer Metzgerei in Appelhülsen (Ach ja klar, Szenestadt Appelhülsen - Nie gehört). Das nervte mich ziemlich, aber ich blieb tapfer und höflich, indem ich von Zeit zu Zeit "Aha" und "Ist ja schön" antwortete. Doch dann, dann war es mit meiner Höflichkeit vorbei. Denn dann sagte die Frau "Ach wissen Sie, totes Tier ist meine Leidenschaft". Ich glaube, ich habe in diesem Moment ziiiiiiieeeeeemlich verdutzt geguckt. Oder wie jemand aus meiner Familie jetzt sagen würde: Ich habe bestimmt geguckt wie ein (Achtung, zensiert) bebeischlaftes Eichhörnchen. Ich meine, was antwortet man auf sowas? 
Potentieller Arbeitsplatz mitten in Hafen
City. Was will man mehr? Seufz.
Die restlichen drei Stunden verbrachte ich dann also lieber damit, so zu tun, als wäre ich IRRE beschäftigt. Und ich muss sagen, die dicke Metzgerin hat mir indirekt echt geholfen. Ich habe nämlich dann eiskalt drei Stunden lang den Annual Report der Plattenfirma gelesen- und der hatte stolze 158 Seiten. Danach war ich Vollprofi und wusste jeden Pups über das Unternehmen. Das hat mir dann letztendlich im Vorstellungsgespräch echt geholfen. Das Gespräch war übrigens eigentlich echt ganz gut. Überpünktlich tanzte ich dann bei der Plattenfirma an und war tippi toppi vorbereitet. Doch trotz der Vorbereitung war ich extrem nervös. Aber das ist für mich immer was Gutes, weil immer wenn ich nervös bin, mutiere ich zu Ms. Charming. Und schon als mich die Personalleiterin aus der ziemlich cool eingerichteten Empfangshalle abholte, wollte ich nie wieder weg. Aber erst Mal musste ich mich dann natürlich beweisen. So saßen die Personalleiterin und ich erst zusammen und ich dachte eigentlich, es würde alles ganz gut laufen. Ich hatte mich weder vor lauter Nervosität eingenässt, noch hatte ich unangebrachte Witze über heikle politische Themen gemacht (das passiert leider nämlich auch manchmal, wenn ich nervös bin. Äh, also nicht das mit dem Einnässen, sondern das mit den unangebrachten Witzen). Doch dann kam mein Stolperstein und der hieß Brand Manager. Also nicht der Brand Manager selber, sondern seine Ähnlichkeit mit dem Sänger von Kings of Leon, Caleb Followill. Als der nämlich den Flur lang lief, dachte ich erst "Oh mein Gott! Da ist der Sänger von Kings of Leon!" - und das brachte mich dann sofort ein bisschen aus dem Konzept. Weil wisst ihr, es gibt da diese ärztlich attestierte Angst von einer Ente beobachtet zu werden - die heißt Anatidaephobie. Und ich glaube, ich habe eine Abwandlung davon: Die Angst, vom Sänger von Kings of Leon beobachtet zu werden, Calebfollowelltidaephobie. Nun ja, und dann musste ich halt eeeeecht schlucken, als der vermeintliche Caleb Followill reinkam und sich als Brand Manager rausstellte. Hatte glaube ich die ersten drei Minuten ziemliche Auswirkungen auf meine Performance. Aber nachdem ich gemerkt hatte, dass der Brand Manager echt cool ist und mich auch mit Nichten anstarrt, hatte ich mich auch schnell wieder gefangen.
Wenn das mit der Plattenfirma nichts
wird, hole ich mir halt Rat von
Scientology (Deren Zentrale ist
praktisch neben der Plattenfirma)
Die Praktikumsstelle, die die da anbieten ist mördercool. Und ich wünsche mir nichts mehr, als da als neue Praktikantin angenommen zu werden. Leider befürchte ich aber, dass es ganz schön viele Bewerber auf diese Stelle gibt und ich deswegen nur eine von vielen bin. Aber wenigstens kann ich sagen, dass ich mein Bestes gegeben habe. Also natürlich fallen einem danach immer ein paar Kleinigkeiten ein, die man hätte besser machen können (zum Beispiel nicht wegen der hastig getrunkenen Cola durch den ganzen Raum rülpsen - Neeeeeiiiiiiin, das hab ich natürlich nicht gemacht. Das war ein Witz), aber diese Sachen gibt es ja immer. Ich versuche also zuversichtlich zu sein, bin aber wegen der hohen Bewerberanzahl nicht allzu optimistisch. Wenn es nicht sein soll, dann soll es halt nicht sein. Und wie sagte Rebekka gestern in einer echt süßen SMS: "Ach, ich bin sicher, die haben dein kreatives Genie sofort erkannt. Wenn nicht, ist (besagte Plattenfirma) wohl ne Nummer zu klein für dich". Ich glaube, that's what Friends are for. Es gibt aber bestimmt noch andere coole Praktikumsstellen, die nur auf mich warten. Günni's Gewürzgurken von Bad Salzuflen aus zu vermarkten soll ja auch ganz nett sein. Over and Out :)

Freitag, 1. April 2011

Eine kleine Bildergeschichte

Heute bin ich ein bisschen unmotiviert und weiß keine rechte Geschichte, durch die sich ein roter Faden zieht und über die ich dann auch berichten könnte. Deswegen heute mal was Neues: Heute mal meine Woche in Bildern:

Das Wichtigste Ereignis diese Woche war dann das hier: Mein Vorstel-lungsgespräch bei der großen Plattenfirma rückt immer näher und ich be-reite mich wie ver-sprochen akribisch darauf vor. Gerade bin ich dabei, mir so viele Künstler wie möglich einzuprägen. Und da ich alle total im Griff habe und meine Freunde einfach die Besten sind, helfen sie mir dabei. Hier sieht man, wie Ben, A. und Anki fleißig die Listen mit den aufgezählten Künstlern in der Mensa durchgehen, um zu checken ob sie noch jemanden davon kennen und mir etwas darüber erzählen können. Rebekka wollte auch erst mitmachen, ihr kam aber eine andere wichtige Aufgabe dazwischen: Limo trinken.



Dann hat meine Mama diese Woche auch angefangen, meinen Blog zu lesen. Und weil sie das mit der Gewalt gegen Bertram nicht so toll fand, hat sie mir dieses Buch geschenkt. Zum Abreagieren, wie sie selber sagte. Ich habe auch schon fleißig angefangen, es mutwillig zu zerstören. Deswegen ereignete sich auch folgende erheiternde Szene: Ich stehe im Garten und verbrenne einen Teil des Buchs. Meine Mutter kommt rausgestürmt und fragt entsetzt: "Was zur Hölle machst du da?!" und ich antwortet nur unschuldig, dass das Buch gesagt hätte, dass ich das machen solle. Spätestens da bereute meine Mutter dieses Geschenk bestimmt. 



Und da wir eben schon von Peter Zwegat und den einfach besten Freunden der Welt gesprochen haben: Die Nachbars-WG war dann so lieb mich einen Abend lang mit durchzufüttern und so nutzten wir die Zeit, ein bisschen zu tratschen und zusammen zu kochen. Es gab zwar nichts sonderlich raffiniertes, sondern nur Schnitzel mit Kroketten, aber wenigstens war es lecker. Und zum Nachtisch gab es sogar Ü-Eier! Hier sieht man Steffen in einem Moment, in dem er sich vor Lachen kaum halten kann, da ich irgendwie nicht dazu in der Lage bin, meine Figur richtig zusammenzubauen. Egal, was ich gemacht habe, meine Figur sah danach immer ein kleines Wenig missgebildet aus.


Oh und ich habe diese Woche eine neue Lei-denschaft entdeckt: Limo. Seitdem ich  dank der Gutscheine die selbstge-machte Limo in der Mensa probiert habe, bin ich voll drauf. Ich habe Ben und Anki sogar ihre Limogutscheine aus den Rippen geleihert, da ich diese Limo einfach nur abgefahren lecker finde. Hier sieht man Ben und mich, wie wir unsere erste Limo probieren. Ich war begeistert, Ben hätte sie mir am Liebsten gleich wieder auf den Schoß gekotzt. Umso besser: mehr Limo für mich!



Meinen Sonntag ver-brachte ich dann zusammen mit Thivya auf dem Früglingsfest in Willich, wo wir versuchten, unsere Mini-Produkte an die breite Masse loszuwerden. Eigentlich war es wie immer: Die ersten Stun-den waren wir noch voll motiviert und führten Ver-kaufsgespräche der Extra-klasse, nach etwa Stunde vier war das dann aber vorbei und große Lust-losigkeit machte sich breit. Besonders angepisst war ich dann, als mir so ein überschlauer dummer, alter Dorfdepp (Ich darf den so nennen, ich komme ursprünglich aus Willich) sagte, wir sollten mal lieber was für Japan tun. Dann wurde ich ein bisschen ruppig und regte mich darüber auf, dass die Leute in Nepal schließlich nicht mehr aufhören würden zu verhungern, bloß weil es in Japan eine Naturkatastrophe gab. Das ist natürlich auch echt doof, aber manchmal finde ich, verlieren einige besonders engstirnige Personen immer gerne den Gesamtüberblick.



Dazu war diese Woche etwas ziemlich auffällig - nämlich dieses Buch. Rebekka hat es mir ins Bücherregal gelegt. Mysteriös. Verdammt. Jetzt stehe ich also nicht mehr nur kurz vor Peter Zwegat. Jetzt ist er tatsächlich Realität geworden und hängt bei mir rum. Ich hab mal reingeschaut und bin beruhigt. Es gibt Leute, die sind noch viiiiiieeeel schlimmer dran als ich. Wie heißt das noch so schön? Unter den Blinden ist der Einäugige König? Prinzipiell finde ich, dass ich jetzt echt noch die finanzielle Kapazitäten habe, einen Breitbildfernseher mit 7000 Zoll zu leasen. So, wie die Leute in dem Buch. Die machen das nämlich auch immer so. Und DANN kommt Peter Zwegat erst wirklich.




Zum Abschluss dann noch mein gestriger Ausraster, nachdem ich "The Diary of facebok" auf MTV gesehen habe und die gezeigt haben, wie die an neue Einfälle kommen: Einfach mal was anderes machen und aus einem anderen Blickwinkel be-trachten. Ich hab das wegen meines Englisch-reports gleich mal auspro-biert und meine Sources auf dem Boden liegend mit den Beinen auf dem Sessel gecheckt. Mit dem Scheiß war ich kein Stück erfolgreich. Alles, was ich danach hatte, waren Rückenschmerzen und Nackenstarre. Und der Englischreport ist immer noch nicht fertig. Na toll. Danke, facebook!

Montag, 28. März 2011

Ballern für den Weltfrieden

Meine 13 Kollegen und ich.
Einfach ein Augenschmaus.
Viele von euch wissen bestimmt nicht von mir, dass an mir eine gute Sozialpädagogin verloren gegangen ist. Ernsthaft. Eigentlich hatte ich während meiner Schulzeit nur ein berufliches Ziel: Sozialpädagogik studieren und dann die Welt retten. Leider hab ich in Sachen Abiturklausur dann allerdings unterirdisch performt und plötzlich rückte der Traum Mutter Theresa II zu werden in weite Ferne. Mit einem Mal ließ mein NC das Sozialpädagogikstudium ohne etwa 45 Wartesemester schlagartig nicht mehr zu. So brach ich erst in Tränen aus (weswegen A. und meine Mutter kurzfristig dem Trugschluss erlagen, ich sei durchs Abi gerasselt) und dachte dann halt um: Ich kaufte ein rosa Polohemd, trat in die FDP ein und wurde Marketingstudentin. Neeeeeeeeiiiiiiiiiiiiin. Stop. So war das natürlich nicht. Tatsächlich sagte ich mir, dass es selten dämlich wäre, mich den Rest des Lebens darüber zu ärgern, dass ich den notwendigen NC für ein Sozialpädagogikstudium nicht erreicht hatte. Ist ja so gar nicht mein Stil. Deswegen machte ich einfach ein bisschen Brainstorming und überlegte, wie ich die Welt denn noch retten oder zumindest ein bisschen besser machen könnte. Und dann kam mir nach einigem Überlegen die Idee: Geld! Ich brauchte Geld. Also ich brauchte kein Geld um mir ein Apartment in Monaco und einen kubanischen Poolboy zuzulegen. Ich brauchte Geld um damit auch was bewirken zu können. Was hilft die beste Sozialarbeiterin, wenn kein Geld da ist? Also fing ich dann halt ein Studium an, das mir in Sachen Kapitalanlage später bestimmt mal ganz nützlich sein könnte. Und in diesem Jahr hatte ich dann endlich die Chance, wirklich was mit meinem Erlernten zu bewirken: Mit meiner Mini. 
So wird dann in Nepal produziert -
 immer mit einem Lächeln .
Und das ist jetzt kein Promoblabla.
Jedes Jahr gibt es eine Social Mini. Die Mini hat dann den Auftrag, das Geld nicht für die Kapitalgeber höchstmöglich zu vermehren, sondern für ein gemeinnütziges Projekt. In meinem Fall - und dem meiner 13 reizenden Kollegen - für die Shanti Leprahilfe e.V. Die gibt nämlich bedürftigen Menschen in Nepal Arbeit, indem sie in Shantis Produktionsstätten Kunsthandwerk aller Art herstellen und Shanti und wir das hier in Deutschland verkaufen. Mit "wir" meine ich unsere Mini "hand made", in der ich im ersten Semester die Funktion als PR-Assistentin hatte. Deswegen tut es mir auch leid, wenn sich diese Passage gestellt und dumpf anhört, aber ich habe diese Projektbeschreibung bestimmt schon 15 mal irgendwo aufschreiben müssen (Weck mich um drei Uhr in der Nacht. Ich kann es 24/7 wie aus der Pistole geschossen rezitieren). Mit der Mini haben wir also als Studenten unser eigenes Start-Up Unternehmen gegründet. Und das in echt. Wir stehen wirklich im Handelsregister und sind somit rechtlich gesehen also eine vollwertige Firma. Neben dem sozialen Nutzen in unserer Firma gibt es dann auch die ganz normalen Dinge, die halt so zu einer Firma gehören. Wir haben Vorgesetzte, mehrere Abteilungen und verrichten in unseren Abteilungen die Arbeit, die man auch in einer wirklichen Firma mache würde. Aber jetzt weg vom theoretischen Promoblabla dieser Projektbeschreibung. Theoretisch hört sich das nämlich alles totaaaaal nett und aufregend an. Praktisch ist meine Mini jedoch - wie jede andere, nicht-soziale Mini auch - neben den ganzen angenehmen Aspekten manchmal anstregend, nervenzerreißend und ganz manchmal möchte ich einfach jedes einzelne Mitglied häuten und/oder mit einem stumpfen Gegenstand rohe Gewalt antun. Das ganz normale Firmenleben halt.
Manchmal verdient man halt nur 5 Euro
in sieben Stunden - aber es ist jeden
einzelnen Euro wert.
Und nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht. Ich liebe meine Mini und stehe 100%ig hinter dem, was wir machen. Aber wir sind nun mal eine ganz normale Firma und da kommen gelegentlich halt mal Spannungen auf. Mittlerweile habe ich mich auch in das Zentrum dieser Spannungen hochgearbeitet und bin in diesem Semester die HR-Managerin - sozusagen die Königin der Sozialen in unserer Kohorte. Und wenn dieser soziale Aspekt nicht wäre, wäre ich wahrscheinlich schon längst Amok gelaufen. Wenigstens weiß ich, wenn ich sieben Stunden auf dem Markt stehe und dann vielleicht nur 5 Euro einnehme, dass es trotzdem was gebracht hat. Mit einem Euro kann man nämlich in Nepal einen Menschen einen Tag lang ernähren. Hätte ich dieses Wissen nicht, wäre ich bestimmt schon längst durchgedreht. Denn irgendwie könnte ich stundenlanges Rumstehen bei extremen Temperaturen (Weihnachtsmarkt in Weeze - Fünf Stunden rumstehen bei Minus 7 Grad), ewig dauernde Produktionssitzungen (PR-Manager Lukas und ich - gefühlte 364 Stunden und 1.273 Fehlversuche für unsere Promo T-Shirts) und tagelange Kämpfe mit Photoshop (Der Flyer wollte irgendwie nicht so, wie ich wollte. Und auch nicht, wie drei andere Kollegen wollten) nicht vor mir selber rechtfertigen, wenn es nur für den Lerneffekt wäre. Doch die Gewissheit, dass jeder eingenommene Euro wirklich die Lebensqualität eines Menschen verbessern kann, hält mich immer wieder bei der Stange. Da können auch dumme Weihnachtsmärkte, Produktionssitzungen und uneinsichtige Flyer nichts dran ändern. Zudem sind die Leute, mit denen ich zusammenarbeite, die meiste Zeit einfach die coolsten Leute, die man sich vorstellen kann (auch wenn sie manchmal Gewaltphantasien in mir auslösen). Erst durch sie wird das Projekt lebendig und erst durch sie werden die Strapazen erträglich. Und das Coolste ist: Nächsten Donnerstag gibt es Laser Tagging mit allen Mitgliedern samt verantwortlicher Dozentin Frau Schroers. Das wird super! Ab und zu muss man halt auch mal so richtig ballern. Egal, wie sozial man ist. Das ist eine von mir als HR-Managerin durchkalkulierte Präventionsmaßahme, damit sich niemand nachher noch ECHTE Gewalt antut. Over And Out :)

Donnerstag, 24. März 2011

Frühlingsgefühle

Ich möchte diesen heutigen Eintrag mit meiner sehr aussagekräftigen VWL-Notiz beginnen. Heute habe ich gelernt:

Da muss ich schon sagen, dass ich mich mal wieder selber in Sachen Präzision übertroffen habe. Dank dieser total tollen Notiz weiß jetzt genau, was in Sachen Deflation abgeht: Deflation ist nämlich doof, weil da wartet man nämlich so lange, bis igrendwer irgendwas macht. Verstehste? Nein? Keine Sorge, ich auch nicht. Aber naja, wenigstens kam ich schon während der Vorlesung zu der Einsicht, dass ich wohl nur die Hälfte mitbekommen hatte und deswegen lieber noch mal nachlesen sollte, was genau jetzt das mit der Deflation jetzt noch mal ist. Zu meiner Verteidigung möchte ich aber dann auch sagen, dass ich nicht die Einzige bin, die momentan in Sachen Motivation und Konzentration nicht hundertprozentig dabei ist. Grund dafür ist dieses Ding, das sich Sonne nennt. Kaum kommt nämlich diese besagte Sonne ein bisschen raus, drehen alle total am Rad. Das alleine kennt man ja schon. Ist ein Phänomen, das sich jedes Jahr aufs neue ereignet: Plötzlich sind alle total nett und rücksichtsvoll zueinander und selbst die ständig missgelaunte Trulla aus dem Marketingkurs, die einem wegen guter Laune schon mehrmals die Pest an den Hals gewünscht hat, wird von einen Tag auf den anderen total friedlich (ich schwöre, ich habe sie heute sogar PFEIFFEN hören). Wenn man dieser gut gelaunten Grundstimmung dann allerdings auch noch Cafeteriagutscheine beimischt, steigt die Laune ins vollends Unerträgliche (im positiven Sinne).
Meine HLA11-Projektgruppe versucht
sich auf die Arbeit zu konzentrieren, denkt
 aber nur an Essen und Sonnenschein.
So kommt es, dass es dieser Tage keiner bei dieser Sonne wirklich lange ohne drastischen Konzentrationsabfall in den fensterlosen Vorlesungssälen aushält. Zu dieser generellen Ablenkung kommt dann auch noch, dass alle ständig damit beschäftigt sind, darüber nachzudenken, was sie sich denn in der nächsten Pause für den Cafeteriagutschein einlösen werden. Die Fontys hat sich nämlich nicht lumpen lassen. Da wir - wie bereits in früheren Einträgen beschrieben - ein neues Cafeteriakonzept haben, bekam diese Woche jeder Student Gutscheine für jeweils zwei Baguettes, zwei Limos, zwei Salate und zwei warme Mahlzeiten. Und was soll ich sagen? Seitdem reden alle nur noch über Essen und es denken auch alle nur noch an Essen (inklusive mir). Da erfüllen wir ganz das Studentenklischee: Es gibt was umsonst? Da sind wir doch gleich alle dabei! Ich habe auch schon zugegebenermaßen drei Gutscheine verballert, aber ihr wisst ja, es ist Peter Zwegat Monat - ich nehme alles, was umsonst ist. Außerdem finde ich, dass ich mir ein bisschen Luxus verdient habe, ich wurde nämlich zum Vorstellungsgespräch für die von mir begehrte Praktikumsstelle eingeladen (ich bin am Telefon fast in Ohnmacht gefallen, als mich die Personalabteilung dieser Plattenfirma angerufen hat und mir die frohe Botschaft verkündete, dass ich zum Vorstellungsgespräch kommen darf)!  Das finde ich aber auf der einen Seite einfach nur toll und freue mich wie Bolle, auf der anderen Seite ist das jetzt wie bei Germany's Next Topmodel, wenn man im Finale steht (Also nicht, dass mir das jemals passieren würde). Die Hoffnung ist groß und die Enttäuschung wird extrem bitter, wenn es doch nicht klappen sollte. Deswegen werde ich mich jetzt akribisch vorbereiten. Also... äh... Nachdem ich eine Runde im Garten gechillt habe. Ich kann ja auch nicht immer nur arbeiten, ne? Over And Out :)

Montag, 21. März 2011

Nur unter Druck entstehen Diamanten

Ich beneide ja immer wieder gerne diese Studenten, die aus unerklärlichen Gründen ständig alles im Griff haben. 
Bericht schreiben?
Ich ziehe lieber meinem Hund
 lustige Sachen an
Bericht? Haben sie schon zwei Wochen vor der Deadline fertig und bereits eingereicht. Abgaben? Haben sie detailliert in einem eigens dafür angelegten Kalender aufgelistet. Präsentation? Haben sie direkt nach Themenvergabe angefangen und suchen jetzt nur noch ein paar extra Informationen. Wahnsinn. Ich stehe dann meistens nur neidisch daneben und frage mich, wie die das schaffen. Diese durch und durch organisierten Studenten waren mir schon immer ein Rätsel. Immer so im Voraus organisiert zu sein, dafür bin ich irgendwie nicht geschaffen. Ich bin Fontysianer, ich bin spontan, ich lasse mich nicht stressen. So ist das bei uns. (Wo kämen wir denn da auch hin, wenn wir  z.B. plötzlich die Stundenpläne zwei Wochen im Voraus bekommen würden? - Würde eh nur alle unnötig verwirren). Mein Vorteil gegenüber den disziplinierten Studenten ist dann aber auch, dass ich IRRE gut unter Druck schnell und effektiv arbeiten kann. (Mein Herzinfakrtrisiko ist dann bestimmt auch höher, aber was soll's? Meine Koronararterien sind noch top in Schuss). Plus, ich habe mehr Zeit für Spaß im Leben. Statt Berichte zu schreiben, ziehe ich lieber meinem Hund dumme Sachen oder so.
Ach guck mal!
Amy und Pete waren hier.
Letzte Woche war dann auch wieder so ein klassisches Beispiel für mein effektives Arbeiten. Eigentlich hätte ich ja schon vor Ewigkeiten zumindest meinen Lebenslauf mal schreiben können, aber irgendwie kam immer was dazwischen (Batmansocken fotografieren, Taschenrechner suchen, SPSS-Büchern Gewalt antun etc.). Und so kam es, dass ich dann am letzten Montag vor einem total selbstverschuldeten Problem stand. Ich hatte mir natürlich schon Gedanken gemacht, wo ich Praktikum machen wollte (So vorbereitet bin ich dann doch). Nur schreiben die großen Unternehmen ihre Praktikumsstellen immer kurzfristig aus und ich dachte, ich hätte noch Zeit. Bloß nicht stressen lassen und so. Mhm, ja mhm... Falsch gedacht. Zufällig sah ich dann nämlich, dass die schon ewig von mir ausgespähte und anvisierte Praktikumsstelle bei einer großen Plattenfirma gerade ausgeschrieben war. Und diese Stelle will ich. Unbedingt. Mit vollem Enthusiasmus. Komme, was wolle! Deswegen durfte ich auf keinen Fall eine 08/15-Bewerbung abgeben. Es musste schon die PERFEKTE Bewerbung sein. Und die musste raus. Am Besten gestern. Ach, was sag ich? Dienstag vor drei Wochen! Plötzlich waren dieser verbissene Ehrgeiz und der Tunnelblick da, die sonst eher untypisch für mich sind. Aber wenn ich etwas wirklich, wirklich will, kann ich plötzlich extrem ehrgeizig sein. So kam es, dass ich ab Montag drei Tage lang im Delirium verbrachte und wenig schlief, wenig aß und wenig aufräumte. Alles was zählte, war diese Bewerbung. Mein Schreibtisch war bereits ab Tag 2 unter den leeren Energydrink-Dosen und Kaffeebechern nur noch zu vermuten und mein Zimmer sah aus, als hätten Pete Doherty und Amy Winehouse höchst persönlich eine Abrissparty darin geschmissen. Aber das war alles egal. Codebuch für SPSS abgeben? Egal. HLA13 Präsentation? Egal. Mal ein bisschen Gemüse essen? Egal! Das Einzige, worauf mein Fokus lag, waren diese drei Seiten mit Daten und Fakten. Alles andere störte nur (selbst die Vergabe der Plätze für die Auslandssemester (!) ). Ich nervte gefühlte eine Millionen Leute damit, dass sie sich doch bitte mal die Bewerbung durchlesen sollten und gab erst Ruhe, als jeder Satz strategisch durchdacht und von allen Blickwinkeln durchleuchtet war. Am Donnerstag war die Bewerbung dann perfekt.
Samira - sammelt
Pferdesticker und will Weltfrieden
...Naja, die Bewerbung war FAST perfekt. Aber leider kann ich für meine anatomischen Gegenbenheiten  ja  nichts. Egal, was ich mache, ich sehe auf Fotos gerne aus wie Bambi. Meine großen, braunen Augen lassen mich auf Fotos immer total niedlich und inkompetent aussehen. Ich sehe meistens aus, als würde ich in meiner Freizeit leidenschaftlich gerne Pferdesticker sammeln und mir ganz doll den Weltfrieden wünschen. Aber ich sehe nie aus wie ein zukünftiger Marketing-Manager. Mir fehlen da so die knallharten Gesichtszüge. Das macht mich wahnsinnig. Wenn man mich kennt, weiß man, dass ich durchaus nicht auf den Mund gefallen und auch nicht so der Typ liebes Mädchen bin. Aber auf Fotos, auf denen ich neutral angezogen bin, sehe ich irgendwie immer ein bisschen niedlich - also dämlich - aus (Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen paranoid). Aber damit werde ich wohl leben müssen, bis ich kompetent-markante Stressfalten habe.
Ich habe auch schon angekündigt, dass ich im Falle einer Absage gerechtfertigter Weise in Tränen ausbrechen werde. Schließlich habe ich mir irre viel Mühe gegeben und wertvolle 72 Stunden meines Lebens dafür geopfert. Zudem checke ich jetzt ganz unentspannt alle drei Sekunden meine Mails (wenn ihr wollt, dass ich etwas unbedingt lese, dann JETZT!) und warte auf eine Antwort. Naja, ich halte euch auf dem Laufenden - und checke vielleicht noch mal meine Mails. Und noch mal. Und noch mal. Und dann vielleicht noch mal... Over And Out :)

Freitag, 18. März 2011

The KING's Experience

Es ist schon ein Weilchen her, da sagte man uns Studenten, dass unsere Lieblinsgdorfdisko in Kaldenkirchen - das KING's - vom einen auf den anderen Tag dicht gemacht hatte. Das war natürlich ein Schock. Wo sollten wir denn jetzt volltrunken den Pur-Partyhitmix grölen und schales Bier für einen Euro das Glas herkriegen?  Zwar verschob sich das Kaldenkirchener Partyleben dann ins Baca, aber das war nicht das Gleiche. Es gab kein Wolle Petry im Technomix und man bekam ordentliches Beck's. Laaaaaaame! Viel zu zivilisiert.
Der einzige Grund, ins KINGS zu gehen.
Der PUR Partymix.
Wer was anderes sagt, lügt!
Umso schöner war es dann, dass das KING's gestern dann nach mehr als einem halben Jahr wieder seine Pforten öffnete. Wir waren alle ganz gespannt und jeder wollte wenigstens mal schauen kommen. Das galt auch für mich. Prinzipiell stand am nächsten Tag wieder ein Bewerbungsmarathon und potentiell eine wichtige Präsentation bei mir an. Unprinzipiell war alles egal, denn das KING's macht ja schließlich nur ein Mal wieder auf. So kamen Mitbewohnerin Rebekka und die befreundete Nachbar-WG zusammen mit mir zu dem Entschluss, dass man ja trotzdem mal schauen könnte. Wir mussten auch nicht lange bleiben. 
Da lacht sie - die Krissi
Deswegen gingen Rebekka und ich recht früh in die Nachbar-WG rüber und wir tranken zusammen ein Gläschen Wein. Ich war verständlicher Weise auch guter Dinge, denn erstens hatte ich mein Wunschland Schweden für das Auslandssemester bekommen und zweitens war ich endlich fertig mit der Bewerbung für die Stelle meines favorisierten Praktikums. Ich hatte also allen Grund zum feiern. So saßen wir also gesellig zusammen und erzählten uns von lustigen Unfällen in der Kindheit. Ich finde, dass Geschichten über Kindheitsunfälle immer der Brüller sind. Diese Geschichten bewegen sich immer zwischen Nervenkitzel und Lachkrampf. Nervenkitzel, weil man sich eigentlich auch nur in der Kindheit immer richtig weh tut, Lachkrampf, weil es meistens ja schon lange her und die Person schon längst wieder auf dem Damm ist - da ist Schadenfreude also durchaus erlaubt. Zudem sind Kindheitsunfälle zum Schreien komisch, weil sie generell echt dumm sind. Ich erheitere meine Mitmenschen immer wieder gerne mit der Geschichte, wie mein Vater mit dem Spaten ein Loch ausgehoben hat, ich als etwa Sechsjährige auch nach mehreren Ermahnungen immer noch in Reichweite des Aushebens rumturnte und dann aufgrund eines mir gegen den Kopf fliegenden Steins ausgeknockt wurde und zu Boden ging. Du lachst? Sag ich doch - diese Geschichten sind immer lustig. (Habt ihr auch eine? s.maassen@student.fontys.nl - ich lese sowas immer gerne). 
Zum Schluss gönnten Rebekka und
ich uns noch eine Pommes - wenigstens
ETWAS Gutes an diesem Abend
Nun ja, und nach dieser kleinen Einstimmung sollte es dann los ins KING's gehen. Doch unsere Vorfreude bekam einen Dämpfer, als wir um etwa viertel vor 12 ankamen. Eine ewig lange Schlange wartete auf uns und es ging kein Stück vorwärts. Zu dem Zeitpunkt hatte ich irgendwie schon keine Lust mehr. Ich steh' doch nicht stundenlang für so eine Dorfdisko an. Mit dieser Meinung stand ich auch nicht alleine da, denn leichter Unmut machte sich in der Schlange breit. Da konnte auch der neue Pommesstand vorm KING's nichts retten. Und ich wollte wirklich um ein Uhr gehen. Deswegen war ich schon ziemlich öllerich, als ich dann um halb eins - nach einer dreiviertel Stunde - dann auch mal rein kam. Denn ich war nass, mir war kalt und für kleine Prinzessinnen musste ich auch noch ganz dringend. Drei Faktoren, die mich gerne unausstehlich werden und meine Laune ins Grundwasser sinken lassen. Im KING's selber hatte ich dann also eine halbe Stunde Zeit. Toll. So blieb uns nur die KING's Bulimie-Version, wie Rebekka so schön sagte. 10 Minuten Leute beobachten und drüber lästern, 10 Minuten Bier an der Theke trinken, 10 Minuten tanzen. Und auf Wiedersehen. Aber ich muss sagen, auch in einer halben Stunde kann man die ganze KING's Experience haben. Zwei mir bekannte, aber niemals von mir in Zusammenhang gebrachte Personen abartig rummachen sehen: Check. Von einem der komischen Typen angetanzt worden, die immer alleine auf der Tanzfläche schlechte Justin Timberlake-Moves nachmachen: Check. Aufgetakelte Frau, die mir mit ihren Megahacken über den Fuß latscht, mir exorbitante Schmerzen verursacht und sich dafür nicht mal entschuldigt: Check. Na also, trotz nur halbstündigen Aufenthalts nichts verpasst! Over And Out :)

Und jetzt zum Abschluss noch mal alle: Du blickst mich an mit deinen funkelperlen Augen...




Donnerstag, 17. März 2011

In Finnland laufen eh nur Elche rum

Man, man, man. Da hat die Frau Jacobs mich aber ganz schön auf die Folter mit dem Auslandssemester spannen wollen. 
Gestern war ja endlich der Große Tag - der Tag an dem die Studenten der Kohorte 2009 endlich erfahren durften, in welchem Land sie denn ihren Minor Abroad machen dürfen. Zuerst dachte ich, dass sich alle, die sich für den Minor Aborad angemeldet hatten, einfach wie vereinbart im Café Locomotief in Venlo einfinden würden und man dann erfahren würde, wohin und ob es überhaupt irgendwo hin gehen würde. Doch falsch gedacht. Dienstagnachmittag erreichte mich unverhofft eine Mail von Frau Jacobs, die mir feierlich verkündete, dass ich für eine meiner Wahlunis ausgewählt wurde. Ich war eigentlich gerade mitten in der Erstellung einer meiner Praktikumsbewerbungen und dementsprechend ein bisschen ballaballa. Hatte ich Halluzintionen oder stand das da gerade wirklich in der Mail? Drei Sekunden haderte ich, dann vernahm ich ein animalisches Brüllen durch mein offenes Fenster. Ich schien doch nicht halluziniert zu haben. Benni, der unter mir wohnt, schien wohl die gleiche E-Mail erhalten zu haben und freute sich ebenfalls. Es dauerte auch keine 30 Sekunden, da klingelte es bei mir Sturm und Benni stand vor meiner Tür. Erst haben wir uns vor lauter Freude angeschrien und dann sind wir uns kreischend und hüpfend in die Arme gefallen. Rebecca, die gerade in der Küche stand, war ein bisschen verwirrt von unserem seltsamen Verhalten. Das war Ben und mir allerdings egal, wir freuten uns trotzdem weiter und waren dann doch so gütig, Rebecca zu erklären, was sich ereignet hatte. 
Vorher: Partypeople sieht
irgendwie anders aus...
So war mein Dienstag echt gerettet. Allerdings viel mir dann Dienstagabend ein, dass ich eigentlich echt nicht nach Finnland (3. Wahl) wollte. Total nicht. Die Angst, vielleicht in Daunenjacke schlafen gehen zu müssen und dem Tageslicht ab 3 Uhr Nachmittags auf Wiedersehen zu sagen, gab meiner Vofreude also doch einen kleinen Dämpfer. Ich wollte nach Schweden. Wirklich. Unbedingt. So verbrachten ich und viele andere den Tag ziiiiiieeeemlich unentspannt. Um halb acht ging es los und das Café Locomotief fing langsam an, sich zu füllen. Ich hatte gar nicht gewusst, dass sich so viele für den MBA angemeldet hatten. Das war bestimmt gut ein viertel unserer Kohorte. Und als das Café dann voll war, ließ man uns dann gleich eine ganze Stunde warten, bis es zur freudigen Verkündung kam. Ihr könnt euch in etwa vorstellen, wie gelöst die Stimmung doch war. A. die ganz dringend nach Wisconsin in die USA wollte, brachte mich die ganze Zeit auf die Palme, indem sie vor lauter Aufregung ganz aufgedreht war. Meine Nachbarin Anki, die UNBEDINGT nach Mexiko und eigentlich echt nicht nach Italien wollte, machte mich andererseits dann total wahnsinnig, indem sie vor lauter Anspannung lieber gar nichts mehr sagte. Ich wiederum machte es mir zur Aufgabe, Stress abzubauen, indem ich andere Leute mies von der Seite anmachte. Also alles andere als eine entspannte Atmosphäre. 
Total fertig - aber glücklich.
Und ja, ich weiß, dass
 meine Handykamera doof ist ;)
Aber dann, dann ging's endlich los. Uiuiuiui, die Stimmung war zum Zerreißen gespannt. Mit einem Mal war ich mehr als sicher, dass Finnland eine echt dumme Idee war. Was, wenn ich jetzt nach Finnland musste? Ich heul ja schon bei 4 Grad über Null und bin erst froh, wenn die Heizung auf tropische Hitze eingestellt ist. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Anscheinend nicht viel. Doch während dieser Spannung war ich nicht die Einzige, der auffiel, dass die dritte Wahl irgendwie doof war. Anki: "Ey, ich will nicht nach Italien. Ich weiß nicht mal, wie die Uni da heißt". A.: "In Finnland laufen eh nur Elche rum. Ich mag gar keine Elche!" Aber jeder von uns probte schon mal das gute Verlierergesicht, falls sich die Wunschuni nicht ergeben sollte. Wie beim Oscar. Und eigentlich ist es ja dumm, "Verlierergesicht" und so zu sagen. Weil eigentlich hatte ja keiner von uns verloren, untergekommen waren wir alle. Nur, da wir wussten, dass wir genommen wurden, wollten wir natürlich gleich nach den Sternen greifen und die Erstwahl bekommen. Und was soll ich sagen? Da brat mir doch einer 'nen Storch! Wir haben alle tatsächlich unsere Erstwahl bekommen. A. ist fast ohnmächtig vor Freude geworden und Anki hat sich so gefreut, dass sie wieder gesprochen hat. Sogar richtig so mit Subjekt, Prädikat, Objekt. Und weil sie so gut drauf war, waren auch gleich noch ein paar adverbiale Bestimmingen des Ortes und der Zeit drin! 
Darf ich zum Schluss dann übrigens erwähnen, dass ich die gottverdammt ALLERLETZTE war, die aufgerufen wurde? Ich habe meinen bedeutenden Umschlag ganz zum Schluss bekommen. Echt gemein. Aber letztendlich war es mir dann doch egal. Schweden, ich komme!  Was für ein Happy End. Over and Out :)